Große Freude am Wahlabend: Jan Hambach (Mitte), sein Partner Christian Zielinski (links) und der noch amtierende Bürgermeister Dirk Schaible (rechts) Foto: Stadt Freiberg am Neckar

Im Calwer Rathaus arbeitet er im Stab des Oberbürgermeisters, vertritt ihn innerdienstlich und leitet die Stabstelle Strategie und Projekte. Ab Mitte Juni ist er Schultes in Freiberg. Wir haben am Tag nach der Wahl mit ihm und seinem aktuellen Chef gesprochen.

„Wow! 79,19 Prozent – ein riesiges Dankeschön für dieses unglaubliche Ergebnis! Ich bin echt geplättet und ein bisschen sprachlos.“ Mit diesen Worten meldete sich am Sonntagabend Jan Hambach über das soziale Netzwerk Instagram zu Wort.

 

Kurz zuvor war der Leiter der Stabstelle Strategie und Projekte in der Calwer Verwaltung zum Bürgermeister von Freiberg am Neckar (Kreis Ludwigsburg) gewählt worden. Mit knapp 80 Prozent ein regelrechter Erdrutschsieg.

Das sagt Jan Hambach zum Sieg Ein gutes Gefühl, so berichtete Hambach am Montag im Gespräch mit unserer Redaktion, habe er bereits zuvor gehabt. Aber hatte er auch mit diesem deutlichen Ergebnis gerechnet? „So deutlich nicht“, gab der frischgebackene Bürgermeister zu. Umso mehr freue er sich, auch wenn er es noch nicht realisiert habe. Jetzt sei er zunächst einfach glücklich und freue sich über den „riesen Vertrauensvorschuss“ der Wähler, dem er gerecht werden wolle.

Bis 17. Juni noch in Calw

Ab diesem Dienstag wird Hambach zunächst jedoch wieder im Calwer Rathaus anzutreffen sein. Rund einen Monat sei er für den Wahlkampf unbezahlt freigestellt worden, erzählt der 29-Jährige. Das gelte es nun aufzuarbeiten.

Auch danach bleibt er der Hesse-Stadt noch erhalten – bis zur offiziellen Amtsübergabe in Freiberg am 17. Juni, um genau zu sein. So lange werde er – abzüglich Urlaubs – noch an seinen Projekten in Calw arbeiten, um einen sauberen Übergang zu gewährleisten.

„Ich habe Lust, selbst Verantwortung zu übernehmen“

Hambach hatte seine Stelle bei der Stadt Ende 2021 angetreten, lenkte seitdem die Geschicke der Stadt mit, auch als innerdienstlicher Stellvertreter des Oberbürgermeisters.

„Ich habe hier mitbekommen, was es heißt, ein Bürgermeister zu sein“, hatte er im Dezember vergangenen Jahres erklärt. Und es werde ihm schwerfallen, Calw hinter sich zu lassen. Aber: „Ich habe Lust, selbst Verantwortung zu übernehmen“, sagte er damals.

Das sagt Oberbürgermeister Florian Kling Im Calwer Rathaus, sollte man meinen, dürfte die Nachricht über seinen Erfolg für weniger Freude gesorgt haben – immerhin verliert die Verwaltung damit in absehbarer Zeit einen wichtigen Mitarbeiter.

Bei Oberbürgermeister Florian Kling überwiegt jedoch die Freude. „Super, ich bin begeistert!“, sagte er am Montag zum Ergebnis des frischgebackenen Bürgermeisters.

„Das darf eigentlich jeden Chef nur freuen“

Er selbst sei am Sonntag ebenfalls in Freiberg gewesen, weil er mit einem Sieg gerechnet habe. Wenn auch nicht mit einem „so großartigen Sieg“, erklärte Kling. Immerhin habe es neben Hambach zwei weitere ernstzunehmende Kandidaten gegeben.

„Das darf eigentlich jeden Chef nur freuen“, bekräftigte der Oberbürgermeister – zeige der Erfolg von Hambach doch, dass das Calwer Rathaus sich durchaus als „gute Talentschmiede“ bezeichnen dürfe. Eine solche Werbung bringe dann wiederum gute Bewerber in die Stadt.

Ein gutes Zeichen für die Hesse-Stadt

Bereits im Dezember schien Kling klar gewesen zu sein, wie das Rennen um das Bürgermeisteramt in Freiberg endet. „Solche starken und guten Leute, wie Hambach einer ist, kann man leider nicht ewig halten“, hatte er seinerzeit erklärt.

Das sei aber auch ein gutes Zeichen für die Hesse-Stadt. „Es zeigt, wie attraktiv Calw als Arbeitgeber ist, und dass viele von unserem Know-how und Spirit profitieren.“

Freiburger Bürgermeister kommen aus Calw Übrigens: Auch Hambachs direkter Vorgänger im Amt, der Freiberger noch-Bürgermeister Dirk Schaible, hat eine enge Verbindung in die Hesse-Stadt. Der gebürtige Calwer war bis 2003 persönlicher Referent des damaligen Calwer Oberbürgermeisters Werner Spec. Schaible hatte sich nun nicht mehr zur Wahl gestellt.