Südwestdeutsches Kammerorchester Pforzheim und Daniel Röhm begeistern unter der Leitung von Georg Mais
Von Hans-Dieter Wagner
Oberndorf. Seit Jahren gehört das Südwestdeutsche Kammerorchester Pforzheim zur Elite der Kammerorchester und überzeugt mit höchst anerkannten Konzerten in aller Welt. So auch jetzt in Oberndorf
In der Reihe der Meisterkonzerte kamen die Musikliebhaber aus dem Raum Oberndorf in den Genuss, dieses Orchester hören zu können. Aber nicht nur die Musiker des Pforzheimer Ensembles mit ihrem Gastdirigenten Georg Mais, der ja in Oberndorf kein Unbekannter ist, gaben ihre Visitenkarte in der Klosterkirche ab. Der aus Böblingen stammende Pianist Daniel Röhm, dem in der Fachpresse eine "imponierende pianistische Brillanz mit zuweilen schwindelerregender Virtuosität" bescheinigt wird, bewies eindrucksvoll, dass er nicht umsonst zu den herausragenden jüngeren Pianisten zählt. Bei Mozarts Klavierkonzert C Dur KV 415 zeigte der 37-Jährige seine hohe musikalische Intelligenz, gepaart mit einer wunderbaren Begabung, die Avancen an die Schönheit der Musik dem Publikum weiterzugeben.
Böblinger Pianist spielt mit schwindelerregenderVirtuosität Mozart
Die Partitur von "Malédiction" für Klavier und Orchester wurde in Liszts Nachlass entdeckt. Der posthum kreierte Titel, der übersetzt "Fluch" oder "Verwünschung" bedeutet, stammt von einer Notiz Liszts, die er in seiner Partitur verewigte. In dieser Komposition kombiniert Liszt mehrere Basismotive in einem Wandel der Stimmungen, zu dessen Beginn eine kraftvolle Darbietung des Klaviers steht. Es schafft eine Atmosphäre, die sich im Finale steigert und ein abruptes Ende erfährt. Daniel Röhm gelang es, mit diesem Stück die Charakterzüge Liszts zu offenbaren, und die Zuhörer in der ehemaligen Klosterkirche dankten es ihm mit überschwänglichem Beifall.
Die Pforzheimer Kammermusiker hatten bereits mit der Ouvertüre c-Moll D 8 von Franz Schubert, mit der sie das Konzert eröffnet hatten, ihre Klasse bewiesen. Georg Mais gelang es, die Musiker und den Solisten Daniel Röhm zu einer Einheit zu verschweißen. Das Publikum spürte, dass hier absolute Vollblutmusiker am Werk waren.
Mit dem Streichquartett f-Moll von Ludwig van Beethoven in der Orchesterfassung von Georg Mais verabschiedete sich nach einem beeindruckenden Konzert ein Orchester vom Oberndorfer Publikum, das nicht von ungefähr als eines der wichtigsten Vertreter baden-württembergischer Musik-Kultur gilt.