Beim ersten Duell zwischen den OB-Kandidaten für Horb sagen Winfried Asprion, Sven Bach und Michael Keßler, wie sie mit der Haushaltskrise umgehen.
Wer kann unser schönes Horb am besten in die Zukunft führen? Bei Horb Aktiv geben die drei OB-Kandidaten Antworten angesichts des dramatischen Haushaltslochs.
Winfried Asprion (parteilos, Ex-Banker): „Die Personalkosten des Rathauses pro Einwohner liegen in Freudenstadt bei 784 Euro. In Rottenburg bei 614 Euro. In Horb liegen sie bei 892 Euro. Der Unterschied zu Rottenburg liegt bei 7,3 Millionen Euro. Horb muss da auch hinkommen – keiner kann sagen, dass Rottenburg schlechter verwaltet wird als Horb.“
Er hat auch schon einen Plan, um das derzeitige 8,5-Millionen-Euro-Haushaltsloch und die zusätzlich benötigten 4 Millionen Euro jährlich für den Straßenerhalt zu stemmen. Asprion: „Ich habe einen 11-Punkte Plan, der die Reduzierung des Defizits erlaubt, ohne dass wir dem Bürger mehr an Abgaben oder Steuern abnehmen müssen.“
Einstellungsstopp angekündigt
Dazu gehört für ihn ein Einstellungsstopp. Digitalisierung, die das Rathaus effizienter macht. Der Verzicht auf das City-Schleifle. Und ein Querschnittsbeauftragter mit Weisungsbefugnis gegenüber anderen Mitarbeitern. Ein „Behördenlotse“, der schnellstmöglich Bauvorhaben oder Invests von Firmen möglich macht. Asprion: „Wenn wir schneller sind als andere Kommunen, dann können wir Geld generieren.“
Dazu gehört auch eine Zusammenarbeit mit den Stadtwerken Tübingen. Asprion: „Die haben bald 70 Millionen Euro Schulden. Wir bekommen kaum Personal, weil wir zu klein sind. Die Zinsen werden durch das Sondervermögen steigen. Wir brauchen ein Schuldenmanagement.“ Das Energiemanagement soll durch Contracting gelöst werden.
Heißt: Anbieter verpflichten sich per Vertrag, nicht nur die Anlagen aufzustellen, sondern auch die Energie zu einem vorher festgelegten Preis zu liefern.
Heißt das auch betriebsbedingte Kündigungen Rathaus-Mitarbeiter? Asprion: „Selbstverständlich wird es eine Einstellungsstopp geben. Durch die Fluktuation wird es gehen. Kündigungen sind zunächst ausgeschlossen.“
So will Sven Bach sparen
Sven Bach, Unternehmer und Ernährungsberater, sagt als OB-Kandidat: „Kündigungen im Rathaus schließe ich aus. Wir müssen die Verwaltung effizienter machen. Auch durch Digitalisierung. Da muss man allerdings den Daumen draufhalten – auch, was die Datensicherheit angeht. Dazu müssen wir Einnahmen schaffen. Schnell müssen wir beim Kernstadtumbau reagieren, und nicht erst dann, wenn die Hochbrücke fertig ist.“ Er will mit seinem „Sparringspartner“ Holger Zimmermann mit Projektmanagement das Rathaus besser machen.
Das sagt Michael Keßler
Der OB-Kandidat Michael Keßler, CDU-Fraktionschef im Gemeinderat, setzt auf Kooperation: „Ich finde es gut, dass wir mit der Verwaltung die 230 freiwilligen Aufgaben durchgehen. Das Wichtigste wird sein, freie Personalstellen einzusammeln. Ich bezweifle aber im Gegensatz zu Winfried Asprion, dass man hier so viel Geld sparen kann. Die Rathaus-Mitarbeiter sind Fachkräfte. Die brauchen wir in der Stadt, und es ist wichtig, dass wir sie hier halten. Bei der Digitalisierung ist mir – auch durch meine Erfahrung im Landwirtschaftsamt – wichtig, dass sie echte Effizienz bringt. Dazu müssen wir mehr Firmen und Bewohner generieren – die Brücke ist dafür ein hervorragender Ausgangspunkt.“ Das hatte auch Sven Bach betont.
Keßler: „Wir brauchen auch weiche Faktoren. Mit der Gastronomie, Horb Aktiv und dem Kultur- und Veranstaltungsmanagement sind wir in Horb gut aufgestellt.“