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Oberndorf a. N. Die Bachforelle hat’s schwer

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Für ungeübte Fischbeobachter ist die Bachforelle nur schwer über dem Kiesbett zu erkennen. Sie liebt vor allem eine gute Wasserqualität. Fotos: Cools/© Witold Krasowski – stock.adobe.com Foto: Schwarzwälder Bote

Wer sich zu schnell dem Ufer nähert, der wird als ungeübter Fischbeobachter kaum einen Blick erhaschen können. Bachforellen sind scheue Fische und im Neckar, wo sie eigentlich heimisch sind, deutlich rarer als früher. Schuld ist unter anderem die schlechte Wasserqualität.

Oberndorf. Die Hitze und Trockenheit der vergangenen Jahre hat es der Bachforelle wahrhaftig nicht einfach gemacht. Diese liebt nämlich sauberes, kühles und sauerstoffreiches Wasser. Immerhin: Durch die Bemühungen des Angel- und Naturschutzvereins Oberndorf hat sich die Wasserqualität schon deutlich verbessert.

Dennoch muss man der Population manchmal ein wenig auf die Sprünge helfen, etwa indem man befruchtete Bachforelleneier im so genannten Augenpunktstadium – kurz bevor der Dottersack, eine Art Vorratsspeicher, der den Jungfisch ernährt – in einer Box, die von Wasser durchströmt wird, in den Fluss einsetzt.

"Dadurch denkt die Bachforelle, sie sei dort geboren", erklärt Gewässerwart Lothar Konrad. Das ist wichtig, da die Bachforelle, wenn sie nach drei Jahren bereit zum Laichen ist, von Oktober bis Januar in ihre Heimat zurückkehrt und sich so der Bestand vor Ort erhöht. Deshalb sei es auch so wichtig, den Bachforellen den Weg durch Fischtreppen und -umgehungsanlagen zu erleichtern.

Die Eier verkeilen sich im Kies

"Das Einsetzen ist aber nur die zweitbeste Art, den Bestand zu sichern", sagt Konrad. Die erstbeste ist die Naturverlaichung. Er zeigt auf ein helles Kiesbett im Neckar, auf dem sich, wenn man ganz genau hinsieht, ein dunkler Schatten erahnen lässt. Vor der Eiablage schlägt das Forellenweibchen mit dem Schwanz eine Kuhle in die flache Kiesgrube des Bachgrundes und legt dort ihre Eier ab, die dort vom Männchen befruchtet werden. Wichtig sind Zwischenräume, in denen sich die Eier verkeilen und nicht verdriften, wie es etwa der Fall sein kann, wenn zur falschen Zeit ein Hochwasser kommt. Dann werden die Laichgruben ausgeschwemmt.

150 Tage dauert es etwa vom Laichen bis zum Tag, an dem die Larven ohne Dottersack dünn genug sind, um durch die Zwischenräume nach oben zu schwimmen.

Ein Problem kann dabei die Kolmatierung darstellen, erklärt der Gewässerwart. Damit bezeichnet man die Verfestigung der Bachsohle mit Sand und anderen Schwebstoffen, welche die für die Jungfische wichtigen Ritzen im Kiesbett verschließen können. Um schonend zu kontrollieren, wie es um den Bestand steht, kommt immer wieder stichprobenartig E-Befischung zum Einsatz. Konrad hat eine Genehmigung dafür. Weil das aber Stress für die Fische bedeutet, muss ein Einsatz immer vorher beim Regierungspräsidium angemeldet werden, erklärt er.

Der Gewässerwart trägt die Plätze, an denen die Bachforellen laichen, in eine Karte ein. Wie er erfreut feststellen konnte, entstehen häufig da Laichgruben, wo er Jahre zuvor Brutkörbe eingesetzt hat. Das bedeutet, dass das Konzept des Vereins aufgeht.

Generell fehlten im Neckar natürliche Stellen, an denen Äste und Gras ins Wasser hineinragen und Schutz bieten, so Konrad. Viele Teile des Ufers seien aus Hochwasserschutzgründen befestigt. Dadurch besteht für die Fische jedoch auch Gefahr von oben: vom Fischräuber Kormoran.

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