Warum sehe ich diesen Hinweis?

Sie sehen diesen Hinweis, weil Sie einen Adblocker eingeschaltet haben oder im privaten Modus surfen. Deaktivieren Sie diesen bitte für schwarzwaelder-bote.de, um unsere Artikel ohne diesen Hinweis lesen zu können.

Mehr zum Thema Adblocker / Privater Modus und wie Sie diesen deaktivieren, finden Sie, indem Sie auf deaktivieren klicken.

Deaktivieren

Oberndorf a. N. Für das Bio-Label gibt es strenge Vorgaben

Von
Auch die Holzhackschnitzelheizung, die inzwischen 30 Gebäude mit Fernwärme versorgt, stößt auf großes Interesse.Foto: Wolf Foto: Schwarzwälder Bote

Das Interesse am Umweltprogramm der "Bürger für Bürger" "Unser Leben – unser Klima – unsere Umwelt – unsere Zukunft" ist weiterhin riesig. Jetzt pilgerten um die 40 Interessenten aller Altersgruppen zum Biohof von Johannes Sauter in Epfendorf.

Oberndorf/Epfendorf. Dabei erfuhren die Besucher, welche Besonderheiten die Biolandwirtschaft auszeichnet und was Sauter unternimmt, um die Umwelt zu erhalten und dem Klimawandel entgegenzuwirken.

So wird unter anderem das E-Auto über die eigene Photovoltaikanlage zu 100 Prozent mit Ökostrom betankt, über die Holzhackschnitzel-Heizung werden neben den eigenen Gebäuden weitere Gebäude wie das Epfendorfer Rathaus, die Schule, das Feuerwehrgerätehaus und weitere Privatgebäude mit Heizenergie versorgt.

Robert Häring, Chef der Grünkappen, zeigte sich überrascht ob der großen Resonanz und wertete diese als ein Zeichen der Anerkennung "für unsere Arbeit". "Das beweist, dass die Idee, ein solches Umweltprogramm anzubieten, ins Schwarze getroffen hat."

Auch Johannes Sauter freute sich über das Interesse. Er unterstrich, dass es schon eine besondere Herausforderung sei, den mitten in Epfendorf liegenden Hof gemäß der Regel einer Biolandwirtschaft zu bewirtschaften. Er skizzierte die Betriebsdaten: knapp 100 Hektar Fläche, davon 80 Hektar landwirtschaftlich genutzt, 20 Prozent Waldfläche, zwei Drittel der landwirtschaftlichen Fläche dienten dem Ackerbau und lägen auf der Höhe (Trichtingen, Harthausen), ein Drittel seien Grünwiesen und befänden sich im Tal.

Kreislaufbewirtschaftung

Neben dem Ackerbau ist die Färsenaufzucht in dem modernen, weitläufigen, luftigen, für die Tiere komfortablen Stall mit Lauf- und Liegebereich ein weiteres Standbein des Biohofs. "Die rund 60 Jungtiere bekommen Gras, Heu und im Winter auch mal Silage ausschließlich von unseren Flächen. Die natürliche Kreislaufbewirtschaftung ist eine Voraussetzung für das Bio-Label. So kommt auch unser Mist auf unsere Felder", erklärte Sauter.

"Wir betreiben keine Milchviehwirtschaft", unterstrich er. Der Bau des Stalls sowie des Getreide- und Heulager-Gebäudes sei von der EU gefördert worden, nachdem der alte Stall vor drei Jahren abgebrannt sei.

Wie der Landwirt ausführte, seien von den knapp 30 Hektar Wiesen wiederum die Hälfte als FFH-Flächen (Flora – Fauna – Habitat) besonders geschützt. "Diese Blumenwiesen müssen nach den EU-Richtlinien eine hohe Vielfalt an Pflanzen und Tieren (Insekten, Vögel) aufweisen." Hier dürfe man nur sehr zurückhaltend düngen, der Ertrag sei daher auch geringer.

"Diese Flächen werden regelmäßig darauf kontrolliert, ob sie sich verschlechtert beziehungsweise verbessert haben." Sofern eine Verschlechterung festgestellt worden sei, werde der Landwirt aufgefordert, wieder für eine Verbesserung der betreffenden Wiese zu sorgen. "Das klappt eigentlich gut, wobei ich auch mal eine andere Meinung als die Behörde habe", erklärte Sauter augenzwinkernd.

Im Ackerbau sei eine vielfältige Fruchtfolge für die Anerkennung als Biolandbau unabdingbar, hob Sauter weiter hervor. Gentechnik, Massentierhaltung, der Einsatz von chemisch-synthetischen Stickstoffdüngern sowie von Pflanzenschutzmitteln seien tabu.

Klimawandel verheerend

Sauter hob hervor, dass der Klimawandel den Landwirten insgesamt zu schaffen mache. "Die Trockenheit in diesem Jahr hat dem Ackerbau kaum geschadet, unsere Ernte ist gut. Bei den Grünflächen ist aber der zweite Wiesenschnitt praktisch ausgefallen, und im Wald sieht es ganz schlecht aus. Dort sind die Schäden vor allem durch den Borkenkäfer immens."

Beim Rundgang über das Hofareal konnten sich die Teilnehmer davon überzeugen, welch aufwendige Technik heutzutage im Getreide- und Heulager zum Einsatz kommt, dass ein moderner, nach den neuesten Erkenntnissen gestalteter Viehstall vollkommen anders aussieht als man das von vielen Bauernhöfen kennt: Durch das offene Dach und die Seitenteile weht ständig Frischluft, und der Platz, der den Tieren zur Verfügung steht, ist sehr großzügig bemessen.

Darüber hinaus stellten die Besucher fest: Drei Photovoltaikanlagen produzieren mehr nachhaltigen Strom als auf dem ganzen Hof verbraucht wird, auch wenn seit drei Jahren ein Elektrofahrzeug zusätzlich Strom benötigt. Besonders beeindruckt waren sie von der Holzhackschnitzelheizung, einer 250-Kilowatt-Anlage, die 30 Gebäude in Epfendorf mit Fernwärme versorgt. Das Brennmaterial stammt aus Sauters Wald.

Als nächste Veranstaltung im Rahmen des Umweltprogramms steht unter dem Motto "Buntes Oberndorf" am Mittwoch, 14. Oktober, eine Wanderung vom Haugenloch zum Stockbrunnen auf dem Programm. Treffpunkt ist um 14 Uhr das Gasthaus Schützen in der Oberstadt. Dabei wird viel über die Natur, aber auch über die Stadt und deren Geschichte erzählt. Eingeladen sind auch besonders Neubürger.

Artikel bewerten
0
loading

Top 5

0

Kommentare

Artikel kommentieren

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.