Hier gab es einen Handschlag: Amtsinhaber Peter Rosenberger (CDU) tröstet den Wahlverlierer Winfried Asprion (parteilos). Foto: Jürgen Lück

Eklat bei der OB-Wahl in Horb: Der unterlegene Kandidat Winfried Asprion (parteilos) verweigert Bürgermeister Ralph Zimmermann (FDP) den Handschlag. Das sagt er zu den Gründen.

Den OB-Wahl-Eklat gab es kurz nach Bekanntgabe des Ergebnisses. Als OB Rosenberger verkündet: 70 Prozente für Michael Keßler (CDU), wollte Bürgermeister Ralph Zimmermann (FDP) dem unterlegenen Winfried Asprion (parteilos, knapp 24 Prozent) die Hand schütteln. Zimmermann: „Er sagte nur – mit Ihnen nicht.“ Asprion sagt am Tag nach der Wahl: „Er hat sich gegenüber mir nicht korrekt und unehrenhaft verhalten.“

 

Warum war die Wahlbeteiligung so niedrig?

Mit 38,4 Prozent war sie bei der OB-Wahl 2025 nur ein wenig höher als bei der OB Wahl 2017 mit 37,9 Prozent. Amtsinhaber Peter Rosenberger (CDU): „Erste Analysen weisen darauf hin, dass kaum Erstwähler zur Urne gegangen sind.“ Doch warum waren zur Bundestagswahl im Februar 2025 in Horb knapp 83 Prozent aller Wahlberechtigten an der Urne?

Der Wahlsieger: Michael Keßler (CDU) hebt als frischgewählter OB von Horb beide Daumen. Er holte wieder zwei Drittel Abstand zu seinem Kontrahenten Winfried Asprion (parteilos). Foto: Jürgen Lück

OB Peter Rosenberger (CDU) sagt: „Meine Theorie: Die Horber sind relativ zufrieden mit der Kommunalpolitik. Wo die Unzufriedenheit groß ist, ist die Wahlbeteiligung zur OB-Wahl höher.“

Beleg für die These: Rosenbergers Ex-Kollege Jan Zeitler (SPD). Als Horbs ehemaliger Bürgermeister zum ersten Mal im Jahr 2016 als OB in Überlingen antrat, gab es eine hohe Unzufriedenheit am Bodensee mit Amtsinhaberin Sabine Becker. Wahlbeteiligung bei der Stichwahl: knapp 59 Prozent.

2024 stellte sich Zeitler zur Wiederwahl. Gegner: Der Ehemann von Sabine Becker. Die Wahlbeteiligung hier: knapp 50 Prozent. Nur mit wenigen Stimmen (111) konnte Zeitler die Stichwahl gewinnen.

Warum hat Keßler gewonnen?

Bei den Kommunalwahlen 2024 wurde Michael Keßler Stimmenkönig mit insgesamt 7297 Stimmen – Asprion holte damals 2454 Direktstimmen. Das sind etwas weniger als ein Drittel von Keßler.

Bei der OB-Wahl jetzt holte Keßler 5302 Stimmen – Asprion 1768 Stimmen. Das sind wieder knapp ein Drittel von Keßlers Stimmen. Der Abstand ist geblieben. Obwohl der Wähler bei der Kommunalwahl bis zu 26 Stimmen hatte und drei an jeden Einzelkandidaten vergeben konnte.

Der Wahlkampf der Beiden war ähnlich: Besuch von Ortschaftsräten. Podiumdiskussionen wie in der Hohenberghalle oder beim Nabu. Vor Ort-Termine.

Truffner: Der beste Spruch zum Wahlergebnis

Empfingens Bürgermeister Ferdinand Truffner (CDU) hatte Empfingen-Socken und Schnaps dabei. Auf die Frage, ob der Schnaps für den Verlierer ist, sagt Truffner: „Der bekommt nur den Beutel. Da steht drauf: Auf den Inhalt kommt es an.“