Das ehemalige Schuhhaus Kindle in der Lahrer Marktstraße Foto: Bender

Lahrs OB reagiert auf den LZ-Bericht zum anstehenden Verkauf des ehemaligen Schuhhauses Kindle: Er habe mit mehreren Investoren gesprochen – und will sich einen Erwerb durch die Stadt offen halten.

„Die Stadt ist entschlossen, die Entwicklung des Immobilienmarkts in der Lahrer Innenstadt positiv mitzugestalten. Beim ehemaligen Schuhhaus Kindle ist das klare Ziel, diese Schlüsselimmobilie einer Nutzung zuzuführen, die ihrem herausgehobenen Standort angemessen ist“, wird Oberbürgermeister Markus Ibert am Freitag in einer Pressemitteilung.

 

OB will mitgeredet haben

Auf diese Weise reagierte die Stadt auf einen LZ-Bericht vom selben Tag. Darin hatte der Eigentümer der Immobilie, Torsten Kindle, berichtet, dass es zwei Interessenten gebe, die ernsthaft gewillt seien, das Haus in der Marktstraße 33 zu kaufen. Hatte Ibert gegenüber der LZ zunächst erklärt, davon nichts zu wissen, teilt er nun mit, er habe „persönlich in den vergangenen Monaten (...) im Hintergrund zahlreiche Gespräche mit möglichen privaten Investorinnen und Investoren geführt“. Gemeinsam mit Makler Leonardo Neusch-Frediani sei es „gelungen, Kontakte zwischen Interessenten und Eigentümer zu vermitteln“.

Dank an den Eigentümer

Der Lahrer Rathauschef hatte bei der letzten Gemeinderatssitzung vor Weihnachten überraschend angekündigt, das frühere Geschäftsgebäude, das einst Seidel hieß, kaufen zu wollen. Ibert damals: „Bevor das ehemalige Schuhhaus Seidel anderweitig veräußert wird, sollte die Stadt es kaufen.“ Nunmehr heißt es vom Lahrer OB: „Der Kauf der Immobilie durch die Stadt war von Anfang an nur eine von mehreren Optionen. Mein besonderer Dank gilt Torsten Kindle für seine Zusage, einen Verkauf an jemanden zu tätigen, der die positive Entwicklung unserer Innenstadt fördern möchte.“ Wer die beiden Interessenten sind, hat der Hauseigentümer bislang öffentlich nicht mitgeteilt.

Greift die Stadt doch noch ein?

Sollten die Verhandlungen nicht zu einem positiven Abschluss führen, will sich die Stadtverwaltung offen halten, doch noch selbst tätig zu werden, sagt Ibert: Man behalte sich weiterhin vor, „den Gemeinderat mit der Frage zu befassen, ob die Stadt die Immobilie kaufen sollte“. In der entsprechenden Sitzungsvorlage, die derzeit erarbeitet werde, würden Überlegungen für mögliche Nutzungen und Finanzierungen dargestellt. „Die Stadt wird also keiner anderweitigen Entwicklung im Wege stehen – sofern jedoch kein Verkauf an einen privaten Investor erfolgt, soll die Vorlage in den Gemeinderat eingebracht werden“, heißt es in der Mitteilung.