Die Obdachlosenunterkunft in Maulburg soll durch einen Neubau unweit des bisherigen Standorts ersetzt werden. Damit würde die Gemeinde Kosten sparen. (Symbolfoto) Foto: Pixabay/wal_172619

Maulburgs alte Obdachlosenunterkunft an der Hauinger Straße wird durch einen Neubau auf dem gleichen Grundstück ersetzt. Dies hat der Gemeinderat einstimmig beschlossen.

Das Haus, in dem aktuell fünf wohnungslose Menschen leben, wurde im Jahr 1991 als Behelfsbau für Flüchtlinge errichtet. Das Gebäude ist inzwischen in schlechtem Zustand, außerdem ist die befristete Baugenehmigung ausgelaufen. Daher haben der Gemeinderat in seiner jüngsten Klausurtagung und der Verwaltungsausschuss über einen Neubau diskutiert.

 

Räte begrüßen das Vorhaben

Die Gemeindeverwaltung wollte am liebsten am gleichen Standort eine neue Unterkunft bauen. Dann würden allerdings rund 30 000 Euro Kosten zusätzlich anfallen, um die Bewohner für die Bauzeit von rund neun Monaten in Containern unterzubringen. Daher schlug der Verwaltungsausschuss in seiner jüngsten Sitzung vor, den Neubau auf dem gleichen Grundstück, aber an der Ecke Hauinger/Höllsteiner Straße zu errichten. Die Gemeinderäte begrüßten diese Lösung am Montag. Ein Neubau an der Ecke Hauinger-/Höllsteiner Straße habe den „Charme“, dass keine zusätzlichen Unterbringungskosten anfallen würden, sagte Christian Leszkowski (SPD). Die Zustände im alten Gebäude seien unwürdig, bekräftigte Heidrun Seidensticker (Freie Wähler). Sie und Georg Racke (SPD) schlugen vor, die Bewohner in die Gestaltung des Neubaus und der Außenanlagen einzubeziehen und zum Beispiel Hecken zu pflanzen.

Wie es mit dem Projekt weitergeht

„Natürlich werden die Bewohner mitgenommen“, versicherte Bürgermeisterin Jessica Lang. Der Neubau werde nach dem Prinzip „Housing first“ errichtet, wofür es auch Zuschüsse gebe, berichtete sie. Sie beschrieb die Idee hinter „Housing first“: Obdachlose Menschen würden in einfachen Wohnungen ohne viel Komfort, aber ausgestattet mit allem Nötigen untergebracht, um ihnen den Wiedereinstieg in ein geregeltes Leben zu erleichtern.

Auf die Frage von Stephanie Scarr (Wir für Maulburg) nach den nächsten Schritten antwortete Bürgermeisterin Lang: Die Verwaltung werde die Entwurfsplanung „zeitnah“ in Angriff nehmen. Im ersten Halbjahr 2026 stünden jedoch andere große Projekte an. Im Haushalt der Gemeinde sind bislang 450 000 Euro für die neue Obdachlosenunterkunft vorgesehen, 400 000 Euro im laufenden Jahr 2026.

Fragen aus dem Gemeinderat

Kurt Greiner (Freie Wähler) fragte in der Sitzung des Gemeinderats, ob der Neubau nicht dem Flächennutzungsplan widersprechen würde, weil er außerhalb von Maulburgs Siedlungsbereich gebaut werden solle. Die aktuelle Gesetzgebung zur Förderung von Wohnungsbau, der sogenannte „Bauturbo“, lasse das zu, sagte die Bürgermeisterin.

Tatsächlich erlaubt der Bauturbo unter anderem, Wohnbauten unter bestimmten Voraussetzungen bis zu 100 Meter außerhalb von Siedlungen zu errichten.