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Oberndorf a. N. Freund und Helfer geht in Ruhestand

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Thomas Höflinger (links) wird von Matthias Lehmann in den Ruhestand verabschiedet. Foto: Danner Foto: Schwarzwälder Bote

Ein Polizist mit Leib und Seele quittiert seinen Dienst. Thomas Höflinger geht zum 1. Dezember in den Ruhestand.

Oberndorf. Am gestrigen Freitag verabschiedete sich Höflinger von seinen Kollegen im Oberndorfer Polizeirevier, in dem er seit 1981 tätig war. Den Übergang in die Rente hatte er sich allerdings ein wenig anders vorgestellt. Denn derzeit ist der Polizeibeamte krankgeschrieben. Vor einem seiner letzten Dienste erlitt der 64-Jährige einen Herzinfarkt. Er befindet sich aber wieder auf dem Weg der Besserung, am kommenden Montag tritt er seinen Reha-Aufenthalt an.

Abschied aus Berufsleben fällt ihm schwer

An seinem letzten Tag hatte Thomas Höflinger nochmals seine Uniform angelegt. Der Abschied aus dem Dienst fällt ihm schwer, bekennt er im Gespräch mit unserer Zeitung freimütig. "Ich wäre lieber noch mal 30 Jahre jünger und würde noch 30 Jahre weiterarbeiten."

In Oberndorf ist Höflinger zu einer Institution geworden. Fast 40 Jahre lang ist er hier Streife gefahren. Sein Spitzname "Fleischkäs" ist in der Stadt wohlbekannt. Ihn bekam er einst verpasst, weil er vor seiner Zeit bei der Polizei Metzger gelernt hat. Und er trägt ihn mit dem ihm eigenen Humor.

Den konnte er bei der Arbeit oft gut gebrauchen. In den 1990er-Jahren wurde er von einem Radiosender gemeinsam mit einem Kollegen sogar mal zum freundlichsten Polizisten Baden-Württembergs gekürt. Damals hatten die beiden Beamten zwei älteren Ehepaaren geholfen, die in einen Unfall verwickelt waren. Die Polizisten kümmerten sich darum, dass die Senioren noch ihren Flieger erreichten, der sie in den Urlaub bringen sollte. Für Thomas Höflinger gilt die Redensart "Die Polizei, dein Freund und Helfer" etwas. So sah er sich selbst in all den Jahren.

Natürlich gab es auch immer wieder Situationen, bei denen es mit Freundlichkeit alleine nicht getan war, räumt er ein. Als Polizeibeamter müsse man sich Respekt verschaffen, sonst sei man in seinem Beruf falsch. Er erinnert sich an so manche Widerstandshandlung. Die meisten seiner Zähne habe so er verloren, sagt er. "Berufsrisiko", fügt er trocken an.

Aber: "Ich habe gerne mit Menschen zu tun." Seine Arbeit habe ihm immer Freude bereitet. Deshalb hat er seine Dienstzeit auch verlängert. Denn ein Polizeibeamter kann eigentlich mit rund 60 Jahren in den Ruhestand gehen.

Ein Renterleben kann er sich noch gar nicht vorstellen, bekennt er ganz ehrlich. Diese Ehrlichkeit und Offenheit wurde von den Menschen geschätzt, betont der stellvertretende Revierleiter Matthias Lehmann, der Thomas Höflinger gestern offiziell verabschiedete.

Höflingers erstes Ziel im Ruhestand wird nun sein, "zu genesen". Denn noch hat er mit den Folgen des Herzinfarkts zu kämpfen.

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