Die NUZ-Vorsitzenden Norbert Majer (rechts) und Siegfried Rall stehen am Freitag Vormittag in der Dotternhausener Festhalle, in der für rund 100 Besucher der Informationsveranstaltung bestuhlt ist. Damit halte man sich ans Hygienekonzept, so die NUZ. Foto: Visel

Trotz der Kritik im Dotternhausener Gemeinderat zieht der Verein Natur- und Umweltschutz Zollernalb seine Veranstaltung zum Thema Zementindustrie in der Festhalle durch. Man halte sich ans Hygienekonzept, heißt es. Die Halle ist für rund 100 Menschen bestuhlt worden. Gleichwohl rechne man mit einer Anzeige.

Dotternhausen - Am Freitag Vormittag sind NUZ-Mitglieder, darunter die Vorsitzenden Norbert Majer und Siegfried Rall, in der Festhalle anzutreffen. Sie stellen die Stühle auf für die Besucher der Informationsveranstaltung zum Thema Zementindustrie und deren Emissionen.

75 Personen angemeldet

"Wir halten uns streng an das mit der Gemeinde und dem Gesundheitsamt abgemachten Corona-Hygienekonzept", betont Majer. So wurde die Halle für rund 100 Besucher bestuhlt. "Im Notfall können wir noch einige Stühle mehr aufstellen. Angemeldet waren bis Freitag Vormittag 75 Personen, davon seien die Hälfte Mitglieder des Vereins NUZ. Die Stühle stünden im Abstand von 1,5 Metern, bei Ehepaaren, von denen sich einige angemeldet hätten, dürften die Stühle laut Gesundheitsamt enger beisammen stehen.

2G-Regel gilt

Die Corona-Verordnungen werden eingehalten. An der Eingangstür der Halle prangt ein großes Plakat: Es gelte die 2G-Regel. Zutritt hätten nur Geimpfte oder Genese, die das auch nachweisen müssten. Das Tragen einer Mund-Nase-Bedeckung sei während der gesamten Veranstaltung nötig. Die Besucher werden gebeten, einzeln einzutreten und Abstand zu halten.

"Obwohl wir das alles machen wie gefordert", rechnete Siegfried Rall im Vorfeld damit, "dass da vom Ordnungsamt oder vom Gesundheitsamt kontrolliert wird. Wir gehen auch davon aus, dass wir angezeigt werden", verweist Rall auf die Diskussion in der Sitzung des Dotternhausener Gemeinderats am Mittwoch. Einige Gemeinderäte hatten sich darüber beklagt, dass die Gemeinde der NUZ die Halle für eine Hauptversammlung des Vereins überlassen habe und nicht für eine öffentliche Großveranstaltung. Daher fühle man sich übergangen, hatte es geheißen. Zudem war kritisiert worden, dass die NUZ im Vorfeld davon gesprochen habe, dass man rund 250 Besucher erwarte, obwohl nach Darlegung des Hauptamts nur 100 Besucher in der Halle möglich wären.

Diskussion Teil der Hauptversammlung

Das sehen die NUZ-Vorsitzenden ganz anders. Norbert Majer betont, dass von Anfang an die Tagesordnungspunkte 14, 15 und 16 der Hauptversammlung Fachvorträge, eine Diskussion und eine Fragerund vorgesehen hätten. Allein den offiziellen Teil der Versammlung mit Wahlen habe man aus rechtlichen Gründen absagen müssen, weil "wir durch die Corona-Regeln nicht gewährleisten konnten, dass alle Vereinsmitglieder Zutritt gehabt hätten". Der Verein, so Majer, zähle rund 200 Mitglieder.

Auch das Bürgermeisteramt habe die gesamte Tagesordnung bereits Mitte Oktober erhalten. Aber erst nachdem der Gemeinderat die Veranstaltung in der Halle genehmigt hatte, habe man die Referenten einladen können, sagt Majer. Und die Gemeindeverwaltung habe diese Tagesordnung auch später noch einmal zusammen mit dem unterschriebenen Mietvertrag für die Halle erhalten. "Man hat also immer gewusst, dass diese Punkte Bestandteile der NUZ-Versammlung sind." Dass dann der offizielle Teil der Hauptversammlung aber habe wegen Corona abgesagt werden müssen, hätte sich erst nach Inkrafttreten des Alarmplans herausgestellt. Majer: "Dann haben wir sofort reagiert."