Patrizia und Vera Bieber, begleitet von ihrer Mutter Cordula Bieber, haben ein Konzert in Nusplingen gegeben. Foto: Ramsperger Foto: Schwarzwälder-Bote

Cordula Bieber und ihre Töchter Patrizia und Vera konzertieren in der Alten Friedhofskirche

Von Sina Ramsperger Nusplingen. Sie zeichnen sich durch Talent und Liebe zur Musik aus: Cordula Bie­ber und ihre Töchter Patrizia und Vera haben viele Zuhörer in die Alte Friedhofskirche gelockt. Mit ihrer "Festlichen Musik zum Muttertag", einer Zeitreise durch 500 Jahre Musikgeschichte und Europa, spielten sich die drei Musikerinnen in die Herzen des Publikums und begeisterten restlos.

Udo Klaiber, Vorsitzender des Fördervereins "Alte Friedhofskirche" St. Peter und Paul, begrüßte die Gäste. Seine launige Ansprache sorgte für Schmunzeln im Publikum, als er einzelne Komponisten als Metzgersohn oder rothaarig vorstellte. Gleichzeitig machte er auch neugierig auf die Werke teils berühmter, teils unbekannter Komponisten. Dann übergab er die weitere Moderation an Cordula Bieber.

Der musikalische Auftakt durch Vera Bieber, die "doen Daphne" von Jacob van Eyck spielte, stieß auf große Zustimmung; fasziniert lauschten die Zuhörer ihrem Blockflötenspiel.

Cordula Bieber verstand es perfekt, durch das Konzert zu führen. Ihre Hintergrundinformationen ließen das Publikum aufhorchen, ebenso ein lyrischer Beitrag, ein verträumtes Gedicht von Annette von Droste-Hülshoff, fein abgestimmt auf Antonin Dvoráks Romanze, ein sehr inniges Werk, das Patrizia Bieber auf der Violine und ihre Mutter am Klavier anschließend einfühlsam vortrugen.

Interessant und ungewöhnlich ging es weiter. Patrizia drückte fast schon selbstvergessen mit "Applemania" von Aleksey Igudesman auf ihrer Violine die Rastlosigkeit und Hektik von New York aus. Ein weiterer Höhepunkt des ersten Konzertabschnitts waren "La Cattarina" und "Ciaconna" von Tarquinio Merula, Werke des Frühbarocks, welche die drei Künstler gemeinsam interpretierten.

Auch im zweiten Teil des Konzerts überzeugten Cordula, Patrizia und Vera Bieber mit ihrem virtuosen Spiel. Kompositionen, zum Beispiel von Sergei Rachmaninoff und Astor Piazzolla, faszinierten. Die mehrfach ausgezeichneten Schwestern verabschiedeten sich schwungvoll mit den Ungarischen Tänzen Nr. 1 und 4 von Johannes Brahms.

Die Auswahl erwies sich als gelungen mit einem breit gefächerten Repertoire unterschiedlicher Komponisten von Maurice Ravel über Frédéric Chopin bis hin zu Brahms.

Die drei Musikerinnen beherrschen ihre Instrumente – Flöte, Klavier, Cembalo und Violine – in Perfektion. Mutter und Töchter bilden ein Trio der besonderen Art: Die Stücke, die entweder solo, im Duett oder von allen gemeinsam vorgetragen wurden, gingen unter die Haut und bewegten die Zuhörer. Das Trio gab den Musikstücken eine Seele und sorgte so für ein großartiges Konzert.