Walter Klaiber hat ein Herz für Tiere und deshalb an einem Baum eine Nisthilfe für den Steinkauz befestigt. Foto: Graf Foto: Schwarzwälder Bote

Tiere: Walter Klaiber baut Nistkästen für seine Obstwiese / Die Eule gehört zu den bedrohten Arten

Walter Klaiber ist Fachwirt für Obst- und Gartenbau aus Nusplingen und ein großer Freund der heimischen Tierwelt. Daher befinden sich auf seiner Obstwiese einige Nisthilfen aller Art. Seit Kurzem ergänzen Nistmöglichkeiten für den gefährdeten Steinkauz das Angebot.

Nusplingen. Vor 28 Jahren hat Walter Klaiber seine Streuobstwiese angelegt. Im Laufe der Zeit hat er dort insgesamt 18 Nisthilfen angebracht, über welche sich die Vögel offensichtlich sehr freuen. Im vergangenen Jahr sind laut Klaiber mit Ausnahme von einer alle Nisthilfen bewohnt gewesen, und auch in diesem Frühling beanspruchen einige Vögel die Nistmöglichkeiten.

Es schwirrt und flattert auf der Obstwiese: Verschiedene Vogelarten wie Blaumeise, Kohlmeise, Garten- und Hausrotschwanz, Rotkehlchen und Zaunkönig sind dort zu Hause, aber auch Haselmäuse und Fledermäuse sowie ein Hummelvolk tummeln sich auf der Wiese. Vor sechs Jahren hat Klaiber gemeinsam mit seinem Großneffen Patrick ein großes Insektenhotel auf der Wiese aufgestellt, das von verschiedenen Insekten gut angenommen wird.

Der Vogel steht auf der Roten Liste

Nun hat der Naturliebhaber sein Angebot an Tierwohnungen noch einmal erweitert. Mit seinem neusten Zimmererwerk soll auch der Steinkauz ein zu Hause auf der Obstwiese finden. Der Steinkauz steht heute auf der Roten Liste der bedrohten Arten in der Bundesrepublik. Grund für den drastisch rückläufigen Bestand sei vor allem der akute Mangel an Nistmöglichkeiten. Die Eule nutzt überwiegend die Baumhöhlen in alten Obstbäumen als Brutstätte, erklärt Walter Klaiber. Die Streuobstflächen im Land seien jedoch rückläufig. Zudem seien die vorhandenen Streuobstwiesen immer stärker von Niederstamm-Monokulturen geprägt, was die Zahl an möglichen Nistplätzen ebenfalls einschränkt. All das weiß der Fachwirt für Obst- und Gartenbau aus einem Tierfilm im Fernsehen. Angeregt durch diesen Film und durch die Rufe des Steinkauzes, die er bei Einbruch der Dämmerung immer wieder von zu Hause hörte, entschloss er sich schließlich dazu, dem Vogel ein zu Hause auf seiner Obstwiese anzubieten.

Im Internet beschaffte er sich eine Bauanleitung und zimmerte den Nistkasten selbst. Wichtig war ihm dabei, dass er madersicher ist. Denn neben fehldenen Nistplätzen bedroht auch der Marder den Steinkauz-Bestand. Eine Stelle im Nistkasten zwischen Vorder- und Zwischenwand engt den Raum derart stark ein, dass sich ein Marder nicht hindurchzwängen kann.

Der fertige Kasten misst 75 Zentimeter in der Länge und circa 20 Zentimeter in der Höhe. Ein eingelegter Lattenrost hält den Boden des Brutraums sauber. Das Dach ist mit Scharnieren befestigt, was eine bequeme Öffnung des Kastens zur Reinigung nach der Brutzeit ermöglicht.

Angebracht hat Walter Klaiber die Nisthilfe in rund drei Metern Höhe an einem Obstbaum. Dabei hat er an alles gedacht, um es den Vögeln so leicht wie möglich zu machen. Die Einschlupf-Öffnung zum Beispiel hat er so positioniert, dass sie zum Stamm hinzeigt, da die jungen, neugierigen Steinkäuze dadurch direkt wieder den Baum hinaufklettern können, falls sie hinunterfallen sollten. Insgesamt handelt es sich also um ein perfekt durchdachtes Konzept, über das sich die Eulen sicherlich freuen werden.

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