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Oberndorf a. N. Den van Gogh hatte sie immer dabei

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Hier passiert die Magie: In Sigrid Vogt-Ladners Atelier sind die meisten ihrer Kunstwerke entstanden.Foto: Cools Foto: Schwarzwälder Bote

Kunstschaffende, Lehrerin, Inspiration – am Wochenende hat Sigrid Vogt-Ladner ihren 85. Geburtstag gefeiert. Im Gespräch blickt sie auf ihr bewegtes Leben zurück.

Oberndorf. "Die Kunst ist mein Leben" – wenn Sigrid Vogt-Ladner das sagt, klingt es weder übertrieben noch abgehoben. Die Kunst ist seit langer Zeit fester Bestandteil ihres Alltags, ob es nun das Malen, das Lehren oder das Beschäftigen mit anderen Künstlern ist. Und letztlich hat sie ihr auch geholfen, Schicksalsschläge, wie den Tod von Mutter und Tochter, zu verarbeiten.

Geboren wurde Vogt-Ladner in Calw. Schon früh lernte sie, sich an vielen Orten auf der Welt zu Hause zu fühlen. Bis zu ihrem neunten Lebensjahr war ihre Familie sieben Mal umgezogen. Schließlich kam sie nach Oberndorf, wo sie in der Apotheke arbeitete, ehe sie 1984 beschloss, einen zweiten Bildungsweg einzuschlagen und ihrer Passion, der Kunst, zu folgen.

Afrika nimmt viel Raum ein

In der Schweizer Malschule in Stettlen bei Bern wurde Dozentin Else Heusser von Arkel zur Schlüsselfigur für Vogt-Ladner. Es folgten diverse Studien an der Europäischen Akademie für Bildende Kunst Trier, an der Akademie für Bildende Kunst Vulkaneifel und beim bekannten Vertreter der Wiener Schule, Kurt Regschek. Zudem besuchte Vogt-Ladner Symposien und stellte unter anderem bereits in Tschechien und Italien aus.

Mittlerweile hat sie mehr als 100 Ausstellungen hinter sich. Der Kunst müde ist sie aber keineswegs. Im Gegenteil: Seit 30 Jahren gibt sie zudem Unterricht an der Volkshochschule Oberndorf zum Thema Aquarell und Malen, Zeichnen und Experimentieren. Außerdem organisiert sie immer wieder Malreisen und hat auch schon einen Workshop in Namibia gegeben.

Überhaupt nimmt das Thema Afrika viel Raum in ihrer Kunst ein. Vogt-Ladner hat den Kontinent bereits rund zehn Mal besucht. Übernachtet wurde im Zelt irgendwo in der Savanne, manchmal auch nur mit Schlafsack. "Das unglaublichste Erlebnis war, als ich nachts etwas in meinen Haaren gespürt und den Blick vorsichtig nach oben gerichtet habe. Da stand einfach ein riesiger Elefant hinter mir, und wir haben uns angesehen, ehe er geflohen ist", erinnert sie sich und lacht.

Sigrid Vogt-Ladner war auch an den Kulissen für zwei Opern beteiligt, hat diverse Aktionen der Stadt mitgestaltet, zuletzt bei der Gestaltung der Hausfassaden für den OberndorfSLAM geholfen. "Dabei konnte ich stets auf die Unterstützung meines Mannes bauen. Bei meinen Ausstellungen hat er auch teilweise die Vernissage-Rede gehalten", sagt sie.

Auch in der Jugendkunstschule war sie häufig anzutreffen, hat mit Kindern etwa die Pyramide am Rondell in Oberndorf als erstes Projekt errichtet. Seit mittlerweile zehn Jahren gibt es zudem die Künstlergruppe Rotunde.

In der Corona-Zeit hat sich Sigrid Vogt-Ladner etwas Besonderes einfallen lassen. Sie stellt der 14-köpfigen Gruppe eine Aufgabe, die diese dann zu Hause umsetzt. Das Ergebnis wird per Whatsapp mit den anderen Gruppenmitgliedern geteilt. Dann tauscht man sich online darüber aus. "Ich bin wirklich stolz auf meine Gruppe", sagt Vogt-Lander und zeigt die Ergebnisse zum Thema "Köpfe und Figur". "So können wir trotz des Abstands in Kontakt bleiben", sagt die 85-Jährige.

Normalerweise findet der Unterricht immer im Blick statt. Dann widmen sich die Gruppenmitglieder zwei Tage einfach nur der Kunst. Aber auch Exkursionen in Galerien gehören zum Programm.

Bilder zum Kosmos

Privat ist Vogt-Ladners großes Thema zurzeit Kosmos. Ihre Inspiration findet die Künstlerin in der Natur, bei Spaziergängen im Wald etwa oder beim Blick gen Himmel. Ganz wichtig sind ihre Skizzenblöcke. Dort sammelt sie Ideen, die sie dann in ihre Art der Malerei umsetzt. Vogt-Ladner malt vor allem in Acryl-Mischtechnik. Sie stellt aber auch Skulpturen aus Holz her.

Die passionierte Seglerin ist Mitglied im Internationalen Bodenseeclub. "Besonders Symposien geben einem Künstler viel", sagt sie. Ihre Lieblingskünstler wechseln stetig, wie Vogt-Ladner verrät. Als Jugendliche habe sie überall ein Bild von van Gogh bei sich gehabt, inzwischen liebe sie Paul Klee besonders.

Ihre allerletzte Ausstellung soll gemeinsam mit weiteren Künstlern im Landratsamt Calw stattfinden. Wegen der Corona-Krise steht der Termin noch nicht fest. Was allerdings feststeht, ist, dass die Kunst damit garantiert nicht aus ihrem Leben verschwinden wird.

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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