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Nusplingen Der Kampf gegen den Motorradlärm

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Gemeinsam für mehr Ruhe: Land und Kommunen machen sich stark gegen Motorradlärm, auch Nusplingen (von links): Verkehrsminister Winfried Hermann, Bürgermeister Jörg Alisch, Bürgermeisterin Sonja Schuchter und der Lärmschutzbeauftragte Thomas Marwein. Foto: Stollberg Foto: Schwarzwälder Bote

Der Lärm von durchfahrenden Motorrädern ist auch in Nusplingen ein Problem. Die Gemeinde hat sich deshalb der Initiative Motorradlärm angeschlossen: 81 Städte, Gemeinden und Landkreise fordern darin weniger Motorradlärm.

Nusplingen. Bürgermeister Jörg Alisch betont es: "Auch in Nusplingen ist das Thema Motorradlärm, gerade in den Sommermonaten, sehr präsent. Die Gemeinde liegt zwischen dem Lochenpass und dem Donautal und somit an einer sehr beliebten Motorradstrecke. Zunehmend beklagen Anwohner den Motorradlärm, der an vielen Sommertagen fast gar nicht mehr abklingt. Aus diesem Grund ist auch die Gemeinde Nusplingen der Initiative im Dezember 2019 beigetreten."

74 Städte und Gemeinden in Baden-Württemberg und sieben Landkreise fordern gemeinsam mit Verkehrsminister Winfried Hermann und dem Lärmschutzbeauftragten der Landesregierung, Thomas Marwein, von der Europäischen Union, der Bundesregierung, den Herstellern von Motorrädern sowie von den Motorradfahrenden mehr Anstrengungen, um Motorradlärm spürbar zu reduzieren.

Die "Initiative Motorradlärm" hat einen Forderungskatalog. Im Juli 2019 hat sich die Initiative gegründet. Aus dem Bereich des Schwarzwälder Boten haben sich Bad Rippoldsau-Schapbach, Bärenthal, Beuron, Freudenstadt und eben Nusplingen angeschlossen sowie der Zollernalbkreis. Ziel der "Initiative Motorradlärm" ist es, dass Motorräder leiser werden, dass sie leiser gefahren werden und rücksichtsloses Fahren deutliche Folgen hat. Dazu gehört auch, dass das Land und die Kommunen mehr rechtliche Möglichkeiten bekommen, den Motorradlärm einzudämmen. In den nächsten Monaten soll die Initiative mit einem entsprechenden Entschließungsantrag in den Bundesrat eingebracht werden.

Zehn Forderungen hat die Initiative formuliert: Motorräder müssen leiser werden, Genehmigungs- und Zulassungsregeln müssen überarbeitet werden, Hersteller und Händler sollen leisere Motorräder produzieren und anbieten, Umstieg auf nachhaltige und lärmarme Mobilität, vor allem mit Motorrädern mit Elektroantrieb, Motorräder müssen leiser gefahren werden, Motorradfahrer sollen rücksichtsvoll und leise fahren, stärkere polizeiliche Verkehrsüberwachung und Ausweiten der rechtlichen, technischen und personellen Kontrollmöglichkeiten,  Geschwindigkeitsbeschränkungen und Verkehrsverbote an Wochenenden und Feiertagen aus Gründen des Lärmschutzes in besonderen Konfliktfällen müssen möglich sein, rücksichtsloses Fahren muss deutliche Folgen haben, höhere Bußgelder für vorsätzlich lärmerzeugende Fahrweise und Manipulationen am Motorrad.

Die Initiative will, dass der Bund eine Lösung findet, Raser oder Belästiger zu bestrafen. Alternativ soll der Bund prüfen, eine Halterhaftung einzuführen, und die Pflicht, ein Fahrtenbuch zu führen. Minister Hermann betont: "Motorräder müssen tatsächlich leiser werden." Wichtig sei, dass rücksichtsloses Fahren und unzulässiges Manipulieren strenge Konsequenzen nach sich ziehe, fordert der Lärmschutzbeauftragte. In Elektromotorrädern sieht er eine Alternative.

Das schlafende Baby hatte keinen Erfolg

In Nusplingen diskutiert der Gemeinderat schon seit Jahren das Problem. Das Thema hatte den damaligen Bürgermeister Alfons Kühlwein bereits zu Beginn seiner Amtszeit beschäftigt – und es ist ein Dauerthema geblieben: Raser im Ort. Schilder wurden aufgestellt, eine stationäre Geschwindigkeitsüberwachungsanlage angedacht. Verkehrszählungen haben damals ergeben: Ein Viertel der 3000 durchfahrenden Fahrzeuge sind Motorräder. Nusplingen suchte drastische Mittel gegen Raserei und Ruhestörung. So gab es eine Aktion, die Kraftfahrer für die Belastung der Anwohner sensibilisieren sollte: Ein schlafendes Baby, überdimensional groß auf dem Plakat, an den Ortsein- und -ausfahrten bat um Ruhe: "Pssst!". Doch gebracht hat es nichts. Die Teilnahme an der "Initiative Motorradlärm" ist nun ein weiterer Versuch, die Belastungen einzudämmen.

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