Seit Wochen bemüht sich der Oberndorfer Bürger Tobias Raffelt, Unterschriften für einen Einwohnerantrag zur Implementierung des Tools "openPetition" auf der städtischen Homepage zusammenzutragen. Zwei Drittel der notwendigen Unterschriften hat er beisammen. Die Corona-Krise hemmt seine Aktivitäten derzeit. Doch sein Engagement hätte er sich auch sparen können. Denn diese Form der Bürgerbeteiligung haben Bürgermeister Hermann Acker und die Mehrheit der Stadträte in der Sitzung am Dienstag kurzerhand abgebügelt. Stattdessen zaubert der Bürgermeister eine "Alternative" aus dem Hut. Sie soll den Räten die Möglichkeit geben, die Bürger bei Themen – zu denen es den Kommunalpolitikern beliebt – nach deren Meinung zu fragen. So war es nicht gedacht. Den Oberndorfern sollte vielmehr die Gelegenheit gegeben werden, Angelegenheiten, die sie bewegen, selbst aufs Tapet zu bringen. Die CDU-Fraktion war über die "Alternative" nicht im Bild. "Sie haben halt nicht nachgefragt", gibt es vom Bürgermeister lapidar zur Antwort. Er gehe mit so etwas nicht hausieren. Da bleibt einem glatt die Spucke weg. Und nicht nur CDU-Stadtrat Thorsten Ade fragt sich, wovor seine Ratskollegen eigentlich Angst haben.