Fast wie ein größerer Gewinn im Lotto: Annette Fischer freut sich auf das Treffen mit dem Bundespräsidenten. Foto: Pfannes Foto: Schwarzwälder-Bote

Annette Fischer als Mitglied der Bürgerdelegation beim Tag der Deutschen Einheit in Bonn

Bösingen /Oberndorf (apf). Sie ist eine Ausgewählte. Sie darf am Wochenende mit der Bürgerdelegation Baden-Württembergs nach Bonn reisen und wird als Vertreterin des "Ländle" bei den zentralen Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit vom Bundespräsidenten empfangen. Die strahlenden Augen der Bösingerin Annette Fischer verraten die Vorfreude auf außergewöhnliche Tage.

Gerade einmal 15 Mitglieder umfasst die Delegation aus Baden und Württemberg, die für drei Tage in die ehemalige Bundeshauptstadt fahren darf und im Hotel Maritim logiert. Das Programm verspricht einen Höhepunkt nach dem anderen. Es seien lediglich einige Kostproben genannt wie die Schifffahrt auf dem Rhein, der Empfang von Nordrhein-Westfalens Ministerpräsidentin Hannelore Kraft und Bonns Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch und der Besuch des Bürgerfests. Im Mittelpunkt stehen der Festakt im Plenarsaal des alten Bundestags, der am 3. Oktober um 12 Uhr beginnt, und eine Stunde später der Empfang im Rheinfoyer mit Begegnung des Bundespräsidenten Christian Wulff.

Wer jetzt jedoch denkt, Annette Fischer sei zur Bürgerdelegation wie die Jungfrau zum Kinde gekommen, der irrt. Gelost wurde nicht. Sie wurde vom Regierungspräsidium Freiburg ausgewählt, teilte ihr auf Nachfrage das Staatsministerium in Stuttgart mit. Grundlage sind Fischers Verdienste um das Land, das mit dem Verleih der Landesehrennadel vor einem knappen Jahr sichtbaren Ausdruck gefunden hat. Damals lobte sie Oberndorfs Bürgermeister Hermann Acker beim Festakt des Skiclubs. Sie praktiziere seit Jahrzehnten in beeindruckender Weise den ehrenamtlichen Dienst zum Wohle der Allgemeinheit und habe sich um die Stadt Oberndorf verdient gemacht.

Annette Fischer ist seit 23 Jahren im Vorstand des Vereins engagiert: zuerst als Festwart, seit 15 Jahren als Kassiererin. Im Alter von 16 Jahren hat die Mittvierzigerin angefangen, Skikurse zu geben und als Übungsleiterin bis vor zwölf Jahren große Spuren hinterlassen. Hilfreich war in ihren Anfängen ohne Zweifel Vater Helmuth Krüger, der vor etwa zehn Jahren als mehrfacher Weltmeister der Organtransplantierten für Aufsehen gesorgt hatte. Außerdem engagiert sich Annette Fischer im Umfeld der Bösinger Schule und im Förderverein.

So langsam kribbelt es der umgänglichen Dame, die seit 17 Jahren in Bösingen wohnt. Der 3. Oktober rückt näher. Weil jedoch die Kleiderfrage geklärt ist – mit etwas Neuem und Vornehmem geht es an den Rhein –, steht einer aufregenden Zeit eigentlich nichts mehr im Wege.