Ist das Sportstätten-Konzept an der Dammenmühle zu stemmen? Einige Stadträte haben Bedenken. Sie fürchten, dass sich Lahr nicht alle geplanten Vorhaben leisten kann.
Lahr - Kernpunkt des Sportstättenkonzepts ist, dass der SC Lahr seine gesamten Aktivitäten an die Dammenmühle verlegt. Für seine gut zwei Dutzend Mannschaften braucht der SC vier Plätze und zumindest eine Sanierung seines Sportheims. Das hat eine Reihe von Veränderungen zur Folge, so ist der TGB nach Mietersheim umgezogen. Gesetzt ist eine Sport-Kita. Im Gespräch ist auch eine Fusion von Hockey- und Tennisclub und der Bau eines neuen Hockeyplatzes auf dem früheren Clubgelände beim Tiergesundheitszentrum. Einige Stadträte fürchten, dass sich die Stadt bei letzterem übernimmt. Die Umsetzung des Konzepts soll einen zweistelligen Millionenbetrag kosten, wovon allein die Sport-Kita mit sechs Millionen Euro zu Buche schlägt.
Für den SPD-Fraktionsvorsitzenden ist die Sache klar: "Wir stehen voll und ganz hinter dem Projekt", sagte Roland Hirsch der LZ: "Das ist ein Projekt für die Vereine, die eine ganz wichtige gesellschaftliche Aufgabe haben." Das müsse "zwingend und dringend" auf den Weg gebracht werden.
Auch die Freien Wähler stehen hinter dem Konzept, wie Fraktionssprecher Eberhard Roth erklärt: "Es ist aus unserer Sicht für alle die beste Lösung." Angedachte Alternativen seien "nur halbe Sachen, die am Ende auch teurer" kämen. Aufgrund der Kosten gelte es, Schritt für Schritt vorzugehen. Priorität haben für die Freien Wähler die Kita und der Bau des Hockeyplatzes, weil beim aktuellen der Belag stark sanierungsbedürftig sei. "Wir müssen schauen, was wann möglich ist, um das schlüssige Gesamtkonzept umzusetzen", so Roth.
Andere sind deutlich skeptischer. "Aus meiner Sicht kann sich die Stadt das in diesem Umfang und Zeitrahmen nicht leisten", sagte der FDP-Fraktionsvorsitzende Jörg Uffelmann. Eingeplant bis 2025 sei lediglich die Sport-Kita. Für einen neuen Hockey-Platz gebe es schlicht kein Geld. Das sei wünschenswert, aber nicht finanzierbar. Uffelmann: "Ich frage mich, wo die vielen Steuern dafür herkommen sollen." Denkbar sei allenfalls eine sukzessive Verwirklichung des Konzepts.
Druck macht hingegen die CDU. "Auch wenn die finanzielle Situation nicht einfach ist – wir müssen jetzt an die Umsetzung gehen", sagt Rudolf Dörfler. Ganz oben auf der Agenda stehe der "dringend notwendige" Kita-Bau. "In den nächsten Jahren muss es nach und nach weiterlaufen." Dörfler plädiert dafür, das Sportstättenkonzept noch vor den Sommerferien zu beschließen. Das deckt sich mit LZ-Informationen, wonach der Gemeinderat das Thema im Juni oder Juli öffentlich behandeln soll. Zunächst aber steht am 16. Mai eine weitere Beratung hinter verschlossenen Türen an.
Bedenken haben auch die Grünen. "Die Gesamtkonzeption findet inhaltlich unsere volle Zustimmung", sagte der Fraktionsvorsitzende Sven Täubert der LZ. Einzig die Frage der Finanzierung des Gesamtprojekts "lässt uns angesichts der absehbar noch schwieriger werdenden Haushaltssituation und der hohen Investitionskosten zögern". "Den Kindergarten müssen wir bauen", so Täubert. Ob die Sportkonzeption dann gleichzeitig oder zeitlich versetzt über mehrere Jahre im Haushalt untergebracht werden könne, "darüber sind wir gerade im Austausch mit der Verwaltung". Notwendig sei eine langfristige Finanzplanung für die nächsten zehn Jahre. Erst wenn alle Pflichtaufgaben gerade in den Bereichen Schulen und Kindergärten berücksichtigt sind, "wird man sehen, wann uns wie viele Mittel für freiwillige Aufgaben wie die Sportkonzeption zur Verfügung stehen werden", so Täubert.
Keine Rolle im Sportstättenkonzept auf der Dammenmühle spielt die Klostermatte. Vor allem wäre der SC Lahr nicht mehr auf die Sportplätze in direkter Nachbarschaft des Max-Planck-Gymnasiums angewiesen. Wie die Stadt Anfang des Jahres mitteilte, soll die Anlage weiterhin als Schulsportfläche genutzt werden. In der Vergangenheit gab es auch Gedankenspiele, auf dem Areal Wohnungen zu errichten.