Unbekannte sind in einen Kindergarten in Oberreichenbach eingebrochen – und haben Süßigkeiten gestohlen. Ein kurioser Fall. Der Bürgermeister berichtet von den Hintergründen.
Wer sogar Kindern die Süßigkeiten klaut, gilt im Volksmund als jemand, der wohl vor nichts zurückschreckt.
Ob die Täter, die in der Nacht von Montag auf Dienstag in den Kindergarten „Villa Sonnenschein“ in Oberreichenbach eingebrochen sind, einem solch skrupellosen Menschenschlag angehören, ist derzeit noch unklar.
„Exakt 2,50 Euro“ gestohlen
Fest steht: Sie haben „eine kleine Menge Süßigkeiten aus dem Kühlschrank“ dort gestohlen, berichtet Oberreichenbachs Bürgermeister Johannes Schaible auf Anfrage unserer Redaktion. „Genauer gesagt Kinder Schokobons, die offenbar sehr beliebt sind.“
Darüber hinaus seien auch „exakt 2,50 Euro aus der Kaffeekasse des Personals“ entwendet worden, führt Schaible ferner aus.
Wie die Täter ins Gebäude gelangten, sei bislang noch nicht eindeutig geklärt. Es stehe aber die Vermutung im Raum, „dass möglicherweise ein Fenster im Erdgeschoss nicht vollständig geschlossen gewesen sein könnte“, erklärt der Bürgermeister.
Sachschaden überschaubar
Im Haus seien ein Kellertürschloss sowie ein Schrank aufgebrochen worden. „Der Sachschaden ist überschaubar und wird auf wenige hundert Euro geschätzt“, berichtet Schaible. Was seltsam anmutet: Die darin befindlichen elektronischen Geräte seien unversehrt geblieben und vor allem auch nicht entwendet worden.
Und überhaupt: „Warum die Täter ausgerechnet einen Kindergarten aufgesucht haben, ist schwer nachvollziehbar“, wundert sich der Rathauschef. Wertvolles sei dort schließlich nicht zu holen. „Vieles spricht daher eher für einen unüberlegten Jugendstreich“, meint Schaible. „Verwüstet oder randaliert wurde nicht, und ein Zugriff auf persönliche Daten erfolgte ebenfalls zu keinem Zeitpunkt.“
Polizei Calw erst vor wenigen Wochen zu Besuch
Der Betrieb des Kindergartens sei ebenfalls im Grunde problemlos weitergelaufen. Zu Einschränkungen sei es lediglich am Dienstagvormittag gekommen, „da die Polizei zur Spurensicherung vor Ort war. Dank des guten Wetters konnte die Betreuung für diese kurze Zeit am Morgen auf unserem Kindergartenspielplatz starten“, erzählt der Bürgermeister. Darüber hinaus habe es keine Beeinträchtigungen gegeben.
Da die Polizei Calw erst vor wenigen Wochen in der Einrichtung zu Besuch gewesen sei, um den Kindern auf spielerische Weise ihre Arbeit, Ausrüstung und den Einsatzwagen vorzustellen, seien die Mädchen und Jungen von den Polizisten auch weniger verunsichert gewesen, sondern vielmehr neugierig.
Ab kommender Woche gehe der Kindergarten nun erst mal für drei Wochen in die Sommerferien. „In dieser Zeit werden die beschädigte Kellertür im Gebäudeinneren sowie der Schrank repariert“, stellt Schaible in Aussicht.
Und selbst in Sachen Süßigkeiten habe sich etwas getan. Durch die Berichterstattung zum Einbruch seien bei der Verwaltung Zuschriften aus nah und fern eingetroffen, in denen auch Privatpersonen angeboten hätten, „den ‚süßen Schaden‘ großzügig zu kompensieren“.
Geschützter Raum
Im Grund ging also alles glimpflich vonstatten. Doch der Bürgermeister betont: „Ein Kindergarten ist ein geschützter Raum, in dem es um die Entwicklung und das Wohl unserer Jüngsten geht. Umso unverständlicher ist es, dass er Ziel eines Einbruchs wurde. Auch wenn der Schaden in diesem Fall glücklicherweise gering war; ein Einbruch ist kein Kavaliersdelikt“, unterstreicht Schaible.
Sein Dank gelte dem Erzieherpersonal, das besonnen reagiert habe, sowie der Polizei für ihr schnelle und sorgfältige Arbeit.
Zeugen, die sachdienliche Hinweise geben können, werden gebeten, sich beim Polizeirevier Calw unter der Telefonnummer 07051/1 61 35 11 zu melden. „Für Hinweise, die zur Aufklärung beitragen, sind wir sehr dankbar“, fügt der Rathauschef hinzu.