Der Rückzug von Sven Bach im Wahlkampf um den OB in Horb hat Konsequenzen: Jetzt läuft es auf ein Duell zwischen Asprion und Keßler hinaus.
Paukenschlag im Kampf um das zukünftige Stadtoberhaupt von Horb: Sven Bach hat überraschend seinen Rückzug verkündet. Der Grund: Gesundheitliche Probleme mit dem Herz. Was das für die OB-Wahl bedeutet.
Zwölf Tage vor der OB-Wahl in Horb die Überraschung: Sven Bach (Slogan: „Gestalten statt verwalten“) zieht mit Brief an den scheidenden Amtsinhaber Peter Rosenberger (CDU) seine Kandidatur zurück. Grund: Eine plötzlich aufgetretene Herzproblematik, die eine weitere medizinische Abklärung erfordert.
Amtsinhaber Peter Rosenberger: „Ich wünsche Sven Bach an dieser Stelle gute Genesung.“
OB-Kandidat Michael Keßler (CDU): „Ich hoffe, die genaue Diagnose ergibt einen Befund, der Sven Bach weiterhin ein Leben in bester Gesundheit ermöglicht. Gute Besserung. Die Gesundheit steht über allem. Diese Entscheidung kann man nur respektieren.“
OB-Kandidat Winfried Asprion (parteilos): „Ich bin baff erstaunt. Wenn die Gesundheit nicht mehr mitmacht, kann man diese Entscheidung nur respektieren.“
Was heißt das für die OB-Wahl?
Bei drei Kandidaten wäre eine Stichwahl (geplant am Sonntag, 27. Juli) wahrscheinlich. Jetzt sagt OB-Kandidat Winfried Asprion: „Klar ist jetzt: Es wird beim ersten Wahltermin – am Sonntag, 13. Juli, einen neuen OB für Horb geben.“
Michael Keßler: „Ich rechne nicht mit einer Stichwahl.“
Rathaussprecherin Inge Weber: „Eine Stichwahl ist immer dann erforderlich, wenn bei der Hauptwahl keine Kandidatin oder kein Kandidat die absolute Mehrheit aller abgegebenen Stimmen erreicht.“
Gibt es einen „Norbert-Beck-Effekt“?
Norbert Beck (CDU) wollte als Interims-Bürgermeister von Alpirsbach die Zeit bis zur neuen Bürgermeister-Wahl überbrücken. Kurz vor der neuen Bürgermeisterwahl gab es eine Initiative für ihn. 42,41 Prozent aller Wähler schrieben Becks Namen in das freie Namensfeld. Vanessa Schmidt bekam 48,97 Prozent – keine Mehrheit. Stichwahl. Beck zog zurück.
Droht das jetzt auch in Horb?
Durchaus möglich. Denn: Sven Bach steht weiterhin als OB-Kandidat auf dem Stimmzettel.
Rathaussprecherin Weber: „Das Kommunalwahlgesetz regelt, dass Bewerbungen zur Bürgermeisterwahl innerhalb der Einreichungsfrist schriftlich eingereicht und zurückgenommen werden können. Eine Sonderregelung zur Zurücknahme ist nicht vorgesehen. Die Bewerbung von Sven Bach wurde vom Gemeindewahlausschuss zugelassen, öffentlich bekannt gegeben. Die Angaben auf dem Stimmzettel müssen mit der öffentlichen Bekanntmachung übereinstimmen. Somit wird Sven Bach auch weiter auf dem Stimmzettel stehen, unabhängig von seiner jetzigen Erklärung.“
Gibt es eine Stichwahl?
Horbs OB Peter Rosenberger: „Mit einem „Beck-Effekt“ wie in Alpirsbach rechne ich nicht, weil ich davon ausgehe, dass die mündige Wählerin und der mündige Wähler die Entscheidung von Sven Back akzeptiert, zumal diese ja auf einen gesundheitlichen Aspekt abhebt.“
Aber: Mit dem Kreuz bei Sven Bach haben Wähler die Möglichkeit, ihren „Protest“ auszudrücken. Das könnte dann doch zu einer Stichwahl führen.
Was heißt das jetzt für das Duell im Wahlkampf?
Keßler: „Für den Wähler heißt das: Je mehr Argumente im Spiel sind, desto mehr wägt man ab. Bei meinen Bürgertreffs merke ich aber, dass die Bürger das ohnehin sehr intensiv tun. Das jetzige Duell kann dazu führen, dass sich beide Kandidaten mehr aneinander abarbeiten.“
Asprion: „Michael Keßler und ich haben unterschiedliche Ansätze. Mich stimmt bedenklich, dass meine Vorschläge schon niedergemacht werden, bevor sie diskutiert werden. Jetzt hat der Wähler die Entscheidung – und von meiner Seite aus werde ich weiter so kämpfen, dass Keßler und ich auch hinterher uns in die Augen gucken können.“