Die Wild Wings konnten schon die ein oder andere Überraschung landen. Foto: Mete Morat

19 der 38 Vorrundenspieltage sind in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) absolviert. Zur Halbzeit ziehen wir eine Wild Wings-Zwischenbilanz und nehmen die Mannschaftsteile in den Blick. 

Die zu Beginn der Saison von Sportmanager Christof Kreutzer und Trainer Niklas Sundblad runderneuerten Schwenninger Wild Wings spielten in den ersten Wochen der DEL so stark auf, wie schon seit langem nicht mehr, und haben Appetit auf mehr gemacht. 

Die Kufenkünstler aus dem Neckarursprung haben Tuchfühlung auf den vierten Tabellenplatz in der Gruppe Süd, es fehlen nur zwei Punkte auf die Augsburger Panther, in Koeffizienten (danach wird die Tabelle in diesem Jahr bewertet) ausgedrückt sind es 0,178 Punkte je Spiel. Somit haben die Wild Wings noch die Chance, die Play-Offs aus eigener Kraft zu erreichen. Dazu muss das Team jedoch die derzeitige „Krise“ meistern, denn in den jüngsten sieben Partien konnten die Wild Wings nur einen Sieg einfahren.

So haben wir die Wild Wings bewertet

Tor: Mit dem 30-jährigen Joacim Eriksson und dem 23-jährigen Patrik Cerveny haben die Wild Wings zwei neue Goalies auf der wichtigen Position. Eriksson zeigte bisher ansprechende Leistungen und war in manchen Spielen der Matchwinner. Der Rechtsfänger hat seinen Vorgänger Strahlmeier vergessen lassen und strahlt oft mit seiner stoischen Ruhe Sicherheit aus. Auch Patrick Cerveny zeigte in der Vorbereitung und in zwei Ligaspielen, dass er ein weitaus besserer Back-Up ist, als sein Vorgänger Ilya Sharipow. Note:  2,5

Abwehr: Die letztjährige „Schießbude“ der Liga ist heuer besser geworden. Das natürlich auch deshalb, weil Trainer Niklas Sundblad defensiver agieren lässt und auch die Stürmer gut Backchecken. Doch auch die Abwehr hat sich verbessert. Neuzugang Will Weber erledigt als „Schrank“ das Grobe, während der 22-jährige Johannes Huß solide Leistungen bringt. Marius Möchel, der vom Stürmer zum Verteidiger umfunktioniert wurde, ist eine der positiven Erscheinungen. Emil Kristensen dagegen konnte bisher nur selten überzeugen und fällt mit einer Schulterverletzung länger aus. Note: 3,5

Sturm: Die Wild Wings schießen zu wenig Tore. Die Spink-Zwillinge Tylor und Tyson brachten Esprit in das Team und verstehen sich auf dem Eis Blind. Allerdings ist der eine nur die Hälfte wert, wenn der andere fehlt. Thuresson zeigt in diesem Jahr, was er kann. Auch Bourke glänzt durch seine Technik, nicht umsonst sind die beiden die Topscorer im Team. Travis Turnbull und Darin Olver - bis zu seiner Verletzung - sind, wie erwartet die erfahrenen Leader in der Mannschaft, aber auch MacQueen spielt stark auf und erledigt seine Defensivaufgaben auch in Unterzahl. Alexander Weiss ist die Kampfmaschine schlechthin, die Youngsters Bassen, Cerny und Pfaffengut haben einen Schritt nach vorne gemacht. Die Effizienz der Schwaben ist eigentlich gut, da das Team insgesamt defensiver agiert. Trotzdem muss man die Kaltschnäuzigkeit vor dem gegnerischen Gehäuse bemängeln. So werden die Torchancen oft leichtfertig vergeben, vor allem bei Eins-gegen-Null Situationen. Note: 4

Sonstiges: Auch in den Specialteams ist die Mannschaft stärker geworden. Im Unterzahl profitiert sie vom Kampfgeist und Laufvermögen und ist die viertbeste Unterzahlmannschaft. Beim Powerplay belegt das Team mit einer Quote von 22,5 Prozent den vierten Platz. Verantwortlich dafür ist das Kurzpassspiel der Spink-Zwillinge, die Technik von Bourke und Thuresson, sowie die Übersicht von MacQueen und Robak. Mit insgesamt 268 Strafminuten belegt das Team aber den letzten Platz in der Fairplay-Tabelle. Vor allem die oft unnötigen Fouls im gegnerischen Drittel bieten dem Gegner Überzahlmöglichkeiten, was während einer Partie an die Substanz geht. 

Fazit: Das Team hat nach der verheerenden letzten Saison sich einigermaßen gefangen und mit Niklas Sundblad einen Trainer, dessen Handschrift im Spielstruktur und -system deutlich erkennbar ist. Auffallend ist, dass die Mannschaft nach starkem Beginn zuletzt nachgelassen hat und im bisherigen Saisonverlauf kein einziges Spiel drehen konnte. Gesamtnote: 3,5

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