Historischer Moment: Michael Keßler (CDU) hält seine erste Rede nach dem Wahlsieg. Hinter ihm: Sein schwarzer Balken mit über 70 Prozent. In gelb: Das Ergebnis für Gegenkandidat Winfried Asprion. Foto: Jürgen Lück

Michael Keßler (CDU) wurde mit über 70 Prozent zum neuen OB von Horb gewählt. So feiert er und das macht das zukünftige Stadtoberhaupt als nächstes.

Das ist eine große Wahlparty mitten in der Stadt: Nachdem klar war, dass Michael Keßler (CDU) neuer OB von Horb wird, feiern alle im Dolce Vita. Am Wilhelmsplatz. Dem Nucleus der künftigen neuen Kernstadt von Horb.

 

Nebenerwerbslandwirt Michael Keßler sagt: „Ich bin froh, dass es keine Stichwahl gibt. Wir sind mitten in der Ernte – und ich glaube, bei einer Stichwahl wäre ich wegen des Stresses noch vom Schleppersitz gefallen. Aber keine Angst: Trotz OB – ich werde weiter Schlepperfahren. Als Ausgleich.“

Schon mal der erste Unterschied zum Amtsinhaber: Rosenberger setzt auf Sport (Tennis, Rad, Joggen). Neu-OB Keßler auf fette Maschinen mit ordentlich PS.

Das macht Keßler nach dem Wahlsieg

Was macht er nach dem Wahlsieg? Keßler sagt: „Bis Mittwoch bin ich nicht erreichbar. Montagmorgen werde ich noch im Landratamt arbeiten. Dann habe ich meiner Frau Sabine versprochen, dass wir uns eine kurze Auszeit gönnen.“

Sieg. Amtsinhaber Peter Rosenberger (CDU) gratuliert seinem Nachfolger Michael Keßler (CDU) auf dem Marktplatz. Foto: Jürgen Lück

Bald ist er OB. Wird er noch Schulungen oder Trainings zur Vorbereitung machen? Keßler sagt: „Nein. Ich habe genug Verwaltungserfahrung. Ich habe während des Wahlkampfs 16 Ortschaftsräte und 22 Bürgertreffs gemacht. Die Fragen waren intensiv und lehrreich. Ich glaube nicht, dass mich in Horb a. N. viel überraschen wird.“

Keßler will ganz normal weitermachen. Er rechnet damit, dass ihn Amtsinhaber Peter Rosenberger spätestens ab Oktober einarbeiten wird.

Keßlers längster politischer Weggefährte feiert mit

Keßler: „Meine erste Amtshandlung wird sein, mit den Mitarbeitern des Rathauses zu sprechen.“

Wer feiert mit Keßler? Neben Amtsinhaber Rosenberger, Ferdinand Truffner (CDU, Bürgermeister Empfingen), Katrin Schindele (CDU-Landtagsabgeordnete) auch Gerhard Fassnacht, sein längster politischer Weggefährte. Keßler sagt: „Als Jungbauern haben wir gesagt, wir müssen etwas für unseren Beruf tun. Das war unser Einstieg in die Politik.“

Zum Wohl! Neu-OB Michael Keßler feiert mitten in der Kernstadt beim Dolce Vita mit seinem längsten Weggefährten Gerhard Fassnacht und der Landtagsabgeordneten Katrin Schindele (alle CDU). Foto: Jürgen Lück

Fassnacht, Schindele und Keßler posieren für das Foto. Obwohl Fassnacht 2020 gegen Katrin Schindele bei der CDU-Delegiertenversammlung in Empfingen gegen die Baiersbronnerin verloren hatte. Fassnacht grinst: „Meine politische Tätigkeit war nicht so erfolgreich wie die von Michael. Dafür bin ich Bauernpräsident.“

Später kommt noch Freudenstadts OB Adrian Sonder (CDU). Gibt es einen Neuanfang im Konflikt Westkreis-/Ostkreis zwischen Sonder und Keßler? Sonder sagt: „Ich kam von außen, musste erst mal lernen, dass es hier diesen Konflikt zu geben scheint. Mit Michael Keßler ist die Chance da für einen neuen Ansporn im Landkreis.“

Sonder betont noch, wie gut es tut, dass die Kommunen Baiersbronn und Freudenstadt bei der Gartenschau so gut zusammenarbeiten. Später reden Keßler und Sonder noch intensiv abseits der Menge.