Die idyllische Ecke wird zugemüllt. (Symbolfoto) Foto: dpa

Sind jetzt die Grundstückseigentümer in der "Oberen Mainau" in Fischingen die Gelackmeierten und müssen den Schrott und den Unrat auf ihren Grundstücken auf eigene Kosten entsorgen? Droht gar eine Anzeige des Umweltamtes?

Sulz-Fischingen - Eigentlich ist die "Obere Mainau" eine idyllische Ecke. Der Neckar schlängelt sich mit einem hörbaren Rauschen durch das Tal, bis er dann mit einen Knick an der Kläranlage die Kreisgrenze überschreitet und im Kreis Freudenstadt seinen Lauf fortsetzt. Soweit die Idyllische Seite. Dem gegenüber steht eine Landschaftsvermüllung im großen Stil.

Mit dem Thema hat sich auch schon der Fischinger Ortschaftsrat auseinander gesetzt und sich bereits ein Bild der Vermüllung bei einer Vorortbesichtigung gemacht.

Die Ratsmitglieder waren nicht nur über die Menge, sondern über die Verschiedenheit der Ablagerungen überrascht und erstaunt. Ein Bundeswehranhänger prall gefüllt mit lauter Unrat, ein Berg Schuhe vor allem Bundeswehrstiefel, unzählige blaue Kunststofftonnen, ein Bauwagen, ein großer Haufen Dachziegel, Paletten und sogar Eisenbahnschwellen, um nur einige zu nennen.

Fall ist eigentlich nichts Neues

Auch das Umweltamt des Kreises Rottweil war bereits vor Ort und hat sich ein Bild von dem Ausmaß der illegalen Ablagerungen gemacht, wie der Fischinger Ortsvorsteher Jürgen Huber in der Sitzung informierte.

Neben den vielen Privaten ist auch die Stadt Sulz Grundstücksbesitzer. Die beiden Besitzer des Bahnwärterhäuschens und ein weiterer Grundstückbesitzer wollen rechtliche Schritte einleiten.

Eigentlich ist die Umweltverschmutzung in der "Oberen Mainau" nichts Neues. Das Eingreifen der Orts- und Stadtverwaltung führten nicht zum Ziel, wurden aber auch, nach Meinung einiger Grundstückseigner nicht mit der letzten Konsequenz betrieben.

Fischingerin zeigte guten Willen

In den Fokus der Öffentlichkeit gerückt ist die Verschmutzung jetzt wieder mit dem Abbruch und dem Neubau der Eisenbahnbrücke zwischen Fischingen und Neckarhausen. Auf den Grundstücken soll nämlich eine Baustraße bis zum Abbruchort gebaut werden.

Der Verursacher Klaus S. bewohnte damals das Bahnwärterhäuschen mit seiner Lebensgefährtin und den gemeinsamen Kindern. Lange Zeit war die "Obere Mainau" ein von einem Hund bewachter "Sperrbezirk" für die Grundstückseigner, keiner wagte sich zu seinem Grundstück. Währenddessen türmten sich immer mehr Teile überwiegend aus Bundeswehrbeständen, auf dem Grundstück auf. Doch schon bald reichte dieser Platz nicht mehr aus. Schließlich mussten auch die privaten Grundstücke in der Umgebung herhalten.

Irgendwann kam Klaus S. mit dem Gesetz in Konflikt und wurde nicht mehr in Fischingen gesehen. Seine damalige Mitbewohnerin wohnte noch eine ganze Weile im dem Häuschen, bis sie dann in den Ort zog und den ganzen Unrat zurückließ.

Inwieweit die Fischingerin zur Rechenschaft gezogen werden kann, ist noch nicht klar. Sie zeigte aber auch den guten Willen und hat auch schon Hand angelegt und was sie alleine entsorgen konnte weggeräumt.

Wer muss den Rest wegräumen?

Wer muss jetzt den Rest wegräumen? Werden da die Grundstückbesitzer in Regress genommen? Werden sie gar noch angezeigt? Was passiert, wenn diese sich weigern und den Rechtsweg beschreiten wollen? Die ganz große Frage ist aber, wie es überhaupt soweit kommen konnte? Viele dieser Fragen werden sich mit der Stellungnahme des Umweltschutzamtes beantworten lassen.

Brigitte Stein vom Landratsamt hat auf Anfrage des Schwarzwälder Boten, eine knappe Pressemitteilung zukommen lassen. Dort heißt es: "Zur oben genannten Vermüllung kann ich Ihnen aktuell lediglich rückmelden, dass das Umweltschutzamt auf die unzulässigen Abfalllagerungen hingewiesen worden ist. Das Amt prüft derzeit, wer als Verantwortlicher zur Beseitigung verpflichtet werden kann." Bleibt für die betroffenen Grundstücksbesitzer die Hoffnung aus der Sache einigermaßen heil raus zukommen und in den nächsten Wochen kein Schreiben des Umweltschutzamtes im Briefkasten zu haben.

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