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Oberndorf a. N. Die Wunderkinder auf Reisen

Von
Kulturamtsleiter Hans-Joachim Ahner, Kuratorin Joana Geanta sowie der Vorsitzender der Süddeutschen Mozart Gesellschaft Georg Mais (von links) Foto: Peralta Foto: Schwarzwälder Bote

"2019 ist für Oberndorf in kultureller Hinsicht ein bemerkenswertes Jahr", stellte Dieter Rinker fest, der die Besucher in Stellvertretung von Bürgermeister Hermann Acker zur Eröffnung der Ausstellung "Die Mozarts – Wunderkinder auf Reisen" in der Oberndorfer Rathausgalerie begrüßte.

Oberndorf. 20 Jahre Meisterkonzerte und 25 Jahre Süddeutsche Mozart Gesellschaft seien Grund genug, dem Namensgeber der Gesellschaft eine besondere Ehrung zukommen zu lassen. Am 5. Juli wird es auf dem Schuhmarktplatz eine Mozartgala geben. Die Stiftung Mozarteum Salzburg hat eine kleine, aber feine Ausstellung zusammengestellt, die schon ab jetzt bis zum 21. September in der Rathausgalerie zu sehen ist.

Ein Superstar

Rinker stellt fest, dass Wolfgang Amadeus Mozart schon zu seiner Zeit ein Superstar gewesen sei – allerdings fehlten ihm die heutigen technischen Hilfsmittel zur Verbreitung seiner Werke. Reisen war deshalb angesagt. Er begrüßte Joana Geanta, die diese Ausstellung gemeinsam mit Ulrich Laisinger kuratiert hat.

Georg Mais, Vorsitzender der Süddeutschen Mozart Gesellschaft, dankte den Verantwortlichen für die Ausstellung und bezog in seinen Dank Hans-Joachim Ahner, Amtsleiter für Kultur, Bildung und Sport, mit ein. Er ist vor Ort für die Ausstellung verantwortlich. Für die Mozart Gesellschaft sei diese Ausstellung auch ein Höhepunkt zur 25-Jahr-Feier. Joana Geanta führte alsdann in die Ausstellung ein. Auf 22 Tafeln werden die Reisen von Vater Leopold Mozart und seiner beiden Kinder Anna Maria, genannt Nannerl, sowie Wolfgang Amadeus thematisiert und unter vielerlei Aspekten betrachtet. Die Referentin ging chronologisch vor und stellte an den Anfang die Wienreise von Vater, Tochter und Sohn von 1762, die so etwas wie eine Probe darstellte, ob eine weite Reise überhaupt durchführbar ist.

Die große Westeuropareise dauerte vom 9. Juni 1763 bis zum 29, November 1766, so Geanta, die darauf verwies, dass Wolfgang damals sieben, seine Schwester elf Jahre alt waren. In diesem Alter sei diese Zeit prägend für das gesamte Leben.

Exakt wurde nun die Reiseroute aufgelistet. Über München, und Augsburg kamen die Mozarts nach Ulm, von dem Leopold Mozart an seinen Freund Johann Lorenz Hagenauer schreibt: "Ulm ist ein abscheulicher altvätterischer und so abgeschmackt gebauter ort...".

Über Ludwigsburg und Schwetzingen, wo Kurfürst Carl Theodor sie empfing, ging es weiter nach Frankfurt am Main. Goethe, damals um die 14 Jahre, erinnerte sich noch in späten Jahren an das Klavierspiel von Wolfgang Amadé Mozart.

Weitere Etappen waren Koblenz, Bonn und Köln, von dem Leopold Mozart berichtet: "In Cölln, der alten, nicht mehr sehr bewohnten traurigen und erstaunlich grossen Statt waren wir 2 Tage...". In Brüssel interessiert sich Vater Mozart für die großen Maler.

Im November 1763 erreichen die drei Reisenden endlich Paris. Fast ein halbes Jahr halten sie sich dort auf, mit einer Unterbrechung für einen Besuch des Hofes in Versailles. Dort erleben die drei Mozarts viel Neues. Leopold Mozart hatte schon von Salzburg aus ein privates Quartier "gebucht". Über deutsche Landsleute erfuhr er Schauerliches, nämlich dass diese die "geschicktesten Betrüger" seien.

In Paris kommt es 1764 zur ersten Veröffentlichung von Werken des jungen Wolfgang Amadé, berichtete Joana Geanta. In London sei sicherlich die Zusammenkunft mit Johann Christan Bach für Wolfgang Amadeus prägend gewesen.

Für die Mozart-Kinder war London so etwas wie Wirklichkeit gewordenes Disney-Land. "Nannerl" berichtete begeistert: "London habe ich gesehen den park und ein jungen Elephanten, einen esel, der hat weis und cafebraune striche und so gleich, das man es nicht besser abmalen könnte."

Einzelne Stationen

Auf der Heimreise mussten Leopold, Maria Anna und Wolfgang Amadeus ein halbes Jahr in Den Haag bleiben, da sich beide Kinder mit Bauchtyphus angesteckt hatten. Dass sie beim Konzert zur Krönung Willems V. von Oranien mitwirken konnten, gehört zu den Höhepunkten der "Wunderkinder-Reise".

Nach der Rückreise, die noch durch die Schweiz führte, gelangten sie wieder glücklich in Salzburg an.

Joana Geanta kam noch auf Grunddaten zu sprechen. So beispielsweise, dass die große Reise mit dem eigenen Wagen unternommen wurde. Den Aufenthalt bei einem Radbruch benutzte Vater Leopold, um Wolfgang das Orgelpedalspiel zu lehren.

Insgesamt geht aus den Tafeln, die all die Stationen der Reise aufzeigen hervor, was Goethe in einem Gespräch mit Eckermann über Wolfgang Amadeus Mozart sagte. Er sei ein "Wunder, das nicht weiter zu erklären ist".  Die Ausstellung ist in der Rathausgalerie noch bis 21. September zu den Öffnungszeiten des Rathauses zu sehen.

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