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Nusplingen Probleme in Zeiten des Klimawandels

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Die Douglasie, deren Zapfen dieser Kletterer sammelt, soll an Anteil gewinnen.Foto: Büttner Foto: Schwarzwälder Bote

In den Herbst- und Wintermonaten hat die höhere Forstbehörde in Zusammenarbeit mit dem Revierleiter den Gemeindewald genau unter die Lupe genommen und den Marschplan für dessen Bewirtschaftung in den kommenden zehn Jahren festgelegt.

Nusplingen. Klaus Richert, Leiter der Forstamtsaußenstelle Albstadt, hat den Nusplinger Gemeinderäten die Forsteinrichtung des Gemeindewalds Nusplingen für die kommenden zehn Jahr vorgestellt. Gerne hätte Richert ihnen auch eine kleine Führung durch den Gemeindewald gegeben, doch da das Abstandhalten bei einem Spaziergang in der Gruppe schwierig sei, verlas Richert die Ergebnisse der Planung in der jüngsten Gemeinderatssitzung in der Nusplinger Festhalle.

Die Forsteinrichtung ist die mittelfristige Planung der Forstbetriebe. Alle zehn Jahre wird der Zustand des Gemeindewalds erfasst, kontrolliert, ob die Ziele der vergangenen Dekade erfüllt wurden und die Marschrichtung für die kommenden zehn Jahre festgelegt. Ziel ist eine nachhaltige Bewirtschaftung des Waldes unter Berücksichtigung der Artenvielfalt, der Walderhaltung und der Sozialfunktion. Laut Richert wird ein gesundes Waldökosystem angestrebt mit standortgerechten Mischbeständen, natürlicher Verjüngung, angepassten Wildständen und klimatoleranten Baumarten. Auch die wirtschaftliche Komponente des Waldes dürfe nicht außer Acht gelassen werden.

Die Forstbetriebsfläche des Gemeindewaldes Nusplingen hat sich laut Richert in den vergangenen zehn Jahren deutlich erhöht und umfasst derzeit 874 Hektar.

Nadel- und Laubholz halten sich in etwa die Waage; das Verhältnis von 49 Prozent zu 52 Prozent hat sich in den vergangenen Jahren kaum verändert, es wurde lediglich eine leichte Abnahme bei Buche und Esche festgestellt.

Allgemein wird dem Gemeindewald Nusplingen im Bereich Kulturen, Jungbestände und Durchforstungsbestände ein insgesamt guter Pflegezustand attestiert. Jedoch weist der Wald ein eher einseitiges Altersklassenverhältnis auf: Es gibt viele alte Fichten und Tannen. Das ist der Tatsache geschuldet, dass über Jahrzehnte hinweg – mitbedingt durch die geringer werdende Nachfrage nach starkem Holz – in diesen Beständen zu wenig Holz geschlagen wurde. Dem möchte die Forsteinrichtung in den kommenden zehn Jahren mit einem schrittweise etwas höheren Hiebsatz entgegen wirken, um die Starkholzvorräte zu reduzieren. Überalterte Bestände von Fichte und Tanne bürgen in Zeiten des Klimawandels ein erhöhtes Risiko und würden oft von Borkenkäfern heimgesucht, so Richert. Ein Ziel für die nächsten zehn Jahre ist es, neue Bestände mit klimastabilen Baumarten wie der Douglasie auf dem Wege der Naturverjüngung voranzutreiben.

In den vergangenen Jahren wurde der Hiebsatz – damals auf 46 800 Erntefestmeter festgelegt –­ bereits um vier Prozent überzogen. 4200 Erntefestmeter fielen durch sogenannte "zufällige Nutzung" an – Holz, das aufgrund von Schneebruch, Sturm oder Käferbefall geschlagen wurde. Dem war auch geschuldet, dass der Verjüngungszugang mit 26 Hektar dreimal so hoch war wie ursprünglich geplant.

Durch die gute Verjüngungssituation mussten, so Richert, nur fünf Hektar angebaut werden. Der Pflegeaufwand der hauptsächlich laubholzdominierten Jungbestände lag unter den Auswirkungen des Eschentriebsterbens mit 40 Prozent Erfüllungsgrad deutlich unter der Planung.

Eine gute Nachricht hatte Richert: Über alle Jahre konnte – mit Ausnahme der vergangenen beiden – ein positives Betriebsergebnis mit durchschnittlich 57 000 Euro Gewinn erzielt werden.

Richert blickte schließlich die Zukunft: Der neue Hiebsatzvorschlag liegt etwa drei Prozent über dem der vergangenen Einrichtungsperiode. Geplant ist ein Einschlag von 48 000 Erntefestmetern, was derzeit jährlich sechs Erntefestmetern pro Hektar entspricht. Der Schwerpunkt soll auf dem Einschlag in den Altbeständen der Fichten und Tannen liegen. Das dient auch der Risikominimierung gegenüber Käferbefall und Sturm. Zudem soll die weitere Entwertung des starken Holzes, das nicht mehr gewinnbringend abgesetzt werden kann, verhindert werden. Mit Blick in die Zukunft werden im Hinblick auf den Klimawandel –­ der sich laut Richert deutlich im Wald bemerkbar macht – nun verstärkt klimaneutrale Nadelhölzer wie die Douglasie gepflanzt.

Der Anteil an Nadelholz soll insgesamt abnehmen

Rund fünf Prozent der Betriebsfläche, 36,8 Hektar, sind zur Verjüngung des Bestands vorgesehen. Der Nadelholzanteil an der Verjüngung soll auf 36 Prozent sinken. Der größte Anteil soll bei der Buche und bei der Fichte liegen; auch die Douglasie, die derzeit kaum eine Rolle in den heimischen Wäldern spielt, soll als Alternative zur Fichte in den kommenden Jahren an Bedeutung gewinnen.

Derzeit ist die Fichte die dominierend Baumart im Nusplinger Gemeindwald und macht 38 Prozent des Bestands aus, gefolgt von der Buche mit 35 Prozent.

Mit dem erstellten Betriebsplan, sei –­ eine normale Holzmarktlage vorausgesetzt – auch künftig die Erzielung eines positiven Deckungsbeitrags möglich, so Richert.

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