Historisches: Betreibern war zuweilen wenig Glück beschieden / Abbruch markiert jetzt das Ende
Dieser Tage wurde in der Talstadt im Langen Weg ein geschichtsträchtiges Gebäude abgerissen (wir berichteten). Der Oberndorfer Heimatforscher Alfred Danner weiß allerhand zur sogenannten Schweizermühle zu berichten.
Oberndorf. Vor 1808 erbaute der Müller Johannes Neher die Schweizermühle am Anfang des Langen Wegs, die im Jahr 1844 aber ein Raub der Flammen wurde.
Drei Wasserräder
1845 wurde die Mühle neu erbaut, zu den bisher vor dem Brand vorhandenen zwei Mahlgängen und einem Gerbgang wurde ein dritter Mahlgang eingerichtet. Laut dem Gebäudekataster von 1855 hatte die Mühle drei oberschlächtige Wasserräder mit drei Mahlgängen und einem Gerbgang. Dem Besitzer der Mühle, J. Pfanner, war kein Glück beschieden, denn 1883 war er gezwungen, Konkurs anzumelden.
Seine Ehefrau erwarb daraufhin das gesamte Grundstück, verkauft es aber bereits 1886 wieder an die Oberndorfer Gewerbebank, welche die Mühle umgehend an den Ölmüller Pfeffer weiterverkauft. Doch bereits 1892 veräußert dieser die gesamte Anlage an den Müller Unsöld aus Römlinsdorf. Und der geht bereits nach sechs Jahren in Konkurs. Das Haus erwirbt nun Kommerzienrat Paul Mauser. 1925 wird Friedrich Doll, Vorstand bei den Mauser Werken, Eigentümer des Hauses, verkauft aber das zugehörige Wasserrecht der einstigen Mühle.
1926 wird die Mühle aufgegeben und der Umbau zu einem Mehrfamilienhaus begonnen. Der wohnliche Anbau von 1927 wurde ebenso wie die Schweizermühle selbst vom Modehaus Hoffmeyer erworben und bereits 2014 abgebrochen. Im April erfolgte dann durch Abriss der ehemaligen Schweizermühle das endgültige Aus des geschichtsträchtigen Hauses.