Warum sehe ich diesen Hinweis?

Sie sehen diesen Hinweis, weil Sie einen Adblocker eingeschaltet haben oder im privaten Modus surfen. Deaktivieren Sie diesen bitte für schwarzwaelder-bote.de, um unsere Artikel ohne diesen Hinweis lesen zu können.

Mehr zum Thema Adblocker / Privater Modus und wie Sie diesen deaktivieren, finden Sie, indem Sie auf deaktivieren klicken.

Deaktivieren

Oberndorf a. N. Eine Kläranlage ist wie ein Fass ohne Boden

Von
Die Teilnehmer des Rundgang hören den Erklärungen am Beckenrand der Kläranlage zu. Fotos: Wolf Foto: Schwarzwälder Bote

Dass die Toilette nicht zur Entsorgung von Abfällen geeignet ist, dürfte ja allgemein bekannt sein. Vor allem Feuchttücher machen den Kläranlagen zu schaffen.

Oberndorf. Wer der Umwelt etwas Gutes tun möchte, der sollte auf Feucht-Reinigungstücher verzichten, denn diese bereiten in der Kläranlage Probleme, wie der Leiter des Oberndorfer Klärwerks, Oliver Blöchle, bei der Besichtigungstour unterstrich. Schon die erste Veranstaltung innerhalb der Reihe "Unser Leben – unser Klima – unsere Umwelt – unsere Zukunft" zeigte, dass die Bürger für Bürger damit das Interesse der Oberndorfer geweckt haben. Mehr als 40 Teilnehmer trafen sich in der Aistaiger Kläranlage, um sich von Oliver Blöchle und seinem Kollegen Olaf Schührer erklären zu lassen, wohin unser Wasser geht und wie die Klärung des Abwassers sowie die Entsorgung des Klärschlamms wie der Grobabfälle funktionieren.

Grünkappenchef Robert Häring war ob des Andrangs angenehm überrascht. Gerade werde viel über die Klimaauswirkungen in Australien oder in der Antarktis berichtet und geredet. "Wir wollen mit dieser Veranstaltungsreihe aufzeigen, welche regionalen Möglichkeiten es gibt, die Umwelt zu schonen und zu schützen." Dazu sei es notwendig, sich entsprechend zu informieren.

Romy Bloß, die Leiterin des Tiefbauamts und damit Hausherrin der Kläranlage, unterstrich, dass der Umweltschutz die Kernaufgabe des Klärwerks sei. Das Einzugsgebiet erstrecke sich auf die Gesamtstadt Oberndorf, die Dornhaner Teilorte Marschalkenzimmern und Weiden sowie auf Epfendorf und seinen Ortsteilen Harthausen und Trichtingen. Sie bekräftigte, dass man in einer Kläranlage nie mit Investitionen fertig werde, da die Anforderungen an die Reinigungskraft immer höher würden. Jetzt stehe eine weitere Reduzierung der erlaubten Phosphorwerte im geklärten Abwasser im Raum, was einen erneuten u Ausbau notwendig mache. "Die Werte der Aistaiger Kläranlage sind hervorragend." Klärmeister Blöchle und sein Team leisteten sehr gute Arbeit.

Bei dem Rundgang durch die 1973 mit der ersten Reinigungsstufe in Betrieb genommenen und zuletzt 2005/2006 ausgebauten und erweiterten Kläranlage – die europäische Hauptstadt Brüssel sei erst 2006 vollständig an eine Kläranlage angeschlossen worden – erfuhren die Besucher, welch Aufwand notwendig ist, das Abwasser so zu reinigen, dass es wieder unbedenklich in den Neckar geleitet werden könne.

So verschlinge allein die Betonsanierung jedes Jahr 100 000 Euro, unabhängig von den laufenden Kosten für das Personal, vier Vollzeitangestellte plus ein Auszubildender, Energie, Wartung und Unterhaltung. Darüber hinaus habe die Stadt Oberndorf seit dem Baubeginn 1971 sehr viele Millionen Euro in die durch ständig verschärfter Werte notwendig gewordenen Ausbau- und Erweiterungsmaßnahmen investiert, wie Bloß, Blöchle und Schührer deutlich machten.

Geduldig beantworteten sie die Frage, mit denen die Teilnehmer ihr Interesse dokumentierten. Gut anderthalb Stunden lang dauerte die Führung, bei der die Besucher sämtliche Anlagen kennen lernten: von der mechanischen Reinigung mit Rechenanlage, Sandfang, Vorklärbecken und Regenüberlaufbecken über die biologische Reinigung mit zwei Belebungsbecken, der Phosphatfällung und dem Nachklärbecken, der Klärschlammbehandlung mit Faulbehälter, Schlammentwässerung, Gasbehälter sowie Gasverwertung und Blockheizkraftwerk – die Kläranlage produziert so die Hälfte des benötigten Strombedarfs selbst – bis hin zum Labor und zur Schaltzentrale. Am Auslaufschacht bekräftigte Blöchle, dass das nun geklärte Abwasser allerdings bei Weitem noch keine Trinkwasserqualität aufweise. "Ich würde es nicht trinken und auch niemandem zum Trinken anbieten", meinte er. Im Labor führten er und Romy Bloß aus, dass die Werte ständig überwacht und von übergeordneten Behörden kontrolliert würden. Starker Beifall belohnte Blöchle und Schührer für ihre fachkundige, aber auch kurzweilig-unterhaltsame Führung.  Am Mittwoch, 29. Januar, findet die zweite Veranstaltung innerhalb dieser Reihe statt, eine Ausfahrt mit Bus zur Müllverbrennungsanlage Böblingen, in der auch der Oberndorfer Müll verbrannt wird. Die Fahrt ist kostenlos, eine Anmeldung ist erforderlich und in der Bürgerwerkstatt freitags von 9 bis 12 Uhr möglich.

Top 5

0

Kommentare

Artikel kommentieren

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.