Jürgen Roth will im Oktober erneut als Oberbürgermeister kandidieren. Die Ratsfraktionen äußern sich differenziert dazu. Heute: die CDU.
Im Oktober dieses Jahres steht in Villingen-Schwenningen wieder eine OB-Wahl an. Jürgen Roth tritt erneut an. Über einen möglichen Gegenkandidaten oder eine Gegenkandidatin ist bislang offiziell noch nichts bekannt.
Und wie fällt unterdessen die Einschätzung der bisherigen Amtszeit von Jürgen Roth aus? Gibt es hierzu jeweils ein einheitliches Stimmungsbild in den Fraktionen des VS-Gemeinderats?
Ist eine Unterstützung der erneuten Kandidatur aus heutiger Sicht vorstellbar – oder wird diese an bestimmte Voraussetzungen geknüpft?
Diese Fragen haben die Gemeinderatsfraktionen jetzt jeweils beantwortet. Zunächst veröffentlichen wir hier die Stellungnahme der CDU.
CDU sichert einhellig Unterstützung zu
Für die Christdemokraten antwortet Fraktionsvorsitzender Dirk Sautter so: „Aus unserer Sicht hat der Oberbürgermeister einen guten Job gemacht, und das nahezu von Beginn an in schwierigen Zeiten. Zu Beginn konnte er zunächst nicht politisch handeln und war nur Amtsverweser. Ein gutes Jahr später erreichte uns in VS die Corona-Pandemie. Ein normales Handeln war nicht mehr möglich, es mussten Krisen bewältigt werden. Das belastende Thema Pandemie wurde dann rasch durch die Energiekrise, bedingt durch den russischen Angriff auf die Ukraine, abgelöst.“
Und heute? „Die finanzielle Situation der Kommunen und Gemeinden in Deutschland ist mehr als nur angespannt. In diesem Becken von Problemen und Herausforderungen kann man das Fazit ziehen: Unser Oberbürgermeister kann Krisen. Er hat bewiesen, dass er auch unter außergewöhnlichen Rahmenbedingungen handlungsfähig bleibt und Verantwortung übernimmt“, meinen Dirk Sautter und seine Fraktionskolleginnen und -kollegen, die auch die Parteifreunde von Jürgen Roth und sich im übrigen offenbar vollkommen einig sind.
„Die Fraktion hat bereits im Vorfeld in einem gemeinsamen Brief zu einer weiteren Kandidatur motiviert und die Unterstützung zugesichert“, sagt Dirk Sautter nämlich auch.
Maßgeblich dafür, dass Roth seitens der Fraktion unterstützt wird, sei die „positive Bewertung der bisherigen Amtsführung, seine nicht zu übertreffende Bürgernähe und der erwähnte Umgang mit den zahlreichen Krisen der vergangenen Jahre“.
Schon in Jürgen Roths Wahlkampf für seine erste Kandidatur als Oberbürgermeister von Villingen-Schwenningen hatte er auf die Unterstützung der CDU zählen können.
Damals war er seit 2003 Bürgermeister der Gemeinde Tuningen gewesen. Er war neben mehreren anderen Kandidaten angetreten. Letztlich hatte es eine Stichwahl gegeben, die er am 21. Oktober 2018 mit 53,7 Prozent der Stimmen gewann. Hinter Roth lag am Ende Jörg Röber mit 39,9 Prozent der Stimmen, gefolgt von Marina Kloiber-Jung (6,3 Prozent). Die Wahlbeteiligung lag im zweiten Wahlgang bei 40,9 Prozent und fiel damit noch geringer aus als beim ersten Wahlgang zwei Wochen zuvor; Roth hatte im ersten Wahlgang 48,1 Prozent der Wählerstimmen bekommen und damit die absolute Mehrheit verpasst.
Die Amtszeit beträgt acht Jahre. Im Amt ist Jürgen Roth seit dem 1. Januar 2019. Davor war er ab 2003 Bürgermeister der Gemeinde Tuningen gewesen.