Darf sich der rechtspopulistische AfD-Chef Tino Chrupalla ins Goldene Buch von VS eintragen?
Am kommenden Dienstag wird Chrupalla zum so genannten Bürgerdialog in der Neuen Tonhalle in Villingen-Schwenningen von der AfD und ihren Anhängern erwartet – und mit ihm jede Menge Protest von der Gegenseite, die ihrerseits zur Kundgebung aufgerufen hat.
Und auch der Vorschlag im Zusammenhang mit seinem Auftritt in VS kam nicht von ungefähr: Es war der NPD-Politiker Jürgen Schützinger, der ihn machte.
Roth gibt Chrupalla einen Korb
Die Frage, welch’ Geistes Kind wer ist, wurde deshalb bei der Gemeinderatssitzung in Villingen-Schwenningen am Mittwochabend gar nicht erst gestellt. Stattdessen ging ein Raunen durch den Saal, als Schützinger sich zunächst sorgenvoll über Chrupallas Gesundheit äußerte, der Anfang Oktober, vier Tage vor der bayerischen Landtagswahl, nach einem angeblichen Attentat in der Klinik in Ingolstadt und in den Schlagzeilen gelandet war.
Da Chrupalla immerhin ein Bundesvorsitzender sei, wolle er sich zudem erkundigen, ob denn beabsichtigt sei, ihm einen Eintrag im Goldenen Buch zu widmen. Oberbürgermeister Jürgen Roth gab sich betont sachlich: Villingen-Schwenningen mache generell auch „solche Veranstaltungen“ möglich. Ebenso, wie das üblich ist, sei es aber auch nicht üblich, „dass wir nach einer solchen Veranstaltung einen Eintrag ins Goldene Buch vornehmen – und auch an dieser Praxis halten wir fest“, so Jürgen Roth.
Und was Chrupallas Gesundheitszustand anbelangt, so lehnte Roth jede besondere Rücksichtnahme darauf ab: Er gehe davon aus, dass seine Verfassung in Ordnung sei, sonst würde er den Weg zum Bürgerdialog in Villingen-Schwenningen sicherlich nicht auf sich nehmen.
Vorbereitungen laufen
Bei Verwaltung und Polizei laufen derweil die Vorbereitungen für den Chrupalla-Besuch. Umfangreiche Sicherheitsvorkehrungen müssen getroffen werden, die Ordnungshüter wollen mit zahlreichen Mann vor Ort sein, um mögliche Ausschreitungen zu verhindern. Und auch das Aktionsbündnis „VS ist bunt“ macht mobil – „KeineStadt, kein Raum! Keine Stimme der AfD!“, propagieren die Organisatoren Axel Killmann, Kai Humphries und Nicola Schurr.