Spannender Moment am 27. Mai 2025 im Gemeinderat: Ralph Zimmermann (FDP, rechts), seine Ehefrau Susanne (links) und dahinter seine Gegenkandidatin Katja Anton-Kalbfell (Mitte). Zimmermann gewann die Wiederwahl mit 15 zu 11 Stimmen. Foto: Jürgen Lück

Bürgermeister Ralph Zimmermann (FDP) sagt: „Ich habe überlegt, als OB zu kandidieren.“ Warum er seine Bewerbung nicht abgegeben hat.

Eins ist sicher: Egal, wer neuer OB wird, der Bürgermeister bleibt. Dabei hatte sich Ralph Zimmermann überlegt, als Stadtoberhaupt zu kandidieren.

 

Das bestätigt der Bürgermeister dieser Redaktion: „Klar habe ich überlegt, ob ich als OB kandidiere. Ich bin der Überzeugung, dass ich auch als Stadtoberhaupt Horb gut dienen kann. Allerdings habe ich mir die Entscheidung schwer gemacht. Und dann letztendlich darauf verzichtet.“

Warum?

Ralph Zimmermann: „Es gibt drei OB-Kandidaten aus dem Gemeinderat. Davon kann nur einer gewinnen. Die nächsten Jahre werden schon intensiv genug.“ Unabhängig davon, wer die Wahl für sich entscheiden wird, werden zwei Kandidaten, die nicht gewählt wurden im Gemeinderat sein. Dies kann die künftige Zusammenarbeit beeinflussen.

Wenn Zimmermann nun auch noch kandidiert hätte, hätte es die komplexe Gemengelage noch weiter verstärkt. Der Bürgermeister sagt: „Die Stadt trotz anspruchsvoller Rahmenbedingungen zukunftssicher zu entwickeln, sei wichtiger als Spannungen billigend in Kauf zu nehmen, die sich auf die Notwendigkeit der Zusammenarbeit zwischen Gemeinderat und Stadtspitze auswirken könnten.“

Er betont: „Das hätte die Arbeit nicht leichter gemacht. Mir ist der Titel OB weniger wichtig, als die Stadt voranzubringen. Ich denke, in der Funktion als Bürgermeister und wie ich das Amt ausüben werde, bin ich in der Lage, Horb gut voranbringen zu können.“

Die herausfordernden Zeiten.

Zimmermann: „Was uns jetzt bevorsteht angesichts der Finanzlage und den herausfordernden Zeiten – da braucht man das Verbindende und keine unnötigen Konflikte. Ich denke, dass meine Neutralität da richtig für die Stadt ist.“

Hat es einen „OB-Deal“ mit Michael Keßler gegeben?

Zimmermann: „Nein. Einen Deal hat es nicht gegeben.“

Welche Rolle spielt das knappe Ergebnis bei der Wiederwahl?

Zimmermann: „Gar keine. Ich hatte Gespräche in allen Fraktionen und wusste, dass es eine knappe Kiste werden könnte.“

Die OB-Kandidaten Sven Bach und Winfried Asprion sagen, dass durch ihren Verzicht die Wahrscheinlichkeit steigt, dass es schon im ersten Wahlgang ein klares Ergebnis gibt.

Zimmermann: „Wenn man sich die letzte OB-Wahl anschaut, dann hatten Hermann Walz und Thomas Bauer ungefähr 30 Prozent. Wir haben jetzt drei starke OB-Kandidaten. Ich kann mir deshalb vorstellen, dass es zu einer Stichwahl kommt.“

Was kann der Sieger von Ihnen erwarten?

Zimmermann: „Von mir wird es die ausgestreckte Hand geben. Horb wird aus meiner Sicht eine gute Konstellation bekommen: Jemanden mit neuem Geist und Ideen. Und einen Bürgermeister, der neben eigenen Ideen auch schon tiefe Einblicke und Kenntnisse hat.“