Der mögliche Ersatz der ABG-Halle und die Finanzierbarkeit steht in der Diskussion. Was sagen die Kandidaten dazu? Foto: Alt

Wir haben die Rottweiler dazu aufgerufen, uns Fragen an die OB-Kandidaten zu schicken. Jetzt geht es los: Heute nehmen die Kandidaten zur Frage um den Ersatz der ABG-Halle Stellung.

Rottweil - Gerd Baur, Zweiter Vorsitzender des Stadtverbands für Sport fragt:

 

"Bekanntlich ist die ABG-Halle in ›sehr kritischem Zustand‹ und muss ersetzt werden. Auch sind die Hallenkapazitäten für Vereinssport, als auch Rundenwettkämpfe ziemlich ausgereizt. In der Diskussion sind eine Zwei- oder Dreifeld-Halle. (...) Was für eine Ersatz-Halle braucht Rottweil und welche Vorstellungen haben die Kandidaten dazu bezüglich Größe, Standort(en) und Finanzierbarkeit?" Hier die Antworten, für die die Kandidaten maximal 800 Zeichen Platz hatten

Simon Busch

"Die Förderung des Sports hat für mich einen hohen Stellenwert. Sport ist essenziell für Gesundheit, Persönlichkeitsbildung und Integration von Menschen allen Alters. Der Wunsch von Vereinsseite nach einer weiteren Drei-Feld-Halle ist groß. Auch wäre sie als Ausweichmöglichkeit für eine mittelfristig anstehende Renovierung der Doppelsporthalle hilfreich. Allerdings muss die finanzielle Machbarkeit in wirtschaftlich schwieriger werdenden Zeiten verstärkt im Blick behalten werden. Sollte sich herausstellen, dass finanziell nur eine Zwei-Feld-Halle möglich ist, sollte sie ausschließlich auf eine sportliche Nutzung ausgelegt sein und Bewirtungsmöglichkeiten und Zuschauerplätze bieten. Als Standort ist meinen Informationen nach bereits ein Platz zwischen ABG-Halle und Konrad-Witz-Schule im Fokus, dem sowohl die KWS als auch die Vereine aufgrund der guten Anbindung zustimmen."

Christian Ruf

"Für eine neue Zweifeldhalle auf der Fläche neben der KWS spricht, dass hier kein zeitaufwendiges Bebauungsplanverfahren nötig ist. Denkbar wäre auch ein Neubau beim AMG, dafür müsste allerdings der Bebauungsplan geändert werden, was mindestens ein Jahr Zeit kostet. Deshalb favorisiere ich die erste Lösung, kann mir aber eine ergebnisoffene Prüfung beider Standorte vorstellen. Für eine Dreifeldhalle müsste man die Standortprüfung deutlich erweitern. Vor dem Hintergrund der Finanzierung, eine Dreifeldhalle wird mindestens 10 Millionen Euro kosten, eine Zweifeldhalle mindestens 7 Millionen Euro (beides konservativ kalkuliert) und der Aufgabe, einen Ersatz für die beiden Felder der ABG-Halle zu schaffen, plädiere ich für eine möglichst rasch umsetzbare Lösung neben der KWS, um zu vermeiden, dass die ABG-Halle geschlossen ist und wir noch keine neue Halle haben."

Kai Jehle Mungenast

"Bei meinen Gesprächen mit Vereinen habe ich erfahren, dass es sehr eng getaktet beim Übungs- und Spielbetrieb zugeht. Darum braucht es auf jeden Fall schnell Ersatz für die ABG-Halle mit Wettkampfmöglichkeiten, also auch einer Zuschauertribüne. Wir müssen hier auch innovativ denken und Kalthallen, manchmal auch Frischlufthallen genannt, als Ergänzung in Betracht ziehen. Diese sind günstig und schnell herzustellen, ermöglichen Übungs- und Spielbetrieb, lassen Wettkämpfe zu und könnte perspektivisch auch mit weiteren Flächen ergänzt werden."

Joachim Bloch

"Als Folge der total gescheiterten Energiewende und der deutschen Verweigerung, russisches Gas über die Pipeline Nordstream 2 zu beziehen gehen die Kosten für Gas, Heizöl und Strom durch die Decke. Die Lage ist inzwischen so kritisch, dass Ministerpräsident Kretschmann ernsthaft den Verzicht aufs Duschen propagiert und an die Erfindung des Waschlappens erinnert. Auch die Stadt Rottweil ist von den explodierenden Energiepreisen stark betroffen. Hinzu kommen enorm gestiegene Baukosten. Bei allem Verständnis für den Bedarf stellt sich unter solchen Umständen die Frage, ob wir uns eine neue Sporthalle überhaupt leisten können. Trotzdem sollten wir optimistisch bleiben und an die Zukunft denken. Eine neue Halle muss in der Nähe der Schulen liegen, weil sie auch für den Schulsport wichtig ist."