Es geht um jede Stimme: Im Endspurt vor dem zweiten Wahlgang kämpfen die beiden Spitzenkandidaten um den OB-Posten in Rottweil auf der Straße, aber auch in großem Maße online um die Gunst der Wähler.
Rottweil - Es gleicht einem Marathon, was Christian Ruf und Simon Busch da seit Wochen absolvieren. In der Verlängerung bis zum zweiten Wahlgang führen beide Kandidaten weiterhin viele Gespräche, gehen mitunter von Haus zu Haus und dokumentieren alles online: Fest- und Vereinsbesuche, persönliche Begegnungen – die Bilderflut ist groß.
In Videos wollen beide Spitzenkandidaten außerdem punkten: Simon Busch erläutert noch einmal zusammenfassend, welche sieben Schwerpunkte er als OB umsetzen möchte, zeigt auf, wo er dringenden Handlungsbedarf sieht. Christian Ruf nimmt im Video seine Zuschauer mit auf einen Gang durch die Stadt und zeigt hier seine Ideen an einzelnen Beispielen. "Frischen Wind" in die Stadt zu bringen, das haben sich beide Bewerber auf die Fahnen geschrieben.
Mit möglichst vielen Menschen ins Gespräch kommen
Zum Endspurt vor der Wahl am Sonntag sagt Christian Ruf im Gespräch mit unserer Redaktion: "Mir war wichtig, die drei Wochen vor dem zweiten Wahlgang erneut mit möglichst vielen Menschen ins Gespräch zu kommen." Deshalb war und ist er unter anderem an allen drei Samstagen auf dem Wochenmarkt, ist in seinem Wahlbüro mit Bürgern im Kontakt und spricht mit Vereinen und Gruppierungen.
Und man habe ihn natürlich – wie bereits in den vergangenen Jahren, wie er betont – viel auf Veranstaltungen und Festen angetroffen, nicht nur in der Kernstadt, sondern auch in den Stadtteilen und Ortschaften. Große Freude mache es ihm, die verbleibende Zeit für Hausbesuche zu nutzen.
Die Beiträge dazu auf Facebook und Instagram sowie der Homepage habe er bewusst ergänzt um Beiträge zu ganz konkreten Themen, die er angehen und gestalten möchte. "Außerdem habe ich online mit kleinen Videos auch einen Einblick in die Persönlichkeit hinter dem Bürgermeister und Kandidaten gegeben."
Jede Minute wird genutzt
Auch Simon Busch sagt, er nutze jede freie Minute, und mit möglichst vielen Personen ins Gespräch zu kommen. "Dazu war ich in den vergangenen Tagen – und bin es in den verbleibenden – bei Vereinen, Firmen und Veranstaltungen in der Stadt und in den Teilorten unterwegs. Zudem betreibe ich verstärkt Wahlkampf von Tür zu Tür." Auf der Webseite und in den Sozialen Medien dokumentiert er seine Aktivitäten. Sein Video zu seinen Schwerpunkten habe "allein auf der Plattform Instagram bereits 7500 Klicks und 250 Likes".
Er ist sicher, dass der Online-Wahlkampf von großer Bedeutung ist. Hier würden Personen erreicht, die auf den klassischen Veranstaltungen nicht zu finden sind.
Statements zur Podiumsdiskussion
Eine klassische Veranstaltung in Form einer Podiumsdiskussion gibt es nun bekanntlich nicht. Busch hatte abgesagt und dies mit unaufschiebbaren Terminen begründet, das Bürgerforum hatte trotzdem eingeladen – die Wogen schlugen hoch und verschiedenste Gerüchte zu Verstrickungen hinter den Kulissen schossen ins Kraut. Das Bürgerforum wendet sich inzwischen in einem Leserbrief gegen diesen "verleumderischen Unsinn".
Christian Ruf erklärt auf Nachfrage, er hätte sich gefreut, wenn es dazu gekommen wäre, "weil es gut und wichtig gewesen wäre, die Themen zu vertiefen und nicht nur mit Überschriften zu arbeiten." Auch Simon Busch sagt auf Nachfrage, er hätte gerne teilgenommen: "Ich halte solche Formate generell für eine gute Möglichkeit, um sich ein umfassendes Bild über die Kandidaten, ihre Inhalte, Persönlichkeiten und ihre Kommunikation bilden zu können." Dass seine Teilnahme aus Termingründen nicht möglich gewesen sei, sei dem Bürgerforum bekannt gewesen. An seinem vorgeschlagenen Alternativtermin habe es kein Interesse gegeben. Welcher Vereinstermin ihn denn nun am Montag verhindert hatte, sagt Busch nicht. Auch Joachim Bloch hatte abgesagt, wie sich herausstellte.
Die Spitzenkandidaten wünschen sich beide nun faire letzte Wahlkampftage. Der Countdown läuft.