Das ehemalige Schuhhaus Seidel/Kindle Foto: Bender

Mit dem Erwerb des Ladenlokals in zentraler Lage soll ein weiterer „Ausverkauf“ der Lahrer Innenstadt verhindert werden.

Die Ankündigung werde „für den ein oder anderen etwas überraschend kommen“, erklärte OB Markus Ibert am Montagabend im Gemeinderat. Doch es sei Zeit zu handeln: „Bevor das ehemalige Schuhhaus Seidel anderweitig veräußert wird, sollte die Stadt es kaufen.“ Der Rathauschef will damit „die aktuelle Entwicklung unterbinden“.

 

2019 gingen in dem Geschäft in der Marktstraße 33, das zuletzt den Namen Kindle trug, die Lichter aus. Seit einigen Monaten bietet es ein heimischer Makler zum Kauf an. Laut Anzeige auf einer Internet-Immobilienplattform verfügt das fünfgeschossige Gebäude inklusive den Wohnungen in den oberen Stockwerken über eine Gesamtfläche von 750 Quadratmetern. Als Preis werden 899 500 Euro aufgerufen.

Einzelne Akteure sichern sich Objekte

OB Ibert betonte am Montag im Rahmen der Haushaltsverabschiedung einmal mehr den Druck, unter dem auch die Lahrer Innenstadt und ihre Einzelhändler stünden. Man müsse „die Herzkammer der Stadt“ schützen.

Es ist ein offenes Geheimnis, dass sich seit geraumer Zeit einzelne Akteure mehr und mehr Objekte in der Fußgängerzone sichern. Der Großteil steht entweder leer oder fällt durch eine große Mieter-Fluktuation auf. Das bereitet vielen Lahrern Sorge – offenbar auch dem OB. Er wolle mit dem Kauf „Vorbild für andere Investoren“ sein, so Ibert, ohne konkrete Pläne für das alte Schuhhaus zu nennen. Der Rathauschef kündigte an, „zeitnah“ einen Vorschlag zum Kauf der Immobilie zu unterbreiten.

CDU: Stadt soll Vorkaufsrecht bekommen

Stadträtin Ilona Rompel (CDU) nahm das Thema zum Anlass, bereits heute auf einen Antrag hinzuweisen, den ihre Fraktion im Januar stellen werde. Demnach soll sich die Stadt im Bereich Marktstraße künftig ein Vorkaufsrecht für leerstehende Gebäude sichern. Sie sprach von einer „negativen Entwicklung“, die die Innenstadt durchmache. Ibert stimmte Rompel zu: Beim Schuhhaus habe man „einen Fuß in die Tür gemacht, so lange sie noch offen ist“.