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Kolpingsfamilie und Pfarrer Jean Lukombo sammeln

Die Kolpingsfamilie und Pfarrer Jean Lukombo haben sich für ein gemeinsames Projekt zusammengetan. Ihr Ziel: ein Traktor, den Lukombo in den Kongo – die Heimat des Pfarrers – mitnehmen wird.

Oberndorf. Der Startschuss des Projektes fiel erst kürzlich, und Spenden werden gesammelt. Ein Traktor ist in Deutschland ein alltägliches Bild. Mancher mag sich ärgern, wenn er im Schneckentempo hinter so einem Gefährt auf der Landstraße hinterhertuckern muss. Doch im Kongo bedeutet ein Traktor Luxus.

"Es gibt so gut wie keine Traktoren dort", sagt Lukombo. Dort, im Herzen Afrikas, ist die Erde sehr fruchtbar. Im Kongo wachsen Bohnen, Mais, Kaffee und Reis. Das Land ist reich und voll von Bodenschätzen, so der Pfarrer. Dennoch werden auch hier, wie in ganz Afrika, Menschen ausgebeutet. So haben die Landwirte selbst kaum etwas von ihrer Ernte. Diese gehe an Land- oder Firmenbesitzer. Zudem ist die landwirtschaftliche Arbeit hart, es gibt wenig Geräte, vieles wird mit der Hand gemacht, und das dauert lange.

Mit einem Traktor könnte man die Arbeit, für die man sonst eine ganze Woche benötige, in einem Tag machen, so der Pfarrer. Außerdem wolle er sich selbst um Land für die Menschen vor Ort kümmern, sodass sie mehr von ihrer Ernte hätten.

Während des Klausenfests wurden schon die ersten Spenden gesammelt. "Wir brauchen ungefähr 20 000 Euro", sagt Bernhard Seidel von der Kolpingsfamilie. Es soll ein gebrauchter Traktor sein und vielleicht noch einige Zusatzgeräte. "Wichtig ist, dass die Ersatzteile für den Traktor weltweit lieferbar sind und ohne Elektronik funktionieren", erklärt Seidel.

Pfarrer Lukombo wird in ein bis zwei Jahren in seine Heimat zurückkehren. Als Pfarrer einer Dorfgemeinschaft wird Lukombo den Menschen vor Ort nicht nur in Glaubensdingen helfen, sondern auch im täglichen Überleben: "Ich bin auf dem Land aufgewachsen, die Feldarbeit ist mir vertraut", so Lukombo. Er kenne die Härte dieses Lebens gut.

Lukombo hat schon eine Schule eröffnet

Der Pfarrer hat Erfahrung mit der Umsetzung von Projekten, hat er doch schon einmal erfolgreich eine Schule in einem Dorf vor Ort eröffnet.

Lukombo nahm in der Vergangenheit Menschen aus Deutschland mit in den Kongo. Er freue sich immer wieder, wenn Leute auf ihn zukommen und gerne einmal mitkommen möchten. Vor allem Jugendliche sollten sehen, wie die Menschen dort lebten, meint der Pfarrer.

Auch Sabine Seidel von der Kolpingsfamilie reiste schon einmal in das Herz Afrikas. In Erinnerung geblieben sind ihr die staubigen Straßen, das Improvisierte im Alltag: "Da sieht man Autos auf den Straßen, die bei uns schon längst nicht mehr fahren dürften.". Alles sei zusammengeflickt, man mache aus wenigen Dingen etwas. Strom gäbe es in den Dörfern nicht, Wasser werde mit einem Kanister von der Quelle geholt. Trotz der Lebensbedingungen steckten die Afrikaner den Kopf nicht in den Sand.

Gemeinsam suche man Ideen, um an Spenden zu kommen, so die Initiatoren des Projektes. Man möchte an Firmen herantreten oder sich bei Landwirten umhören, ob vielleicht einer einen gebrauchten Traktor in der Scheune stehen hat.

Wer helfen möchte, kann sich bei der Kolpingsfamilie melden: kolpingsfamilie-oberndorf.de  Spendenkonto: VB Schwarzwald-Neckar e.G.; Verwendungszweck: Traktorprojekt Pfr. Lukombo; IBAN: DE 84 6429 2020 0454 2894 05