Foto: Wagner

Einnahmen brechen weg. Wann der Neustart möglich ist, steht noch in den Sternen.

Oberndorf - Bis zum 16. März dieses Jahres gehörten Fahrschulautos zum gewohnten Straßenbild in den Städten. Aber überall sind sie seither von den Straßen und Plätzen verschwunden und fristen ihr Dasein auf den Parkplätzen und Garagen der Fahrschulen.

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Die Fahrschulen mussten den Betrieb am 17. März einstellen. Seitdem dürfen sie weder theoretischen, noch praktischen Unterricht erteilen. Auch begonnene Kurse mussten abgebrochen werden, sodass für zahlreiche Fahrschüler die Erteilung der Fahrerlaubnis vorläufig auf Eis gelegt ist – auch in Oberndorf.

Von der behördlichen Anordnung, die Fahrschule von heute auf morgen schließen zu müssen, waren sowohl Jakob Braun von der Academy-Fahrschule, als auch Henriette Heidersberger vom Fahrschulteam und Marcus Schwanzer mit seiner Indrive-Fahrschule überrascht worden.

Vorerst keine Wiedereröffnung

Sie können die Entscheidung jedoch mittragen, habe doch die Gesundheit der Mitarbeiter und der Kunden oberste Priorität, erklären alle drei unisono. Allerdings gehen sie davon aus, dass sie nicht ab 3. Mai wieder unterrichten können. Der Termin werde sich mit Sicherheit nach hinten verschieben.

Jakob Braun musste seine sieben Mitarbeiter nach Hause schicken. Sie erhalten nun Kurzarbeitergeld. Auch sein Verdienst sei von heute auf morgen weggebrochen. Die Einnahmen lägen bei Null, die laufenden Kosten fielen aber weiterhin an. Eine gewisse Zeit könne man finanziell zwar überbrücken, aber er hoffe, dass die Fahrschule spätestens Anfang Juli wieder in Betrieb gehen könne, sagt Braun. Fachleute schätzten die Zahl der Fahrschulen, die die Krise nicht überstehen würden, bereits jetzt auf 20 bis 40 Prozent, sagt Braun.

Kontakt zu Fahrschülern fehlt

Seine Fahrzeuge sind nach wie vor angemeldet, er steht mit seinem Team in den Startlöchern und will bereit sein, wenn es wieder losgehen kann. Zwischenzeitlich wird es dem ambitionierten Fahrlehrer keinesfalls langweilig. Er hält die Stellung im Büro, bereitet alles auf den Neustart vor und erledigt viele Dinge, die einfach liegen geblieben sind.

Auch Henriette Heidersberger, die zusammen mit ihrem Sohn Michael Eike das Fahrschul-Team bildet, hat die Schließungsvorschrift hart getroffen. Finanziell kann sie eine gewisse Zeit überbrücken, sagt sie. Allerdings sei sie Fahrlehrerin aus Leidenschaft und vermisse den Kontakt zu ihren Schülern. Die Pause tue aber auch gut. Man könne sich erholen, um mit viel Energie wieder durchstarten zu können, wenn der Unterricht wieder anfange.

Von Politik im Stich gelassen?

Marcus Schwanzer von der Indrive Fahrschule hofft ebenfalls, dass es bald wieder losgeht. Es werde dann wohl einen Stau geben, da viele Fahrschüler darauf warten würden, den Führerschein zu machen, betont er. Den Fahrlehrern seien da aber die Hände gebunden, gebe es doch auch Arbeitszeit-Vorschriften, die eingehalten werden müssten. Maximal acht Stunden und 15 Minuten dürfe die tägliche Arbeitszeit bei der praktischen Ausbildung im Fahrzeug betragen.

Von der Politik sehen sich alle drei Fahrschulinhaber etwas im Stich gelassen. Man hänge irgendwie in der Luft, es gebe keine konkreten Aussagen, und auch der Informationsfluss könnte besser sein, bemängelt Braun. Zudem gelten in jedem Bundesland andere Beschränkungen, was nicht nur Unsicherheit schaffe, sondern auch zu Ungerechtigkeiten führe.

Der Fahrlehrerverband Baden-Württemberg vertritt die Meinung, dass unter Einhaltung bestimmter Hygiene-Vorschriften theoretischer und praktischer Fahrschulunterricht erlaubt sein sollte.

Die aktuellen Fahrschüler und diejenigen, die demnächst mit einer Ausbildung beginnen wollen oder bei denen eine Nachschulung erforderlich ist, haben selbstverständlich viele Fragen. Viele davon werden etwa auf der Homepage von Jakob Braun, www.academy-fahrschule-braun.de, ausführlich beantwortet.

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