Die Panthers – Kevin Bryant (hier in der Defense gegen den Paderborner Jackson Trapp). Foto: Michael Kienzler

Mit ihrem 77:66-Sieg gegen Tübingen in Rottenburg haben die wiha Panthers Schwenningen die Tür zur Play-off-Qualifikation in der ProA weit aufgestoßen. Der kommende Gegner und Gastgeber Rostock hat dies bereits geschafft.

Mit dem Spiel in Tübingen ist seit drei Partien bei den Panthers folgendes Phänomen zu beachten: Sie finden nur schwer in die Partie hinein, verteidigen jeweils in der ersten Halbzeit nicht gut genug, um sich dann im zweiten Durchgang jedoch zu steigern. In Nürnberg und nun gegen Tübingen ging das gut – in Paderborn allerdings nicht. Dennoch: Das Team von Coach Alen Velcic steuert seinem bisher größten Erfolg der Klubgeschichte entgegen – der Qualifikation für die Play-offs in der ProA.

Nur noch drei Spiele

In ihren letzten drei Hauptrundenspielen in Rostock (Sonntag, 16 Uhr), in Ehingen (Ostersamstag, 3. April) und daheim gegen Hagen (Samstag, 10. April) benötigen die Neckarstädter nur noch einen Sieg, um ganz auf der sicheren Seite zu sein. Nach aktuellem Tabellenstand ist Trier das einzige Team (20 Punkte bei noch sechs Spielen), das noch unter die ersten Acht rutschen könnte. Schwenningens nächster Gegner Rostock löste beispielsweise sein Play-off-Ticket bereits am Wochenende mit einem 82:76-Sieg gegen Nürnberg. Es könnte am kommenden Sonntag ein Vorteil für das Schwenninger Team sein, auf einen Gastgeber zu treffen, der keinen Druck mehr hat.

Zuversichtlicher Frazier

»Klar ist aber, dass wir gegen ein Top-Team wie Rostock von Beginn an voll da sein müssen. Eine Aufholjagd wird so ein Gegner dann nämlich gegen uns nicht mehr erlauben«, ist sich Panthers-Guard Chris Frazier sicher. Doch er sieht auch Chancen für sein Team, in der Rostocker Stadthalle zu gewinnen. Frazier zählte am Samstag gegen Tübingen zu den stärksten Spielern auf dem Feld. Der 30-Jährige verzeichnete in 22:33 Minuten Einsatzzeit drei Dreier (insgesamt zehn Punkte) und verrichtete vor allem in der Verteidigung viel effektive Arbeit.

Er ist nicht nur davon überzeugt, »dass wir zeitnah in die Play-offs einziehen, sondern dort auch noch für einige Erfolgserlebnisse gut sind. Wir haben sicherlich dann weniger Druck als die Top-Mannschaften, die nicht ausrutschen dürfen. Dass wir zumindest noch zu sechs Spielen in der Endrunde kommen, ist bestimmt für uns ein Vorteil«, blickt der Ex-Iserlohner voraus.

Mit dem Bus an die Ostsee

Trainer Alen Velcic hatte nach dem Schlusszeichen gegen Tübingen einen Grund für die aktuellen Leistungsschwankungen seines Teams bereits ausgemacht: »Die Jungs sind nach einer schon langen Hauptrunde gerade mental etwas müde. Sie würden am liebsten morgen schon mit den Play-offs loslegen. Die Konzentration ist in unserem Spiel gerade nicht optimal. Aber ich bin mir sicher, dass wir die Qualifikation für die Play-offs bald geschafft haben.«
Der Plan von Alen Velcic und seinen Co-Trainern Aleksandar Nadjfeji und Boyko Pangarov in dieser Woche: Die Trainingsintensität etwas herunterfahren, um ausgeruht den langen Trip an die Ostsee anzugehen. Die Panthers werden aus Kosten- und Hygienegründen nicht fliegen, sondern die knapp 1000 Kilometer am Samstag mit dem Bus in Angriff nehmen.

Die Mannschaft der Seawolves um Ex-Bundestrainer Dirk Bauermann hat also nach Erreichen der Play-offs den großen Druck in der Stadthalle nicht mehr. Das Ziel der Hanseaten in dieser Saison ist klar: Sie wollen mit dem auf dem Papier vielleicht stärksten Kader der ProA den Aufstieg in die Bundesliga schaffen.

Wenig Hoffnung

Spannend ist die Frage, ob und wann die Planungen der Seawolves umgesetzt werden können, jeweils rund 350 Zuschauer wieder zu den Heimspielen zuzulassen. Am Wochenende lag die Inzidenzzahl in der Stadt Rostock bei 22,0. Aber die Zeichen stehen trotz der Öffnung zuletzt beim Heimspiel von Hansa Rostock (777 Fans) auf Zulassung von Fans in der Stadthalle fürs Basketball und den Handball doch nicht so gut.

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