Auch für Bürgermeister Jörg Alisch dürfte es hilfreich sein: das topographische Wörterbuch über Nusplinger Flurnamen. Foto: Graf Foto: Schwarzwälder Bote

Neuerscheinung: Peter Löffelads Buch über die Nusplinger Flurnamen hilft, ein kostbares Erbe zu bewahren

"Malzbollenrain", "Käsberg", "Narrenstall" und "Pfannenstiel" – was sind denn das für Namen? Ein neues Buch gibt Aufschluss darüber, warum manche Nusplinger Flurstücke und Gewanne so heißen, wie sie heißen.

Nusplingen. "Flurnamen sind ein Phänomen!", schreibt Peter Löffelad in der Einleitung zu seinem jüngst erschienenen Werk. Seit vielen Jahren beschäftigt sich der Sprachwissenschaftler und Historiker mit diesem Thema; "Die Flurnamen der Gemeinde Nusplingen" ist bereits Band 14 der Reihe "Flurnamen Baden-Württemberg". Wobei der Titel ein kleines bisschen irreführend ist: Löffelad belässt es nicht nur bei Flurnamen, sondern geht auch auf die von Gewässern, Orten und sonstigen Örtlichkeiten ein. Und er gibt über die linguistische und historische Erläuterung hinaus ein wichtiges Hilfsmittel für private "Hobbyfeldforschung" an die Hand, nämlich eine Karte, in der die fraglichen Flurstücke eingezeichnet sind.

Woher kommen Flur- und Gewannnamen? Einige lassen sich auf topographische Eigenheiten zurückführen – beispielsweise verdankt der südöstlich der Gemeinde gelegene Berg den Namen "Käsberg" seiner runden Form und der Ähnlichkeit mit einem Käselaib. Andere Namen geben Aufschluss über die vormalige Nutzung des Geländes oder erinnern an Ereignisse, die seinerzeit Aufsehen erregten. Der "Malzbollenrain" etwa ist durch einen Unfall zu seinem Namen gekommen: Hier verlor einst ein mit Süßigkeiten beladenes Fuhrwerk das Gleichgewicht und kippte um.

So etwas zu eruieren erfordert viel Fleißarbeit: Von der ersten sondierenden Recherche bis zur Drucklegung des Buches war es ein weiter Weg; die vielen Nusplinger Flurnamen mussten gesammelt, geordnet und entschlüsselt werden, und darüber vergingen etliche Jahre. Fast 13, um genau zu sein: Bereits 2008 hatte Löffelad erstmals persönlichen Kontakt mit dem damaligen Nusplinger Bürgermeister Alfons Kühlwein aufgenommen sei; fünf Jahre später gab der Gemeinderat grünes Licht für die finanzielle Unterstützung von Löffe­lads Forschungen. Er beschreibt in seinem Werk ausführlich den methodischen und zeitlichen Aufwand, den es erforderte, 350 Namen auf ihre Bedeutung und ihre Herkunft zu befragen.

Die Nusplinger können froh sein, dass er sich die Arbeit gemacht hat – die wenigsten Gemeinden verfügen über solch ein topographisches Wörterbuch.

"Wichtiger Beitrag zur Heimatgeschichte"

Aber sie haben Löffelad ja auch unterstützt. Sein Dank gilt diversen engagierten Nusplinger Bürgern, die ihm Hilfestellung gaben, und außerdem Alfons Kühlwein und dessen Nachfolger Jörg Alisch. Letzterer gibt den Dank in einem Vorwort zurück: "Dr. Peter Löffelad leistet mit diesem interessanten Werk einen wichtigen Beitrag zur Erforschung unserer Heimatgeschichte, und unseren nachfolgenden Generationen bleibt wertvolles Wissen über den Ursprung der Flurnamen erhalten." Was in einer Zeit, in der immer weniger Menschen in der Landwirtschaft arbeiteten, alles andere als selbstverständlich sei: Was nicht kodifiziert werde, gerate schnell in Vergessenheit.n "Die Flurnamen der Gemeinde Nusplingen" ist noch bis Ende März zum Vorverkaufspreis von 25 Euro im Nusplinger Rathaus erhältlich.

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