Mit der mobilen Schlachteinheit (von links): Petra Weigold von der Ortschaftsverwaltung Klosterreichenbach, Ralf Beilharz, Hans-Jürgen Knoll, Bernd Riegraf, Mario Zimmermann, Bürgermeister Michael Ruf und Josef Dettling von der Gemeindeverwaltung Baiersbronn. Foto: Heiko Klumpp

Landwirtschaft: Tieren wird der Transportstress erspart / Fleisch kann unter besonderem Label vermarktet werden Die Gemeinde Baiersbronn verfügt jetzt über eine mobile Schlachteinheit. Damit soll eine Schlachtung der Tiere in Würde ermöglicht werden.

Baiersbronn - Dem Tier werde der Transportstress erspart, indem es dort geschlachtet wird, wo es gelebt hat, heißt es in einer Pressemitteilung, mit der die Gemeindeverwaltung über die Anschaffung informiert. Im vergangenen Jahr hatte der Gemeinderat Baiersbronn beschlossen, eine mobile Schlachteinheit für die Gesamtgemeinde Baiersbronn im Wert von 110 000 Euro zu beschaffen.

Nun wurde das System mit einer ersten Einweisung übergeben. Die mobile Schlachteinheit gehört zum Schlachthaus in Klosterreichenbach und wird dort von Petra Weigold von der Ortschaftsverwaltung Klosterreichenbach organisatorisch betreut. Zu dem System gehören vier Fangboxen, sodass mehrere Landwirte gleichzeitig ihre Tiere an die Vorrichtung gewöhnen können. Das Tier wird an das Futtergestell über mehrere Tage gewöhnt und kann dort mit einem Bolzenschuss betäubt werden. Da es sich bereits in dem Futtergestell befindet, das gleichzeitig als Fangbox fungiert, kann es automatisch in den Hänger gezogen werden. Dort wird es getötet und nach den geltenden Vorgaben entblutet. Erst dann fährt der Hänger zum Schlachthaus. Die Fahrt darf die Dauer von 45 Minuten nicht überschreiten.

Art der Schlachtung hat viele Vorteile

Diese Art der Schlachtung hat laut der Mitteilung viele Vorteile gegenüber einer herkömmlichen Vorgehensweise. Den Tieren bleibe der oftmals stressige Transport zum Schlachthaus erspart, was zu einer kompletten Stressreduktion führe. Das sei nicht nur aktiver Tierschutz, sondern auch eine Qualitätssteigerung für das Fleisch, das bei dieser Schlachtmethode frei von Stress- und Angsthormonen sei.

Es gibt zudem eine Videokamera, die eine stressfreie Schlachtung überwachen kann, und somit Grundlage für die Vermarktung des Fleisches unter dem Label "Schlachtung mit Achtung" ist. Dem Tier werde ein Ende in Würde ermöglicht, heißt es weiter in der Mitteilung. Dabei würden die gesetzlichen Vorgaben alle erfüllt, die für eine hofnahe Schlachtung gelten. Auch in puncto Arbeitssicherheit überzeuge das System. Im Inneren des Anhängers ist für eine ausreichende Beleuchtung sowie für einen rutschfesten Boden gesorgt. Auch die geltenden Hygienevorgaben können erfüllt werden.

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