Stadtrat Axel Reich will der nächste Oberbürgermeister von Freudenstadt werden. Seine Kandidatur hat er nun bekanntgegeben.
Erst vor zwei Wochen hat Oberbürgermeister Julian Osswald angekündigt, dass er bei der nächsten Wahl nicht mehr antreten will. Bis zur Wahl dauert es zwar fast noch ein Jahr, einen ersten Bewerber gibt es aber schon.
Denn Stadtrat Axel Reich hat nun gegenüber unserer Redaktion bestätig, dass er sich zur Wahl stellen will. Ein spontaner Entschluss ist das nicht: „Ich habe schon letztes Jahr die Entscheidung gefasst, wo sich herauskristallisiert hat, dass er aufhören möchte“, verrät Reich mit Blick auf Osswalds Abschied.
Reich betreibt direkt am Marktplatz ein Fotogeschäft. Deshalb verwundert es nicht, dass der Einzelhandel für ihn ein zentrales Thema ist. Ein wichtiges Ziel seiner Kandidatur sei es, „die Innenstadt am Leben zu halten.“
Kritik an Großprojekten
Einige Großprojekte der vergangenen Jahre sieht er dabei durchaus kritisch. So habe zum Beispiel das Schwarzwald-Center dem Einzelhandel spürbar geschadet. „Die Innenstadt hat dadurch an Frequenz verloren.“ Auch die Ansiedlung eines Discounters und eines Bio-Supermarkts am Hauptbahnhof sieht Reich kritisch. Die zu erwartende Konkurrenz habe mit dazu beigetragen, dass ein Bio-Geschäft in der Innenstadt kürzlich geschlossen habe.
Doch Reich übt auch grundsätzliche Kritik an der Stadtverwaltung. Diese könne den Gemeinderat bei Entscheidungen noch mehr einbeziehen. „Außer Gelder zu bewilligen, haben wir wenig Handlungsspielraum“, sagt Reich über seine Arbeit in dem Gremium. „Manchmal könnte auch der Informationsfluss besser sein“, meint Reich. Zum Beispiel könnten Pläne den Räten früher zur Verfügung gestellt werden.
Noch hat Reich keine Allianzen geschmiedet. Es ist also noch unklar, ob die CDU-Fraktion, der er im Gemeinderat angehört, ihn offiziell unterstützen wird. „Ich habe der Fraktion schon gesagt, dass ich kandidieren werde.“ Konkreter habe er aber mit Partei und Fraktion nicht gesprochen. Er sei aber auch – obwohl er in der Fraktion sitzt – kein Mitglied in der CDU.
Noch alles offen
Welche Chancen er sich ausrechnet? „So früh kann man das nicht sagen“, meint Reich. Schließlich hänge viel davon ab, welche Kandidaten sich noch zur Wahl stellen werden. Doch Reich ist optimistisch: „Ich bin gut verwurzelt in der Stadt.“ Und die Leute, denen er schon von seiner Kandidatur erzählt habe, hätten mit viel Zuspruch reagiert.