Florian Braune will Oberbürgermeister von Freiburg werden. Foto: Johann Haas

Der parteilose Freiburger Zivilrechtler Florian Braune will Oberbürgermeister von Freiburg werden.

Die offizielle Bewerbungsfrist für das Amt des Oberbürgermeisters in Freiburg hat noch nicht begonnen, doch es haben sich bereits acht Kandidaten in Stellung gebracht. Auch der Jurist und ehemalige Stadtrat der Liste „Junges Freiburg“ Florian Braune (48) aus dem Freiburger Stadtteil St. Georgen hat seine Kandidatur angekündigt. Er ist gut vernetzt in der Stadt, war aber jahrelang nicht aktiv in der Kommunalpolitik. Das soll sich nun ändern.

 

Herr Braune, Sie waren mal Stadtrat in Freiburg, aber das ist fast zwei Jahrzehnte her. Warum wollen sie nun Oberbürgermeister werden?

Ich bin, seit ich denken kann, in Freiburg engagiert, habe viele Vereine gegründet und bin vom Vorstand des Eisenbahner-Sportvereins bis hin zur Jugendberatung in verschiedenen Bereichen aktiv. Die Idee, als OB zu kandidieren, hatte ich schon lange. Aber ich habe 16 Jahre Politikpause gemacht. Vor allem wegen der Kinder. Die sind nun groß genug. Und in acht Jahren, mit Mitte 50, hätte ich wahrscheinlich keine Lust mehr, neu anzutreten.

Was bedeutet Ihnen Ihre Heimatstadt?

Freiburg ist eine Herzensangelegenheit für mich. Hier prallen viele Interessen aufeinander, mit denen man als Verwaltungschef umgehen können muss. Einerseits ist die Stadt als Hochschulstandort sehr jung, viele Menschen kommen und gehen. Andererseits gibt es diejenigen, die hier geboren und verwurzelt sind.

Wo würden Sie sich denn politisch verorten?

Ich sehe mich politisch radikal in der Mitte. In der Stadtpolitik geht es primär um gute Argumente, weniger um Parteipositionen.

Und welche politischen Themen stehen für Sie ganz oben auf der Agenda?

Das Thema Wohnen ist in Freiburg das wichtigste. Ich finde außerdem, dass das Thema Sicherheit in den vergangenen Jahren eher stiefmütterlich behandelt wurde. Dann kommen die Verkehrs- und Wirtschaftspolitik. Ich glaube, dass man die wirtschaftliche Dynamik in Freiburg durchaus erhöhen könnte.

Eine starke Wechselstimmung wie vor acht Jahren bei der Abwahl von Dieter Salomon ist derzeit schwer auszumachen. Wo sehen sie Angriffsflächen bei Martin Horn?

Das mit der Wechselstimmung war 2018 zunächst auch nicht anders. Ich spüre aber, dass viele Menschen in Freiburg enttäuscht von Martin Horn sind. Als OB muss man Entscheidungen treffen. Man tritt damit automatisch manchen Menschen auf die Füße. Ich würde Horn da eher als konfliktscheu bezeichnen. Er hat acht Jahre lang die Themen abgearbeitet, die seine Vorgänger gesetzt haben. Konfliktthemen wie die Flächennutzung hat er einfach hinten angestellt.

Die CDU hat sich gerade für Achim Wiehles Kandidatur positioniert. Fürchten Sie nicht, dass sich die Kandidaten in der Mitte bei dieser Wahl gegenseitig kannibalisieren könnten?

Das kann schon sein, dass es da einen gewissen Effekt geben wird. Das mit der CDU wäre mir auch anders lieber gewesen, keine Frage. Ich habe auch mit ihnen gesprochen. Aber meine eher links orientierte Vergangenheit als Stadtrat hat da wohl nicht ganz gepasst. Mein Ziel ist dennoch klar, neben Martin Horn in den zweiten Wahlgang zu kommen. Da darf er dann gern gegen mich verlieren.

Zur Person

Florian Braune
(48, parteilos) ist Fachanwalt für Handels- und Gesellschaftsrecht in Freiburg. Von 2002 biss 2009 saß er für die Grünen-nahe Liste „Junges Freiburg“ im Stadtrat. Später trat er bei den Freien Wählern ein, für die er nun aber nicht offiziell für das OB-Amt kandidiert. Im Wahlkampf setzt er unter anderem auf einen kostenlosen ÖPNV in Freiburg und eine Freiburg-App als Umfrageinstrument für mehr Bürgerbeteiligung. Der zweifache Vater lebt mit seiner Familie im Freiburger Stadtteil St. Georgen.