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Nusplingen Erneut Sensationsfund im Plattenkalk

Von

Von Günter Schweigert

Nusplingen. Erstmals ist ein vollständig fossil erhaltenes Exemplar der Hai-Art Sphenodus im Nusplinger Plattenkalk entdeckt worden. Es ist rund 150 Millionen Jahre alt.

Im 19. Jahrhundert mussten sich Wissenschaftler, wollten sie den Sphenodus beschreiben, mit einem Skelett-Fragment dieser Hai-Art aus dem Kopfbereich begnügen. Sphenodus nitidus war ein kleiner, schlanker Hai, der sich vorwiegend von Ammoniten und kleinen Fischen ernährt haben dürfte, aber auch Aas nicht verschmähte. Dafür spricht sein Gebiss aus langen, spitzen, dolchartigen Zähnen, das stark an einen Heringshai erinnert. Mit diesem ist der fossile Hai allerdings nicht näher verwandt.

Die fossile Hai-Art Sphenodus nitidus wurde erstmals im 19. Jahrhundert auf der Basis eines Fossilfundes aus dem Solnhofener Plattenkalk der südlichen Frankenalb vom Münchner Paläontologen Andreas Wagner beschrieben. Im Nusplinger Plattenkalk, in dem das Staatliche Museum für Naturkunde Stuttgart regelmäßig wissenschaftliche Grabungen durchführt, wurde diese Art recht häufig durch einzelne lange, spitze Zähne nachgewiesen. Nun ist bei einer Grabung des Museums im Nusplinger Steinbruch (Günter Schweigert hatte die Leitung; d. Red.) erstmals ein vollständiges Skelett von Sphenodus nitidus zum Vorschein gekommen. Das Fossil war in einem Schichtpaket aus papierdünnen Einzellagen enthalten und musste deswegen bei der Präparation auf eine stabilere Gesteinsplatte umgebettet werden.

Der Schädel mit den langen, nadelspitzen Zähnen ist hervorragend erhalten und von beiden Seiten her freigelegt – ein Meisterwerk der Präparationskunst und für die wissenschaftlichen Untersuchungen von großer Bedeutung. Ebenso gut erkennbar sind die Wirbelsäule mit der Schwanzflosse und eine kräftige Rückenflosse. Die Körperoberfläche ist mit winzigen Hautzähnchen bedeckt. Dass sich Sphenodus nitidus vermutlich von Kopffüßern und von Aas ernährt hat, vermuten die Wissenschaftler, weil ein abgebrochener Zahn des Hais im Schädel-bereich eines zerfallenen Meerengels – ebenfalls ein Hai – steckte und Ammonitenkiefer gelegentlich Biss-Spuren aufweisen, die von den spitzen Haizähnen herrühren.

Anhand des vollständigen Skelettfunds Sphenodus nitidus können weitere Erkennt-nisse über diese Art und deren Lebensumstände gewonnen werden. An der weiteren wissenschaftlichen Bearbeitung des Funds hat bereits Professor Jürgen Kriwet von der Universität Wien Interesse signalisiert – er ist der weltweit führende Spezialist für diese Haigruppe. Die Wissenschaftler des Staatlichen Museum für Naturkunde Stuttgart liefern Informationen, etwa über die Fauna, die mit dem Hai zusammen gefundenen worden ist, und über die Umstände der Einbettung in das Gestein. Ziel der Wissenschaftler ist die Rekonstruktion der damaligen Lebensräume und auf ihrer grundlage die Gewinnung von Erkenntnissen über die Evo-lution.

u Kultur

Der wissenschaftlicher Name des Hais lautet "Sphenodus nitidus Wagner". Gefunden wurde er am 2. April 2014 von Günter Schweigert, Grabungsleiter und Paläontologe am Staatlichen Museum für Naturkunde Stuttgart. Das Fossil ist 95 Zentimeter lang und rund 150 Millionen Jahre alt. Die Präparation hat Martin Kapitzke, Präparator am Staatlichen Museum für Naturkunde Stuttgart, übernommen – ein Vorgang, der von April bis Mitte November gedauert hat. Teilweise hat Kapitzke sich beim Präparieren des Fundes der Sandstrahltechnik bedient, größtenteils aber mechanisch mit Sticheln und Schabern gearbeitet.

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Karina Eyrich

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