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Nusplingen Zwei Welten

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Foto: Schwarzwälder Bote

Knapp 18 Kilometer Luftlinie trennen Nusplingen und Winterlingen. In dieser Woche allerdings waren es Welten. Was ganz wesentlich am Nusplinger Kämmerer Tobias Keller liegt: Erst seit einem Jahr ist er in der Bäratalgemeinde, hat gleich zum Start den ersten doppischen Haushalt übernommen und nun den zweiten nach Neuem Kommunalen Haushaltsrecht vorgelegt. 319 Seiten umfasst er inklusive der Wirtschaftspläne für die beiden Eigenbetriebe Wasserversorgung und "Blockheizkraftwerk-Mehrzweckhalle-Hallenbad". Wer da eine gute Übersicht bekommen will, muss in der Regel eine lange Weile lesen.

Nicht so in Nusplingen: So ausführlich wie nötig und dabei so kurzweilig wie möglich hat Tobias Keller sein Haushaltswerk erklärt, und zwar verständlich, selbst für Laien, nachvollziehbar und mit allen wichtigen Details, erstklassigen Übersichten und Grafiken samt dazugehöriger Tabellen. Den kleinen Schönheitsfehler, dass der Gemeinderat den Haushalt im Dezember in nichtöffentlicher Sitzung vorberaten hat, hat Keller damit weit mehr als wettgemacht. Da blieb keine Frage mehr offen, und selbst die Zuhörer – zahlreich, wie oft in Nusplingen – müssen am Ende, auch ohne Haushaltsbuch vor sich, verstanden haben, warum diese Maßnahme eingeplant ist und jene nicht, wo der Hase läuft und der Zug hinfährt.

Von dieser Haushaltspräsentation können sich die meisten Gemeinden im Raum Albstadt eine dicke Scheibe abschneiden! So funktioniert echte Transparenz, selbst in den oft kompliziert-bürokratischen finanzpolitischen Fragen.

Drei Tage zuvor, am Montag, hat der Winterlinger Gemeinderat über den Haushalt beraten und ihn verabschiedet. Wobei Bürgermeister Michael Maier den wesentlichen Teil der – längst nicht so detaillierten – Präsentation übernommen hat, nicht Bodo Erath als Chef der Kämmerei. Es mag der schlechten Akustik im Viktor-Rieber-Saal der Begegnungsstätte geschuldet sein, der nicht mehr zeitgemäßen Präsentationstechnik – Geld für eine neue Anlage ist im solide finanzierten und genehmigungsfähigen Haushalt 2020 übrigens eingeplant – oder auch der Angewohnheit des Bürgermeisters, nicht eben langsam zu sprechen, dass es viel schwieriger war als in Nusplingen, die Übersicht zu behalten. Vor allem aber war es der Tatsache geschuldet, dass sowohl Gemeinderäte als auch Berichterstatter den Plan digital serviert bekamen. Es ist lobenswert, dass die Winterlinger durch den Einsatz von Tablet-PCs versuchen, Papier zu sparen. An den paar Haushaltsbüchern allerdings wäre der deutsche Wald nicht zugrunde gegangen. Gemeinderat Hermann Linder lobte zwar die Arbeit von Bodo Erath und seiner Kollegin Patrizia von Briel, beschwerte sich allerdings zu Recht darüber, dass die 464 Seiten auf dem Tablet viel zu klein dargestellt würden. Zoomt man Zahlen heran, verschwinden ganze Tabellenspalten hinter dem Tabletrand, und anstatt zu blättern oder gezielt anhand des Inhaltsverzeichnisses irgendwo nachzuschlagen, darf man sich durch die gesamte Datei wischen, um von einer vorderen zu einer hinteren Seite zu kommen, bis einem fast der Arm abfällt.

Vielleicht haben die Winterlinger aber im nächsten Jahr ein paar Euro übrig für Haushaltsbücher. So wie alle anderen Gemeinden, die ansonsten Tablets verwenden.

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