Winfried Asprion (li.) gratuliert Wahlsieger Michael Keßler (CDU) nach der entschiedenen OB-Wahl von Horb. Foto: Juergen Lueck

Klarer Sieg für Michael Keßler (CDU): Mit 70 Prozent schlägt er seinen Mitbewerber Winfried Asprion (parteilos). Noch-OB Rosenberger sagt: „Keßler wird kein Rosenberger light“.

Es ist ein klarer Sieg für Michael Keßler: Mit etwas über 70 Prozent wird der CDU-Fraktionschef neuer OB von Horb. Doch er reicht seinem Gegenkandidaten Winfried Asprion (parteilos, 23,6 Prozent) gleich die Hand.

 

Der Marktplatz vor dem Rathaus ist voll mit Neugierigen und Polit-Promis. Gegen 19.18 Uhr Riesen-Applaus. OB Peter Rosenberger steigt in den Torbogen vor dem Standesamt, verkündet das Ergebnis.

Asprion kommt von hinten, gratuliert dem Wahlsieger. Keßler: „Wir müssen uns mal in Ruhe zusammensetzen und über Ihre Ideen sprechen.“

Das sagt Winfried Asprion nach der verlorenen Wahl

Winfried Asprion. Eigentlich angetreten, um die Wahl zu gewinnen. Jetzt sagt er: „Ich bin enttäuscht. Frust ist da. Aber klar ist: Wenn man zu einer Wahl antritt, dann muss man damit rechnen.“

Keßler steht inzwischen im Torbogen, sagt: „Ich will die folgenden Jahre anpacken. Ich glaube, dass wir durch die schweren Zeiten durchkommen, wenn wir zusammenhalten und es angehen.“

Wahlsieger: Michael Keßler, seine Ehefrau und Amtsinhaber Peter Rosenberger. Foto: Juergen Lueck

SPD-Fraktionschef Thomas Mattes: „Das Ergebnis war erwartbar bei den Bewerbern.“ Martin Raible, AfD-Fraktionschef: „Wir erwarten uns eine gute Zusammenarbeit. Wir begrüßen eine konservativ-liberale Stadtspitze von Horb.“ Gemeinderat Hermann Walz (ULH): „Wenn Sven Bach noch dabei gewesen wäre, wäre das Ergebnis sicherlich knapper gewesen. Keßler war schon bei der letzten Kommunalwahl Stimmenkönig gewesen.“

Wird Keßler schon bei der geriatrischen Reha aktiv?

Auch Landrat Klaus Michael Rückert (CDU) ist vor Ort. Vor der Bekanntgabe des Wahlergebnis bedankt sich Keßler bei ihm (arbeitet im Landwirtschaftsamt) für die Unterstützung und den Sonderurlaub. Rückert: „Wenn jemand Bürgermeister werden will, honorieren wir das.“ Er hält Keßler für bodenständig und kreativ.

Schon vor der Verkündung des offiziellen Ergebnis war alles klar: Winfried Asprion. Foto: Juergen Lueck

Und? Wird ein OB Keßler den Konflikt zwischen Ost- und Westkreis beenden können? Der steht ja jetzt wieder bei der geriatrischen Reha auf der Agenda. Rückert: „Ich denke, OB Keßler wird gemeinsam mit dem OB von Freudenstadt und Baiersbronn eine sehr ausgewogenen Politik für den Menschen machen. Ich bin mir sicher, dass es gut wird.“

Stefan Merkle, CDU Ortsverbandsvorsitzender von Horb und mit im Wahlkampfteam von Michael Keßler: „Der Aufwand hat sich gelohnt.“

Die Wahlbeteiligung lag bei eher enttäuschenden 38,4 Prozent. Allerdings war die Wahlbeteiligung bei der OB-Wahl 2017 mit 37,9 Prozent noch geringer.