Christine Kaiser legte einen anderen Jahresbericht ab als sonst.Foto: Müller Foto: Schwarzwälder Bote

Gemeinderat: Christine Kaiser berichtet vom Unterricht in Pandemiezeiten / Wöchentliche Schnelltests

Jährlich bringt die Schulleiterin den Gemeinderat über die Aktivitäten und das Zahlenwerk der Kallenbergschule auf den neuesten Stand. Der Schulalltag unter Coronabedingungen interessierte die Nusplinger Räte diesmal besonders.

Nusplingen. Der Schulbericht, den Rektorin Christine Kaiser im Gemeinderat vorgetragen hat, schwebte irgendwo zwischen dem geplanten Ablauf und der coronabedingten Realität. Die Pandemie habe den Schulalltag gehörig durcheinandergewirbelt, man könne den Unterricht kaum langfristig planen, sagt sie.

Derzeit werden an der Kallenbergschule 87 Grundschüler unterrichtet. Die Pflicht zum Präsenzunterricht ist nun beinahe ein Jahr ausgesetzt, vor den Osterferien wurden die Schüler im Wechselmodell von Präsenz und Homeschooling unterrichtet.

Wie der Unterricht ab Montag aussehen wird, das sei noch nicht absehbar – schließlich sind derzeit wieder Schulschließungen und andere Unterrichtsmodelle im Gespräch. Derzeit gehe man weiterhin von Präsenzunterricht im Wechselmodell aus; zudem müssen die Schüler künftig zweimal wöchentlich mittels Schnelltest auf das Coronavirus getestet werden.

Gerade diese Neuerung interessierte die Gemeinderäte besonders. Christine Kaiser erklärte den Ablauf: Die Schüler haben mittels zuvor ausgegebenen Tests die Möglichkeit, sich morgens vor der Schule von den Eltern testen zu lassen und eine unterschriebene Erklärung nebst negativem Testergebnis zum Präsenzunterricht mitzubringen. Eine Testung vor Unterrichtsbeginn in der Schule sei ebenfalls möglich. Die Kinder werden in einem separaten Zimmer getestet; erst wenn das Ergebnis negativ ausfällt, dürfen sie in den Klassenraum.

Die Tests sind freiwillig, aber ein negativer Schnelltest ist Voraussetzung für die Teilnahme am Präsenzunterricht. Wird dieser von Kind oder Eltern verweigert, muss der Schüler von zu Hause aus unterrichtet werden und erhält entsprechendes Arbeitsmaterial.

Von 87 Kindern sind nach Wiederaufnahme des Präsenzunterrichts zunächst acht weiterhin im Homeschooling geblieben; jetzt, wo die Schnelltests eingeführt wurden, sind es drei. Bisher seien alle Schnelltests der Schüler und Lehrkräfte negativ ausgefallen, so Kaiser.

Gemeinderat Willi Schreiber erkundige sich nach dem Leistungsstand der Kinder nach mehreren Monaten Homeschooling. Dieser fällt laut Kaiser sehr unterschiedlich aus und hängt ihrer Meinung nach auch vom Elternhaus ab. Manche Schüler hätten von zu Hause aus gut mitgearbeitet und seien teilweise sogar über dem angepeilten Leistungsstand, während andere Kinder seit Dezember im Homeschooling kaum etwas gemacht hätten und vom Entwicklungsstand her zurückgefallen seien. Die Herausforderung bestehe nun darin, wieder alle auf den gleichen Leistungsstand zu bringen.

Im Winter hat die Gemeinde Luftfilter für die Klassenzimmer angeschafft, die laut Kaiser gute Dienste leisten. Auch über die mediale Ausstattung könne sie nicht klagen: Mit einem Tablet werden Aufgaben an die Wand projiziert, zudem verfügen alle Klassenzimmer über einen Router und gesichertes Internet.

An Personal fehlt es vorne und hinten

Was aber fehlt: Manpower. Derzeit unterrichten an der Kallenbergschule sieben Lehrkräfte, zwei Sonderpädagoginnen und zwei Schulbegleiterinnen. Die Hausaufgabenbetreuung ist derzeit wegen fehlenden Personals ausgesetzt. Ähnlich sieht es bei der Betreuung während der Mittagessenszeit aus. Seit März essen täglich fünf bis sechs Kinder in der Schule zu Mittag, betreut wird aktuell bis 14 Uhr. Der Nachmittags- und Sportunterricht falle coronabedingt aus.

Ein dringendes Anliegen der Grundschule sei daher personelle Verstärkung zur Betreuung, bestenfalls in Form eines FSJ oder eines Bundesfreiwilligendienstes. Diese Bitte traf bei den Gemeindräten auf offene Ohren. Man werde sich dafür einsetzen, dass ab dem kommenden Schuljahr weitere Unterstützung an die Schule kommt.

Mit 27 Kindern verlässt im Herbst ein recht starker Jahrgang die Kallenbergschule, berichtete die Rektorin. Die meisten von ihnen hätten sich für die Realschule als weiterführende Schule entschieden, diesen Trend beobachte sie bereits seit wenigen Jahren. Mit 18 Kindern wird im September ein relativ kleiner Jahrgang eingeschult.

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