Dekan Wilhelm Gümbel Foto: Sammlung Gabriel Stängle

Glaube und Widerstand: In Nagold wird mit einem Vortrag an die Protestdemonstration am 5. Mai 1940 von Dekan Gümbel in der Stadtkirche erinnert.

In diesem Jahr wird vielerorts an das Ende des Zweiten Weltkrieges und der nationalsozialistischen Herrschaft vor 80 Jahren erinnert. Über die Vorgänge auf Reichsebene ist viel bekannt. Doch wie war es hier im nördlichen Schwarzwald? Wo gab es in der unmittelbaren Umgebung widerständiges Handeln gegen den Nationalsozialismus? Wer waren die maßgeblichen Akteure und wie war ihr Vorgehen?

 

Am Freitag, 26. September, geht Johannes Trumpp diesen Fragen nach, am Beispiel der Protestdemonstration des damaligen Dekans Wilhelm Gümbel.

Am 5. Mai 1940 kam es in der Nagolder Stadtkirche zu einer aufsehenerregenden Szene: Während ein Kriegspfarrer von der Kanzel aus Adolf Hitler heroisch pries, erhob sich der Nagolder Dekan und verließ demonstrativ die Kirche. Vor rund 350 Gottesdienstbesuchern, darunter viele Soldaten, setzte er damit ein sichtbares Zeichen gegen die Verbindung von christlichem Glauben und nationalsozialistischer Ideologie.

Vortrag zeichnet Gümbels Geschichte nach

Sein mutiger Protest löste ein kleines „Erdbeben“ in Nagold aus und hatte Folgen für seine berufliche Laufbahn – und doch bleibt Gümbel als Stimme des Widerstands in Erinnerung. Der Vortrag Trumpps zeichnet Gümbels Geschichte nach und fragt nach Bedeutung, Wirkung und Nachhall dieser Aktion.

Der Vortrag mit anschließender Diskussion wird von der Evangelischen Kirchengemeinde Nagold und dem Ev. Bildungswerk nördlicher Schwarzwald veranstaltet. Er beginnt um 19.30 Uhr im Zellerstift, Lange Straße 17 in Nagold.

„Der Kreis Calw in der Zeit des Nationalsozialismus“

Der Abend ist Bestandteil der Veranstaltungsreihe „80 Jahre nach Kriegsende“, die das Evangelische Bildungswerk nördlicher Schwarzwald mit Kooperationspartnern durchführt.

Die Referentinnen und Referenten haben Beiträge für den neu erschienenen Sammelband „Der Kreis Calw in der Zeit des Nationalsozialismus. Historische Forschungen und Erinnerungsarbeit“ verfasst. Das Buch enthält 32 Beiträge auf 704 Seiten und ist für 30 Euro im Buchhandel erhältlich oder kann über info@morija.de bezogen werden.