Wird es ein Soloprogramm für Amtsinhaber Jürgen Großmann oder kommt kurz vor Bewerbungsende doch noch ein Kontrahent oder eine Kontrahentin für die Nagolder OB-Wahl am 22. September um die Ecke? Wir haben bei den Fraktionen nachgefragt.
Großmanns eigene Partei, die CDU, geht wenig überraschend davon aus, dass es keine „ernstzunehmende Gegenkandidatur“ bei der OB-Wahl Ende September geben wird – und das obwohl Nagold eine „hochattraktive Stadt“ sei, die für gutes OB-Personal eigentlich interessant ist – das wisse er aus seinem persönlichen Umfeld, verrät CDU-Fraktionschef Carl-Christian Hirsch auf Nachfrage der Redaktion.
Aber: „Gute Kandidatinnen und Kandidaten wägen ihre Chancen genau ab“, weiß Hirsch. Und es sei nun einmal so, dass es „keine Wechselstimmung“ in der Stadt gebe, denn Nagolds aktuelle Attraktivität hänge „ganz wesentlich mit den Leistungen von Jürgen Großmann“ zusammen. Und daher sei eine Gegenkandidatur eher unwahrscheinlich.
Deshalb sieht der CDU-Fraktionsvorsitzende aktuell keinen Wahlkampf um den OB-Posten. Großmann signalisiere offensiv, dass er sich aktiv um die Zukunft der Stadt bemühen will und nicht so sehr Gedanken an die Vergangenheit verschwende. Im Gemeinderat sei die Zusammenarbeit „sehr vertrauensvoll und sachorientiert“, so Hirsch weiter. Deswegen könne Großmann der Unterstützung der CDU „selbstverständlich sicher“ sein.
„Wir begrüßen die erneute Kandidatur“
Auch der Unterstützung der Freien Wähler kann sich Jürgen Großmann sicher sein. Das macht Fraktionschef Eberhard Haizmann deutlich. „Wir begrüßen die erneute Kandidatur von Jürgen Großmann“, macht der Mann aus Hochdorf unmissverständlich deutlich. Die Stadt habe sich in den vergangenen zwei Amtsperioden des derzeitigen Oberbürgermeisters „sehr positiv entwickelt“. Deshalb: „Wir sind davon überzeugt, dass er diese gute Arbeit mit Ideen und Tatkraft auch in den kommenden Jahren fortsetzen wird.“
Auf die Frage nach einer Gegenkandidatur gibt sich Haizmann gewohnt zurückhaltend, allerdings rechne er nicht damit, dass sich noch ein weiterer ernsthafter Kandidat um das Amt des Nagolder Oberbürgermeisters bewerben wird. Die Freien Wähler jedenfalls würden sich nicht um die Akquise eines weiteren Kandidaten kümmern oder bemühen.
FDP will im Wahlkampf neutral bleiben
Ganz zurückhaltend gibt sich die FDP mit ihrem Sprecher Jürgen Gutekunst. An Spekulationen über mögliche weitere Kandidaten oder Kandidatinnen wolle sich seine Partei nicht beteiligen, antwortet Gutekunst auf eine entsprechende Frage der Redaktion. Und natürlich könnten noch bis zum Bewerbungsschluss am 26. August weitere Personen ihren Hut in den Nagolder Ring werfen. Die FDP bemühe sich aber nicht, weitere Kandidaten an Land zu ziehen. In einem eventuellen Wahlkampf werde sich die FDP jedenfalls neutral verhalten, versichert Gutekunst auch im Namen seiner Parteikollegin Bärbel Reichert-Fehrenbach.
AfD-Fraktionschef Günther Schöttle konnte eigenen Angaben zufolge aufgrund seines Urlaubs die Fragen nicht beantworten. Vertreter von SPD und Grünen im Nagolder Gemeinderat wurden auch zu diesem Thema angefragt. Allerdings erreichte die Redaktion bis jetzt keine Antwort.
Info OB-Wahl
Die Bewerbungsfrist endet am Montag, 26. August, um 18 Uhr.
Die Wahl findet am Sonntag, 22. September, statt.
Eine eventuell nötige Stichwahl ist auf den 6. Oktober terminiert.
Vorsitzender des Gemeindewahlausschusses ist Bürgermeister Hagen Breitling.