Horbs Oberbürgermeister Peter Rosenberger vor dem Abschied? Er möchte Landrat von Esslingen werden. Foto: Jürgen Lück

Das ist ein Paukenschlag zum Wochenstart: Horbs OB Peter Rosenberger bewirbt sich in Esslingen. Dort möchte er der neue Landrat werden. Im Gespräch mit unserer Redaktion verrät er, was die Gründe für diesen Schritt sind und wie es nun weitergeht.

Er versucht es wieder woanders. 2015 wollte Peter Rosenberger (CDU) Oberbürgermeister in seiner Heimatstadt Mannheim werden. Doch gegen Amtsinhaber Peter Kurz (SPD) konnte er sich damals im zweiten Wahlgang knapp nicht durchsetzen. Der Abwanderungswille von Rosenberger blieb in Horb nicht störungsfrei. So mancher Horber sprach seinem Oberbürgermeister die Verbundenheit zur Stadt ab. Es dauerte einige Zeit, bis Gras über die Sache gewachsen war.

 

Aber Rosenberger trat 2017 erneut in Horb an und gewann mit 71 Prozent der Stimmen gegen die Konkurrenten Thomas Bauer (heute in der BiM-Fraktion) und Hermann Walz, dem ULH-Stadtrat.

In Mannheim trat er nicht noch einmal an

Seither war es ruhig geworden um mögliche andere Ambitionen des 52-Jährigen. Selbst, als im vergangenen Jahr erneut die OB-Wahl in Mannheim über die Bühne ging, tauchte der Name Rosenberger nicht auf. Nicht mal als Gerücht. Dabei wären die Chancen vielleicht sogar besser als 2015 gewesen, denn Amtsinhaber Kurz trat nicht mehr an. Am Ende siegte der CDU-Bewerber.

Für viele wohl überraschend deshalb nun die Nachricht, dass Peter Rosenberger seinen Hut in Esslingen in den Ring wirft. Dort will er Landrat Heinz Eininger (CDU) beerben, der aus Altersgründen abtritt. Die Amtszeit endet am 30. September. Die Nürtinger Zeitung hatte zuerst darüber berichtet. Dort wird er mit folgenden Worten zitiert: „Mit meiner Erfahrung würde ich die Aufgabe mit großem Respekt, aber auch mit viel Zuversicht angehen.“ Rosenberger bestätigt das unserer Redaktion: „Ja, es stimmt. Ich habe an diesem Montag meine Bewerbung öffentlich bekannt gegeben, da mir klar war, dass das schnell öffentlich werden wird.“

Hat Rosenberger von Horb genug?

„Meine Bewerbung hat nichts damit zu tun, dass ich mich in Horb nicht wohlfühle“, sagt er am Montag kurz nach Bekanntgabe seiner Kandidatur im Gespräch mit unserer Redaktion.

Doch was sind dann seine Beweggründe?

„Das ist eine sehr spannende Aufgabe. Esslingen ist ein großer, wirtschaftsstarker Landkreis. Es gibt dort mehrere Städte. Der Flughafen ist dort.“ Rosenberger findet, dass jetzt der richtige Zeitpunkt für eine neue Aufgabe ist. „Eine Veränderung reizt mich. Ich bin jetzt 52.“ Das sei jetzt noch genau das richtige Alter für einen Neuanfang.

Wie sind seine Chancen?

Klar ist: Der bisherige Amtsinhaber hat ebenfalls das CDU-Parteibuch. Dennoch haben die Christdemokraten im Kreistag nicht die meisten Sitze. Sie folgen mit einem gewissen Abstand (insgesamt 19 Sitze – genauso viel wie die Grünen) auf die Freien Wähler (28 Sitze).

Er habe habe alle Fraktionen im Esslinger Kreistag – „außer die, die mit der Verfassung nicht im Einklang stehen“ – informiert. Bei der CDU habe er „vorgefühlt“. Rosenberger: „Ich hoffe, dass dieses Signal von mir eine Wirkung erzielt.“

Doch die Gemengelage ist noch unklar. Das weiß auch Rosenberger. Bei der Kommunalwahl im Juni kann einiges passieren und die Mehrheitsverhältnisse können dann andere sein. „Die Wahl zum Landrat wird direkt nach der Kommunalwahl erfolgen“, so Rosenberger. Auch könne sich jeder bewerben, der wolle. Wahltermin ist der 26. Juli.

Und was passiert, wenn Rosenberger erneut scheitert?

„Ich habe einen Vertrag hier in Horb und einen Auftrag. Und den nehme ich sehr ernst.“ Anfang des Jahres hatte Rosenberger noch betont, dass es keinen Grund gebe, in Horb nicht weiterzumachen und eine erneute Kandidatur 2025 in Aussicht gestellt.

Würde dann ein Umzug anstehen?

„Diese tiefen Gedanken habe ich mir noch nicht gemacht. Ein Umzug käme sicherlich nicht sofort in Betracht. Ich habe ja auch schulpflichtige Kinder. Und es gibt auch andere in ähnlichen Positionen, die von Horb aus gewisse Strecken fahren.“

Was würde ein Wechsel finanziell bringen?

Von der Besoldung her würde er lediglich eine Stufe nach oben rutschen. Als Oberbürgermeister von Horb bekommt er B 7, so der aktuelle Haushaltsplan. Das entspricht laut der Besoldungstabelle des DBB 11.191 Euro. Der Landrat von Esslingen bekommt B 8 – das wären 11.764 Euro.