Warum sehe ich diesen Hinweis?

Sie sehen diesen Hinweis, weil Sie einen Adblocker eingeschaltet haben oder im privaten Modus surfen. Deaktivieren Sie diesen bitte für schwarzwaelder-bote.de, um unsere Artikel ohne diesen Hinweis lesen zu können.

Mehr zum Thema Adblocker / Privater Modus und wie Sie diesen deaktivieren, finden Sie, indem Sie auf deaktivieren klicken.

Deaktivieren

Oberndorf a. N. Alteingesessenes Geschäft in der Oberstadt schließt

Von
Ursula Rinker steht seit 50 Jahren im Berufsleben. Nun verabschiedet sie sich in den Ruhestand. Katze Lucy gehört zum Inventar des Schreibwarengeschäfts. Foto: Danner Foto: Schwarzwälder Bote

Oberndorf. Mit "Schreibwaren Rinker" schließt Ende Februar eines der ältesten Einzelhandelsgeschäfte Oberndorfs. 1906 wurde es von Ursula Rinkers Großvater, dem Buchbindermeister Andreas Rinker, in der damaligen Schulstraße in Oberndorf gegründet – im früheren Unterkoflerschen Haus hinter dem alten Schulgebäude. Später verlegte er es in die Hauptstraße 14 neben dem Rathaus. Und weitere zwei Jahrzehnte weiter zog mit seinem Laden in die untere Hauptstraße, wo er auch noch heute beherbergt ist.

Sein Sohn Walter trat in seine Fußstapfen. Zum Geschäft in der Oberstadt kam noch eines im Tal hinzu. Der Buchbinder hat einst etliche Bände des Schwarzwälder Boten gebunden. Vier Töchter hatte er gemeinsam mit seiner Frau Stefanie. Mitte der 1980er-Jahre übergab er seine Läden an eine von ihnen – Ursula Rinker. Seither schmeißt die gelernte Einzelhandelskauffrau den Laden. Früher hatte sie mehrere Mitarbeiterinnen. Doch mit dem Aufkommen von Supermärkten und schließlich mit dem Internet gingen die Umsatzzahlen im Schreib- und Buchwarenhandel stetig zurück, berichtet die heute 66-Jährige. Sie hat mittlerweile das Rentenalter erreicht und sich deshalb zum Verkauf ihres Gebäudes entschlossen. Was genau die neuen Besitzer mit der Ladenfläche machen werden, weiß sie nicht. Ein Einzelhandelsgeschäft werde es aber an dieser Stelle wohl nicht mehr geben.

Ein Laden weniger

Sie selbst zieht nach Ungarn. Dort konnte sie sich ein kleines Haus in der Nähe vom Plattensee leisten. Denn mit ihrer sehr überschaubaren Rente, so betont sie, könne sie in Deutschland kaum leben. "Und dabei habe ich 50 Jahre lang geschafft."

Aus der Oberstadt verschwindet nun wieder ein Laden. Neben Schreibwaren, einer Buchauswahl, Tabakwaren und Zeitschriften gab es bei Ursula Rinker auch die Möglichkeit, Toto-Lotto zu spielen. Ihr Geschäft war eine Anlaufstätte für die Oberstädter. So manches Schwätzchen wurde dort gehalten.

Doch Ursula Rinker geht nicht mit Wehmut. Sie freut sich auf die Zeit, die nun vor ihr liegt. Viel Urlaub konnte sie in den vergangenen Jahrzehnten nicht machen. Als selbstständige Geschäftsfrau ist man nicht lange abkömmlich. Zumal, wenn man keine Angestellten mehr hat.

Ihre 17-jährige Katze Lucy gehört zum Inventar. Viele Kunden kraulen den verschmusten Vierbeiner, wenn sie ihre Zeitung kaufen. Lucy zieht mit ihrem Frauchen nach Ungarn.

In den kommenden Wochen verabschiedet sich Ursula Rinker mit einem Räumungsverkauf. Am 28. Februar ist ihr Laden zum letzten Mal geöffnet.

Ihre Redaktion vor Ort Oberndorf

Marcella Danner

Fax: 07423 78-373

Flirts & Singles

 
 
0

Kommentare

Artikel kommentieren

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.