Starke Verkehrsbehinderungen gefürchtet. Tourismusbeirat fordert vernünftige Umleitungsregelung.
Oberes Enztal - Bernhard Mosbacher, Chef der Touristik Bad Wildbad, und Mitglieder des ihr angeschlossenen Tourismusbeirates sehen schwierige Zeiten auf das Obere Enztal zukommen. Und zwar mit den Umbauarbeiten der "Buchenkurve" zwischen Höfen und Calmbach und mit den damit verbundenen, wohl längere Zeit andauernden starken Verkehrsbehinderungen.
Ihrem Ärger darüber, dass noch keinerlei Informationen über die zeitliche Abfolge der Bauarbeiten und über die Art der Bewältigung des damit verbundenen Verkehrsproblems vorliegen, machten Mitglieder des Tourismusbeirates bei einem Treffen im Forum König-Karls-Bad Luft. Eigentlich wollte die Touristik Bad Wildbad in den kommenden Wochen mit der guten Nachricht der Aufhebung der Großbaustelle im Rahmen der Sanierung der Ortsdurchfahrt Calmbach bei ihren Gästen aufwarten, als plötzlich die Hiobsbotschaft vom Umbau der Buchenkurve eintraf. Bei allem Verständnis für die Notwendigkeit und die Sinnhaftigkeit dieser Baumaßnahme befürchten die Touristiker und die am Tourismus partizipierenden Leistungsträger wie etwa der Einzelhandel, die Gastronomie und die Hotellerie einen zeitlich längeren und gravierenden Einbruch bei den Gäste- und Besucherzahlen, den insbesondere Bad Wildbader Geschäftsinhaber als nicht mehr hinnehmbar einstufen.
Negative Auswirkungen
Insbesondere im Falle einer Vollsperrung oder einer großräumigen Verkehrsumleitung beispielsweise über Schömberg oder einer lange Staus verursachenden Ampelregelung. Von negativen Auswirkungen auf die Besucherzahlen des Staatsbads Wildbad berichtete dessen Geschäftsführer Frank Rieg. Schon bei den bisherigen Ampelregelungen im Zusammenhang mit der Sanierung der Calmbacher Ortsdurchfahrt sei zu beobachten gewesen, dass insbesondere die Zahlen der Besucher in der Vital Therme und im Palais Thermal wegen der langen Staus im Berufsverkehr am Spätnachmittag stark zurückgegangen seien. Rieg zufolge kommen etwa 80 Prozent der Besucher aus den Räumen Karlsruhe, Stuttgart und Pforzheim über die Bundesstraße 294 aus Richtung Neuenbürg. "Tausend Besucher weniger bedeuten für uns einen Wenigerumsatz von 20 000 Euro", rechnete Rieg vor, der wegen des Besucherrückganges in den Bädern sogar Entlassungen nicht ausschloss.
Den Frühling und den Sommer sah Günter Haag, auch Sprecher des Einzelhandels im Kurverein Wildbad, als umsatzstärkste Zeit des Jahres. Bei einer nicht zufrieden stellenden Lösung des Verkehrsproblems während der Umbauzeit der Buchenkurve befürchtete er weitere Rückgänge bei den Besucherzahlen der Kurstadt und kostenintensive Maßnahmen, um verlorene Kundenströme zurück zu gewinnen. "Wir müssen wissen, was auf uns zukommt", machte Haag deutlich.
"Diese Dinge tun dem Handel richtig weh. Wir fordern mehr Achtung und Respekt, was bisher nicht der Fall war", bemängelte der Sprecher des Handels. "Der Urlaub fängt schon mit schlechten Erlebnissen an", glaubte Detlev Weingärtner im Blick auf seine in einem langen Stau stehenden Hotelgäste feststellen zu können. Es bedürfe dann großer Anstrengungen, um wieder "gute Laune zu machen". Tenor der Wortmeldungen waren Forderungen nach einer frühzeitigen Information über die anstehenden Bauarbeiten und eine bestmögliche Lösung des Verkehrsproblems ohne Ampelregelung, wobei auch wieder die im Raum stehende Umleitung des Autoverkehrs über die Siedlung "Neue Äcker" in Höfen beziehungsweise durch das Höfener Gewerbegebiet "Gräfenau" und durch die Bereiche "Beermiß" sowie "Altwiesen" mit dem Bau einer Brücke über die Enz angesprochen wurden. Und zwar nicht nur für den jetzt anstehenden Umbau der Buchenkurve, sondern auch für künftig notwendig werdende Verkehrsumleitungen.
"Auch wenn uns bewusst ist, dass diese Kurve entschärft werden muss, fordern wir im Hinblick auf die Erreichbarkeit des Enztales eine vernünftige Umleitungsregelung ohne Ampel. Dabei gibt es offenbar viele Möglichkeiten. Eine 20 Kilometer lange Umleitung wie nun in den Pfingstferien über Schömberg und Oberreichenbach ist nicht vernünftig", ist die ausdrückliche Forderung in der zu diesem Problem erarbeiteten Stellungnahme des Tourismusbeirates Enztal.
Nicht vergessen ist darin ein Hinweis auf die gute Stadtbahnverbindung mit ihren vier Haltestellen in der Kurstadt, davon zwei in der Wildbader Innenstadt und im Kurpark und damit in unmittelbarer Nähe der Vital Therme und des Palais Thermal.