Oberbürgermeister Peter Rosenberger lässt die Horber Bürger weiter zappeln. Er lässt noch offen, ob er in diesem Jahr noch einmal bei der OB-Wahl antritt. Seine Entscheidung will er von einigen Entwicklungen abhängig machen.
Horbs Oberbürgermeister Peter Rosenberger öffnet selbst die Tür für Spekulationen. Seine Entscheidung, ob er in der zweiten Jahreshälfte zum dritten Mal bei der Horber OB-Wahl antritt, ist anscheinend immer noch nicht gefallen, wie er selbst im Rahmen des Jahresgesprächs mit unserer Redaktion betont.
„Ich habe immer gesagt, dass ich meine Entscheidung rechtzeitig bekannt geben werde, die übrigens tatsächlich noch nicht getroffen ist“, erklärt der 52-Jährige. Es gebe „ein paar Rahmenbedingungen, die mir noch wichtig sind“. Das könnten die Horber Bürger „auch gar nicht beeinflussen“.
Einige Gemeinderäte allerdings schon, wie er betont. „Ich habe mir fest vorgenommen, dass ich meine Entscheidung dann kommunizieren werde, wenn klar ist, wie die einzelnen Zeitabläufe für die einzelnen Kommunalwahlen sind.“ Hier nennt Rosenberger zunächst die Wahl des Ersten Beigeordneten (Bürgermeister). Hier kündigt der bisherige Amtsinhaber Ralph Zimmermann an, sich erneut zur Wahl zur stellen. „Und dann müssen wir noch festlegen, wie das Wahlprozedere bei der OB-Wahl ist.“ Das liege in der Hand des Gemeinderats.
Stellt sich der Gemeinderat hinter Rosenberger?
Doch was bedeutet das? Möchte Rosenberger (CDU) erst sehen, ob der Gemeinderat hinter ihm und seinen Vize Zimmermann (FDP) steht? Wird er nur antreten, wenn beide grünes Licht von der Mehrheit des Gremiums erhalten? Sind die Mehrheitsverhältnisse noch nicht klar? CDU und FDP haben zusammen 13 Sitze im Gemeinderat, 13 gehören anderen Fraktionen und Listen an. Ob hier eine Patt-Situation droht? Dann müssten SPD und Co. allerdings zusammen mit der AfD stimmen. Doch das ist alles Spekulation.
Eine andere Frage, die sich bei OB-Wahlen stellt: Wie wird die Stellenausschreibung formuliert. Hier gibt es einerseits die Variante, dass man Bewerbern klar macht, dass der Amtsinhaber wieder kandidiert. Ein Zeichen des Gemeinderats, dass er mehrheitlich hinter dem Amtsinhaber steht. Verzichtet der Gemeinderat auf diese Formulierung, dann ist das in der Regel ein Zeichen, dass das Gremium einen Wechsel an der Stadtspitze anstrebt. Allerdings: Der Oberbürgermeister wird schließlich direkt von den Bürgern gewählt.
Kritik an auswärtigen Kandidaturen?
Ende Januar werde man sehr sicher festlegen, wie das Prozedere für die Beigeordneten-Wahl sei, spätestens im März dann das Prozedere für die OB-Wahl, so Rosenberger weiter. „Ich habe mich comitted, dass wenn die Beigeordneten-Wahl zur Diskussion steht, dass ich mich dann auch oute.“ Rosenberger antwortet deshalb auf unsere Frage nach seiner Zukunft: „Das heißt, Sie müssen sich bis Ende Januar noch gedulden.“
Dieser Grund sei ganz einfach: „Ich werde ständig gefragt, wo ich als nächstes kandidiere. Da ist Ihr Zeitungsartikel nicht ganz unschuldig dran, wo sie geschrieben haben: ‘Er kandidiert schon wieder‘.“ Rosenberger bezieht sich hier auf seine Kandidatur für die Position des Landrats in Esslingen im vergangenen Jahr. Hier schrieb unsere Redaktion: „Er versucht es wieder woanders. 2015 wollte Peter Rosenberger (CDU) Oberbürgermeister in seiner Heimatstadt Mannheim werden.“ Mit dem erneut nicht geglückten Versuch in Esslingen hatte er es in seiner Amtszeit in Horb ein zweites Mal woanders versucht.
In Horb sei ihm von einer Person gesagt worden , dass er „Vertrauen zurückgewinnen“ müsse. „Die Leute glauben Dir gar nicht, dass Du richtig brennst“, zitiert Rosenberger den dgdsgBürger selbst. Etwas trotzig wirkt er deshalb im Jahresgespräch: „Da war ich irritiert – tatsächlich das erste Mal in meinem Leben, weil ich das nicht für möglich gehalten hätte, dass die Leute so wenig erkennen, wie viel Engagement man die letzten Jahre gebracht hat und immer noch bringt.“ Bloß weil man eine persönliche Entwicklungsstufe vielleicht noch mal machen wollte, das so in Abrede zu stellen – von einigen wenigen – das hat mich schon irritiert.“