Bunt ist die Gestaltung des ehemaligen Buch- und Zeitschriftenladen im Ebinger Bahnhof, in dem ab Mittwoch gegen Corona geimpft wird. Foto: BeSave

"Impfen im Bahnhof" - unter diesem Motto soll vom nächsten Mittwoch im Bahnhofsgebäude in Ebingen geimpft werden, und zwar an sieben Tagen in der Woche, auch an Feiertagen. Im Schnitt etwa 150 – 200 Personen pro Tag.

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Albstadt-Ebingen - Von Mittwoch an sollen täglich von 6.45 bis 21.15 Uhr Impftermine zur Verfügung stehen – sogar an Feiertagen, an denen allerdings kürzere Öffnungszeiten gelten. Betrieben wird das Impfzentrum vom Albstädter Sicherheitsdienstleister BeSave, die Leitung übernimmt der Ebinger Neurologe Björn Brenner, der in seiner Praxis in der Ebinger Sonnenstraße ebenfalls impft.

Übersicht: Hier gibt es in der Region Erst-, Zweit- und Booster-Impfungen

"Ich denke, es bedarf des Charmes niederschwelliger Angebote, um so viele Menschen wie möglich zu erreichen. Nur so werden wir der Pandemie Herr", sagt Brenner. Aktuell steht ihm ein Pool aus 15 bis 20 Mitarbeitern, überwiegend aus dem Raum Albstadt, zur Verfügung – wobei Markus Ringle von BeSave betont, dass weitere Helfer immer gern gesehen werden: "Ob Ärzte oder medizinische Fachangestellte: Wer Interesse hat, kann sich einfach bei BeSave melden!".

Impfung nur mit Termin möglich

Die Terminvergabe erfolgt auf der Internetseite www.impfen-im-bahnhof.de, und zwar in drei Schritten: Man sucht sich einen Impfstoff aus (Biontech, Moderna oder Johnson&Johnson), gibt die Art der Impfung an (Erst-, Zweit- oder Boosterimpfung) und wählt zum Schluss einen der verfügbaren Termine aus. Wichtig: Nur wer einen Termin hat, kann sich am Bahnhof impfen lassen. Die Anzahl der Termine richtet sich nach der Verfügbarkeit der Impfstoffe. Geimpft wird im Fünf-Minuten-Takt; für den gesamten Durchlauf werden etwa 15 Minuten veranschlagt.

Mindestens 1000 pro Woche

Insgesamt sollen etwa 150 bis 200 Menschen pro Tag geimpft werden, unter Volllast sind auch 300 pro Tag möglich – falls der Bedarf besteht. Wöchentlich werden mindestens 1000 Termine vergeben; die endgültige Anzahl wird freitags festgelegt, nach Maßgabe der vorhandenen Impfdosen. Die Online-Reservierung wird tags drauf, spätestens aber am Sonntag freigeschaltet werden. Das gilt übrigens auch für dieses Wochenende: Am morgigen Sonntag fällt der Startschuss.

"Late Night" mit Lichteffekten

Stadtnah, bunt und unterhaltsam soll das Impfzentrum im ehemaligen Buch- und Zeitschriftenladen im Ebinger Bahnhof sein. "Viele Impfzentren sind von der Optik her steril. Wir stellen uns dagegen eine nette, anregende Atmosphäre vor", erklärt BeSave-Geschäftsführer Martin Braun. Unter anderem sind Events und Sonderaktionen wie zum Beispiel ein ›Late Night Impfen‹ mit Musik und Lichteffekten geplant. Damit versucht BeSave, die Zielgruppe junger ungeimpfter Menschen zu erreichen.

"Bis alle geimpft sind"

Ein weiterer Standortbonus seien Barrierefreiheit und Parkplätze – sowohl im Parkhaus am Bahnhof als auch hinter dem Brauhaus Zollernalb stünden welche zu Verfügung. "Wer schlecht zu Fuß ist, kann aber selbstverständlich auch direkt vor der Tür aus dem Auto aussteigen", betont Braun. Einziges Problem am künftigen Standort: Momentan gibt es keine Infrastruktur für die Ausstellung digitaler Impfzertifikate; bis sie steht, müssen sich Geimpfte einen digitalen Impfnachweis in Apotheken ausstellen lassen. "Hoffentlich klappt es bis Mittwoch", sagt Ringle. "Die Leute bekommen auf jeden Fall einen Stempel ins Impfbuch."

Wie lange soll das Impfzentrum bestehen? "Solange, bis alle geimpft sind", sagt Ringle. Zwar werden die Räume von der Deutschen Bahn AG über einen Kurzzeitmietvertrag vermietet, dieser könne aber im Bedarfsfall verlängert werden. "Wir haben da kein Ablaufdatum."